Ein Mann namens Ove

Ove (Rolf Lassgård) ist ein verbitterter alter Griesgram, der in seinem Viertel die Rolle des Blockwarts übernommen hat. Täglich geht er seine Runde und schaut nach dem Rechten, um seine Mitmenschen zu kritisieren und auf ihre Fehler hinzuweisen. Er schreibt Parksünder auf und beschimpft (zu Recht natürlich) die Dame, deren Hund auf den Gehweg pinkelt.

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The Hateful Eight

Irgendwo im gottverlassenen Wyoming, einige Jahre nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg: eine Postkutsche kämpft sich durch die Winterlandschaft. Neben dem Kopfgeldjäger John Ruth und seiner Gefangenen Daisy Domergue sitzen zwei weitere, auf dem Weg zugestiegene Passagiere in der Kutsche: der Ex-Soldat und ebenfalls als Kopfgeldjäger tätige Marquis Warren sowie Chris Manie – nach eigenen Angaben der neue Sheriff von Red Rock, dem eigentlichen Ziel der Ausfahrt. Mit Blick auf einen aufziehenden Schneesturm suchen die Reisenden alsbald Zuflucht in einer Herberge, die ihren Weg kreuzt. Dort werden sie bereits erwartet …

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The Revenant

„The Revenant – Der Rückkehrer“ ist – inspiriert von einer wahren Geschichte (das Drehbuch basiert auf dem Roman „Der Totgeglaubte“ von Michael Punke) – ein bemerkenswertes Überlebensepos mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle. Die Story spielt zu Beginn des 19. Jahrhunderts und lässt sich kurz und prägnant in einem Satz formulieren: der Trapper Hugh Glass trotzt schwer verletzt den Widrigkeiten der Wildnis, um sich an dem Mann zu rächen, der seinen Sohn getötet hat. Nichts wird vergeben, und nichts wird verziehen, und das ist auch gut so.

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Filmtipp: Er ist wieder da

Wir erinnern uns an die Romanvorlage: im Sommer 2011, 66 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, erwacht Adolf Hitler auf dem Gelände des ehemaligen Führerbunkers in Berlin. Er wirkt ein wenig ramponiert, riecht nach Benzin – scheint jedoch bei bester Gesundheit. Für seine „Wiedergeburt“ gibt es keine Erklärung. Hitler sieht sich nun allerdings mit einem ganz anderen Deutschland konfrontiert, das seiner Ideologie entgegensteht und ihm daher auch nicht sonderlich gefällt. Wie auch immer – der Gröfaz arrangiert sich schnell mit der neuen Situation. Ein Kioskbesitzer – der ihn (wie alle anderen auch) für einen genialen Führer-Imitator hält – gewährt ihm einstweilen Unterschlupf. Hitler beliest sich und stellt sich schnell der aktuellen Debatte. Er wird von den Medien entdeckt und es dauert nicht lange bis klar wird: die Menschen hören ihm durchaus gerne zu.

David Wnendts Verfilmung des Bestsellers von Timur Vermes läuft nun schon seit einigen Tagen in den Kinos. Ich habe sie mir am Wochenende angesehen und spreche hiermit eine ausdrückliche Anschauempfehlung aus. Es sei hiermit erwähnt, dass mir der Film um einiges mehr gefällt als der ihm zugrunde liegende Roman. Diverse Abweichungen von der Vorlage verhelfen der Story zu mehr Brisanz und Aktualität. Auch der im Buch für mich nur schlecht ertragbare Fokus auf Medienrummel und TV Industrie wird in der Verfilmung auf ein angenehmes Maß reduziert. Des Weiteren bemerkenswert: einige der im Stil einer Dokumentation gedrehten Szenen sind echt – das „Besorgte-Bürger-Pack“ und andere „patriotische“ Vollpfosten werden exzellent vorgeführt. Zudem gefällt mir Oliver Masucci in der Rolle Hitlers ganz ausgezeichnet …

Last but not least: der Film erhielt von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden das Prädikat „besonders wertvoll“ – und das mit Recht.

Einen Peanuts Charakter erstellen

Der mensch mag Animationsfilme, und Comics sowieso. Ob der Weihnachten in die Kinos kommende Peanuts-Film allerdings den Erwartungen gerecht wird bleibt abzuwarten. Vermutlich wird es eine klassische Liebesgeschichte, Charlie Brown und das kleine rothaarige Mädchen – Sie wissen schon … Wir lassen uns überraschen.

Derweil kann man sich die Wartezeit damit vertreiben, einen eigenen Peanuts Charakter zu erstellen. Eine nette Spielerei für Menschen, die für fünf Minuten einmal etwas ganz anderes und wunderbar Unwichtiges machen möchten.

(Tipp via)

Taxi Teheran

Ein Taxi bewegt sich durch die Strassen Teherans und nimmt die verschiedensten Menschen auf, um sie an ihre Bestimmungsorte zu bringen. Am Steuer sitzt der Regisseur Jafar Panahi …

Auf dem Armaturenbrett hat er eine Kamera befestigt, die auf die Fahrgäste gerichtet ist und die Szenen aufnimmt, während sich der Chauffier mit seinen Fahrgästen unterhält. Panahi trifft auf den Taschendieb und die Lehrerin, bringt einen schwerverletzten Mann ins Krankenhaus, der auf der Fahrt sein Testament macht, wird von einem Schwarzhändler erkannt, der illegale Kopien westlicher Filme verkauft und chauffiert seine redselige Nichte Hana. Einmal steigt die bekannte Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh zu und ein anderes Mal zwei Frauen mit einem Goldfischglas, die in dem Zwang leben, ihre zwei Fische bis 12 Uhr zurück zur Ali-Quelle bringen zu müssen, um nicht sterben zu müssen.

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Victoria

Victoria ist Spanierin und lebt seit drei Monaten in Berlin, sie jobt in einem Bio-Kaffee-Laden. Nach einer Clubnacht trifft sie auf vier junge Männer, die sich ihr als „echte Berliner“ vorstellen. Das Mädchen ist noch neu in der Stadt – neugierig geworden begleitet sie die Jungs weiter durch die Nacht. Smalltalk – man plaudert und scherzt herum. Schließlich kommen sich Victoria und einer der Vier – „Sonne“ – etwas näher. Ihr vorsichtiger Flirt wird jäh unterbrochen, als einer der anderen („Boxer“) zum Aufbruch mahnt. Er schuldet einer Knastbekanntschaft noch einen Gefallen, die zeitnah eingefordert wird. Victoria begleitet die Jungs und wird unverhofft – jetzt als Fahrerin des Fluchtwagens – in einen Banküberfall hineingezogen. Der Überfall glückt, doch das dicke Ende naht und plötzlich geht es um alles oder nichts …

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