Tag Archives: Kunst

Ausflug zum Film

Im Stadtmuseum Pirna ist derzeit eine kleine Sonderausstellung zu sehen, deren Besuch für Interessierte durchaus lohnt.

Unter dem Motto “Ausflug zum Film – Malerei, Graphik und DEFA-Filmbilder” werden ausgewählte Arbeiten von neun bekannten Gegenwartskünstlern präsentiert. Gezeigt werden jeweils einige wenige Gemälde und Graphiken sowie (und vor allem) ihre Arbeiten für das DEFA-Trickfilmstudio in Dresden. Womit wir dann beim eigentlichen Thema wären: es geht um die “Ausflüge” der sich primär der Malerei verpflichteten Künstler zum Medium Film. In der damaligen DDR bot das DEFA-Trickfilmstudio – wenn auch nur im sehr kleinen Rahmen – die Möglichkeit zum künstlerischen Animationsfilm.

Um Namen zu nennen – wir treffen im Ausstellungsraum auf Maja Nagel, Gudrun Trendafilov, Lutz Dammbeck, Achim Freyer, Gerd Mackensen, Helge Leiberg, Ulrich Lindner, Andreas Dress und STRAWALDE (Jürgen Böttcher).

Die eigentliche Offenbarung ist jedoch die ergänzend zur Ausstellung laufende Videodokumentation „Filmgespräche“, in der die Künstler selbst über die Entstehung ihrer Filme und die Kontakte zum Studio sprechen – also unbedingt auch den Film anschauen!

Begleitend werden in den kommenden Wochen einige der “Malerfilme” im Museum vorgeführt – die Termine sind im Ausstellungs-Flyer benannt.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 31.08.2012 (Eintritt 4,00 €).

fdp

Floppy Disc Painting

Der britische Künstler Nick Gentry ist vor allem und zu Recht für seine bemerkenswerten Floppy Disc Paintings bekannt.

Wir Älteren erinnern uns mit Missvergnügen an dieses proprietäre, unsägliche Speichermedium – den Greenhorns unter der werten Leserschaft sollte dieser Verweis in Sachen Floppy Disc Aufklärung bringen. Nick Gentry entsorgt diesen Technikmüll jedoch nicht einfach, sondern führt ihn einer ordentlichen Bestimmung zu: er macht Kunst daraus. Und diese ist durchaus originell und sehenswert, wie ich finde …

Eines noch: falls ihr zu Hause oder im Büro (tatsächlich?) noch stapelweise Disketten aufbewahrt könnt ihr diese an sein Studio schicken und den Mann somit unterstützen.

Image © Nick Gentry (via)

Wirklich gutes Kino: The Artist

Dieser Film ist tatsächlich ein ganz Besonderer, einer von denen, die man keinesfalls versäumen darf. Und natürlich muss er im Kino gesehen werden – alles andere wäre Blasphemie – denn Filme wie dieser werden schließlich für das Kino gemacht.

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Ausstellung: Neue Sachlichkeit in Dresden

Ich habe es heute endlich geschafft, diese großartige Ausstellung zu besuchen und möchte hiermit alle Neugierigen zur Eile mahnen – sie schließt bereits am kommenden Sonntag ihre Pforten.

Der Besuch lohnt unbedingt: dem interessierten Besucher werden circa 140 Gemälde und 40 Zeichnungen und Skizzen präsentiert. Dabei sind Werke von Otto Dix, Conrad Felixmüller, Franz Radziwill, Wilhelm Lachnit, Franz Lenk und weiterer Künstler, die dieser bemerkenswerten Kunstströmung zugeordnet werden.

– Malerei der Zwanziger Jahre von Dix bis Querner -

In den 1920er Jahren avancierte die Kunststadt Dresden zu einem gewichtigen Zentrum der Malerei der Neuen Sachlichkeit und des Verismus. Erstmals wird diesem Phänomen in Dresden eine eigene Ausstellung gewidmet, die auch den Vergleich zu anderen Kunstzentren in Deutschland ermöglicht. Mit kühler Distanz und messerscharfer Präzision beschrieben Maler ihre Zeit in Gemälden, die den Eindruck höchster Wirklichkeitsnähe hinterlassen … Desillusionierende Bilder von Arbeitslosen, Kriegsinvaliden und Dirnen entstanden parallel zu Porträts von Arbeiterfrauen und -kindern, die den Wunsch ihrer Schöpfer nach Veränderung der Gesellschaft spiegeln.

Ausstellungsort ist die Kunsthalle im Lipsiusbau (Brühlsche Terrasse) in Dresden. Geöffnet ist sie noch bis zum 8. Januar, von 10.00 bis 18.00 Uhr.

