Den Feiertag verbrachten wir einmal mehr im Böhmischen. Diesmal in Begleitung der großen Gruppe, ganze 25 Leute hatten sich dazu eingefunden. Die Wetterprognose war erwartungsgemäß und mitnichten schön – einer ordentlichen Herbstwanderung stand also nichts im Wege.
Man traf sich in der S-Bahn. In Schandau dann der Wechsel in den Triebwagen nach Děčín. Von dort fuhr uns der Bus bis Česká Kamenice (Linie 402). Irgendwo hinter Líska (Hasel) stiegen wir aus, es gibt dort eine Haltestelle an dem Punkt, wo der Wanderweg die Straße kreuzt und – wenn man so will – der Aufstieg zum Goldberg (Zlatý vrch) beginnt.
Wir liefen die ersten Schritte und es begann der erwartete, anhaltende Regen, der später in einen steten Niesel überging. Die Wolken hingen tief und Nebel verhinderte jedwede Aussicht. Trotzdem war die Stimmung reizvoll, und der vom Sturm arg gebeutelte Wald hatte einiges zu bieten. Zuhauf lagen die Bäume kreuz und quer – „Herwart“ hat dort ganze Arbeit geleistet.
Trotz dessen liefen wir zum Goldberg und erklommen den markanten Gipfel. Zu sehen bekamen wir dort oben leider nichts, was zu erwarten, aber schade war, denn bei schönem Wetter soll der Rundumblick phänomenal sein. Immerhin konnten wir einen Blick auf die eindrucksvollen Basaltsäulen werfen, im Steinbruch, der dem Berg beinahe den Garaus gemacht hätte.
Wir gingen weiter. Mit Blick auf Niesel und Nebel blieb der eigentlich geplante Aufstieg zum mächtigen Studenec (Kaltenberg) außen vor. Also kürzten wir ab und liefen zuerst durch das Dorf Líska, dann weiter durch Wald und Flur zum nächsten Ziel, dem gut im Wald versteckten Bratrský oltář (Brüderaltar). Auf dem ehemaligen Kreuzweg finden sich in den Nischen im Sandstein diverse Kreuzwegbilder und Heiligenstatuen – ein guter und geschützter Platz zum Rasten. Zumal der Regen nachließ. Und überhaupt: Man wollte sich schließlich und endlich einmal in Ruhe unterhalten – Johannes von Nepomuk hin oder her.
Letzter Höhepunkt der Wanderung war dann der Blick von der nicht allzu weit entfernten Nadel (Jehla), ebenfalls ein massiver Basaltfelsen, der einen schönen Blick auf die Region um Česká Kamenice bietet. Es folgte der Abstieg in eben jenen Ort hinunter. Bevor wir wieder in den Bus nach Děčín stiegen blieb noch Zeit für eine zünftige Einkehr. Zum kühlen Pils orderte der mensch den Panierten Käse, den er jetzt immer nimmt. Der schmeckt zwar nach nichts, macht aber satt und ist viereckig (ich esse gerne viereckige Sachen).
Fazit: eine hochinteressante Tour, die wir noch einmal laufen müssen. Dann aber auch den Studenec und das Ganze bei Sonnenschein und guter Sicht.
Wegstrecke: knappe neun Kilometer.
Zeitdauer: keine zwei Stunden (reine Gehzeit).
Mögliche Einkehr: Gaststätten in Česká Kamenice.
Wer es ganz genau wissen möchte: ich habe die Runde aufgezeichnet. Wegen der Statistik und so, Sie wissen schon.
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