Zwei Tage in Leitmeritz

Leitmeritz (Litoměřice) ist eine 24 000 Einwohner zählende kleine Mittelstadt im Böhmischen. Sie ist hübsch gelegen am Ufer der Elbe – rechter Hand und genau gegenüber der Mündung der Eger. Wir haben dort schon einmal kurz verweilt, vor neun Jahren war das. In jenem Sommer sind wir mit dem Rad nach Prag gefahren, elbaufwärts und dann an der Moldau. In Leitmeritz schauten wir uns dazumal nur kurz um (die Aufmerksamkeit galt Terezin). Jetzt haben wir uns das Städtchen an sich etwas genauer angesehen.

Im Wesentlichen meint dies das das historische Zentrum der Stadt, welches mit seinen zahlreichen gotischen, barocken und Renaissancebauten punkten kann. Wir schafften es ganz gut, die Dinge während unseres Aufenthaltes zu erlaufen, nicht alles zwar, aber doch das Wesentliche. Diverse Gotteshäuser, der historische Marktplatz, der Domhügel mit der bischöflichen Residenz, das berühmte Kelchhaus (wir kamen leider nicht hinauf) etc. Dafür haben wir den Turm der Kathedrale St. Stephan bestiegen (200 Stufen) und auf die Stadt hinabgeschaut. Die Schnappschüsse seht ihr anbei.

Neben den (letztendlich doch überschaubaren) kulturhistorischen Verpflichtungen blieb genügend Zeit für kurzweiliges Spazieren, ein Bierchen hier, ein Süppchen dort, Sie kennen das. Die bodenständige böhmische Küche überhaupt, der Hermelin, das Gulasch und der viereckige Käse, der mensch nimmt das gerne mit und überhaupt, ein Glas Bier muss dann natürlich auch, wir sind ja im Böhmischen. Und wen es interessiert: In Leitmeritz findet sich auch eine Mikro-Brauerei, das dort gebraute Bier ist unfiltriert und äußerst bekömmlich.

Noch ein kleiner Tipp anbei: Wer einen Sinn für Marionetten und Puppenspiel hat, sollte die Galerie im gotischen Turm der Jesuitischen Sternwarte besuchen. Sie zeigt etwa 250 Puppen – einige dürfen auch in die Hand genommen und gespielt werden.

Was auch schön war und eigentlich ein Muss ist: der Abstecher zum Radobil (Radobýl). Er liegt ungefähr 3 km westlich der Stadt, ist mit seiner Höhe von 399 m gut zu erlaufen und bietet eine hervorragende Rundumsicht auf Leitmeritz, die Elbniederung und das Böhmische Mittelgebirge (das Gipfelkreuz ist oben im Titelbild zu sehen, ein Ausschnitt des Panoramas über diesen Zeilen).

Im Fazit war dieses also eines dieser kurzweiligen, höchst interessanten Wochenenden, von denen es über das Jahr gerne mehr geben dürfte.

Geschrieben von

Rappel

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Kaffee immer schwarz. Punkrock und Tattoos. Nichts mit Menschen. Dafür die See und die Berge. Und der Wald. Wanderlust. Bei jedem Wetter und überall.
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2 Kommentare zu “Zwei Tage in Leitmeritz”

  1. <3 – irgendwann wird es auch wieder. das kurzreisen. danke fürs mitnehmen – ich kenne das städtchen nur vom transit in entferntere gegenden des nachbarlandes.

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