Verweis: Neue Sachlichkeit in Dresden.

sg

Kyle Bean: Soft Guerilla

Kyle Bean liebt handgefertigte Modelle. Der Mann ist als Künstler und Designer kein Unbekannter – er hat bereits für die New York Times, die Wired, die Financial Times oder auch die BBC gearbeitet. Diese Serie von Waffen (Photography: Sam Hofman) – gefertigt aus zur Gänze harmlosen Material – entstand als Auftragsarbeit für das CUT Magazine und sei hiermit zum Anschauen empfohlen.

Image Credit © Kyle Bean (via)

Via Intolleranza II

Ein (kurzfristiger) Veranstaltungstipp:

Warum wollen wir Afrika ständig helfen, wenn wir uns selbst nicht helfen können? Was kann das Ziel einer Zusammenarbeit sein, wenn sie ohne jegliche Hilfsideologie und Sentimentalität auskommen muss?

Diese Fragen sind Ausgangspunkt von Christoph Schlingensiefs letztem Theaterstück „Via Intolleranza II“. Für die bunte, sehr humorvolle, aber auch bissig-scharfe Collage stand Luigi Nonos Avantgarde-Oper „Intolleranza“ aus dem Jahr 1960 Pate. In der Inszenierung überlagern sich unterschiedlichste Texte und Moderationen, Schauspiel und Filmbilder von der Entstehung des Schlingensief’schen Operndorfprojektes in Burkina Faso bis hin zu Stummfilmszenen. Musikalisch spannt sich der Bogen von burkinischer Folklore über Oper und Rap bis hin zum deutschen Volkslied. Und das alles wird präsentiert von zwölf Darstellern, Tänzern und Musikern aus Burkina Faso und Europa sowie dem Fönix-Orchester unter der Leitung von Arno Waschk.

“Via Intolleranza II” wird am 1. und 2. November 2011 im Schauspielhaus Dresden gespielt.

Dem Vernehmen nach sind noch einige Restkarten erhältlich – wer Glück hat und eine davon erwirbt wird einen bemerkenswerten, hoch interessanten Theaterabend erleben.

London Streetart


London, Anfang August 2011: der mensch spazierte mit den Seinen durch das East End und widmete sich nebenher den dort zahlreich zu sehenden Streetart-Objekten.


Zu dem wunderschönen Portrait des Mädchens kann ich etwas sagen: es wurde erst in diesem Sommer – kurz vor meinem London-Tripp – von Cosmo Sarson geschaffen.

“The image is of a Bangladeshi girl surrounded by decay – she represents the future.”

Der große Vogel an der Giebelwand stammt von Roa, einem bekannten Streetart-Künstler aus Belgien. Seine zweifellos beeindruckendenen Werke (meist großformatige Wildtiere in schwarz/weiss) sind mittlerweile in vielen europäischen Städten zu sehen.




Zu diesen drei Objekten kann ich leider nicht mit einer Auskunft dienen.

Zu finden sind sie allesamt an der Brick Lane im Londoner East End. Wer sich dafür interessiert – es werden vor Ort und explizit zu diesem Thema geführte Stadtspaziergänge angeboten!

Kunterbunte Häkelmasken

Ich gebe zu, die kürzlich gezeigte Gesichtsbedeckung ist schon sehr eigen und trägt gewiss nicht zu jedermanns Erbauung bei. Von daher ist es mir ein Bedürfnis, den Blick der geneigten Leserschaft heute einmal auf diese ebenfalls seltsamen, ohne Zweifel jedoch wunderschönen und skurrilen Häkelmasken des italienischen Künstlers Aldo Lanzini zu lenken.

Weitere, und unbedingt sehenswerte Einblicke in das künstlerische Schaffen des Mannes finden sich hier.

All images © Aldo Lanzini (via via)

Bemerkenswerte Gesichtsbedeckung

Maske

Ich habe dieses Kleinod eben im Archiv gefunden und halte es in seiner Symbolik (was jetzt den Liebreiz und die freundliche, lebensbejahende Ausstrahlung meint) für durchaus bemerkenswert.

Gesehen und fotografiert wurde dieses Unikat in einer Ausstellung im Uniwerk zu Pirna, vor beinahe exakt einem Jahr. Meine Notizen dazu haben sich allerdings ins Nirvana verabschiedet, und der Blick in das Archiv des Uniwerks hilft nicht wirklich weiter …

Vielleicht erinnert sich ja jemand und kann mit Informationen zum Künstler oder der Künstlerin aushelfen?

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