Ein goldener Oktobermontag

Die neuen Wanderschuhe einlaufen. Ausschreiten, durchatmen und Landluft schnuppern. Übers Land schauen. Die Sonne im Gesicht. Und somit doch noch an diesem Goldenen Oktober-Wochenende teilhaben. Weil eure Wochenenden nicht die meinen sind. Zumeist jedenfalls. Was auch Vorteile hat.

Von Rosenthal zum Lampertsstein

Drei Wochen nur Pendeln zwischen Kleinstadt mit Koje und Großstadt mit Job, dazu keine Zeit für gar nichts. Ein paar Stunden in der Natur waren überfällig – höchste Zeit also, unsere Schritte Richtung Elbsandstein zu lenken. Nach Möglichkeit dahin, wo sonst kaum jemand ist. Und sei es nur für ein paar Stunden.

Sieben Tage auf dem Lechweg

Wir hatten noch eine Woche Resturlaub und entschieden uns kurzfristig dazu, diese in den Alpen zu verbringen und dort ein gutes Stück dem Lechweg zu folgen.

Zur Erläuterung: Der Lechweg ist ein mittelschwerer Weitwanderweg, der auf rund 125 Kilometer Länge durch verschiedene Regionen führt. Er startet an der Quelle des Lech – nahe des Formarinsees im österreichischen Bundesland Vorarlberg – und endet am Lechfall in Füssen im Allgäu. Dabei führt er durch eine der letzten Wildflusslandschaften Europas. Die Länge der Etappen bestimmt man selbst – man kann ihn in sechs bis acht Tagen schaffen, je nach Lust und Laune, natürlich abhängig von der individuellen Kondition. Der Weg bietet sowohl leichte Wanderabschnitte als auch anspruchsvolle Bergwege, bei denen allerhand Höhenmeter zusammenkommen.

Unsere Zeit war ein wenig knapp bemessen, so dass wir uns für sieben Tagesetappen entschieden. Von vornherein klammerten wir dabei die letze Etappe (von Pflach nach Füssen) aus, sie wird bei Gelegenheit nachgeholt. Wir planten die Touren genau und buchten die Quartiere vorneweg, um vor Ort ganz und gar die entspannte Wanderlust zu pflegen.

Ich habe mir jeden Tag ein paar Notizen gemacht – sie folgen mit einigen Schnappschüssen anbei.


Sonnabend, 09. September

14.00 Uhr Ankunft in Lech am Arlberg (1.444 m). Ganze 8,5 Stunden Fahrt lagen hinter uns, davon haben wir knapp 1,5 Stunden im Stau verbracht (vor und hinter dem Grenztunnel Füssen). Unser Quartier war schön am Ortsrand gelegen, und trotz Dauerregen bei miesepetrigen 10°C spazierten wir durch den Ort, schauten uns um und machten noch einige Besorgungen. Nach einem kräftigen Abendessen ging es dann zeitig zur Ruh …


Sonntag, 10. September

1. Etappe: Formalinsee – Lech

Wir fuhren mit dem Bus (17 Euro incl. Maut je Nase) hinauf zum Formalinsee (1.793 m) und liefen an diesem hinauf bis zur Freiburger Hütte (1.931 m). Und staunten nicht schlecht ob des dortigen Schneefalls, der später in einen leichten Schneeregen überging. Immerhin war die Landschaft dort oben weiss gepudert – dieser Effekt verringerte sich natürlich mit jedem Schritt Richtung Tal. Aber gut, das Panorama war allemal überraschend und sowieso sehenswert. Und der erste Schnee schon Mitte September – das war für uns schon etwas Besonderes.

Wir liefen zunächst am Formarinbach, später am jungen Lech ins Tal hinab. Der gelegentlich über Stege und Brücken führende Weg war – ob der Nässe und der trotz des Wetters zahlreichen Wanderer – besonders im oberen Teil nicht leicht zu gehen. Viel Schlamm, viel Wasser. Immerhin ließ der Regen im Laufe des Tages nach, und als wir im Wirtshaus Älpele zu einer kurzen Rast einkehrten, schien gar die Sonne. Letzthin wurde der Weg besser und nach sechs Stunden und 18 Kilometern in zauberhafter Landschaft kamen wir wieder in Lech an.


Montag, 11. September

2. Etappe: Lech am Arlberg – Stubenbach – Kuhschwab – Warth – Gehren

Nach dem Frühstück stellten wir das Auto im Parkhaus im Anger in Lech ab (die Preise sind für Streckenwanderer gemacht – mal eben fünf Euro werden für bis zu 14 Tage fällig). Dann ging es weiter auf dem Lechweg. Wiederum in einer sehr reizvollen Landschaft und mit viel Auf und Ab. Die Vermutung, den Lechweg talwärts zu beschreiten sei eine bequeme Sache, ist falsch: täglich kommen viele Höhenmeter zusammen, da der Weg oftmals hoch oben am Hang verläuft, die Seite wechselt, hinunter zum Fluss führt und dann wieder hinauf.

Ein kleines Ungemach widerfuhr mir beim Abstieg auf einer pitschnassen Bergwiese: der mensch rutschte aus und lag der Länge nach im Schlamm. Nicht weiter schlimm – nur der Verlust eines Trekkingstocks, der bei der Aktion wie ein Streichholz zerbrach, schmerzte ein wenig. Fortan trat ich also mit nur einem Stock auf, dazu Bart und lange Regenkutte …

Mit dem am Nachmittag einsetzenden Regen langten wir nach sechs Stunden, 13,5 km und vielen Höhenmetern in unserem Quartier in Gehren an. Dabei interessant: Da es in der Siedlung keine Wirtschaft mehr gibt, kann man sich per kostenfreiem Wirtshaus-Taxi hinauf nach Warth zum Abendessen chauffieren lassen. Das passte soweit.


Dienstag, 12. September

3. Etappe: Gehren – Lechleiten – Steeg – Holzgau – Schönau

Wir starteten am Morgen in strömendem Regen. Finster war es, und kalt dazu. Von Lechleiten führte zunächst ein bildschöner Panoramaweg (kaum Sicht, viele Wolken – siehe Foto) am Hang entlang, später folgten endlose Serpentinen nach Steeg hinunter. Dort gönnten wir uns eine kurze Rast auf der Terrasse der Naturkäserei Sojer. Ein herzhafter Imbiss, dann schnell weiter, denn tatsächlich kam kurz die Sonne heraus. Später, dann schon in Holzgau, ein Bohnenkaffee am Markt. Neuerlicher Regen begleitete uns bis Schönau, wo wir ein einfaches Zimmer unter dem Dach bezogen. Abendessen gab es im Schönauer Hof, und es war vorzüglich.

20 Kilometer sind wir gelaufen, in sieben Stunden. Entsprechend zeitig lagen wir – mit runden Füßen – in der Koje.


Mittwoch, 13. September

4. Etappe: Holzgau – Höhenbachtal – Schigge – Stockach – Bach – Elbigenalp

Nach gutem Frühstück liefen wir zunächst nach Holzgau zurück, um an der Hängebrücke über die Höhenbachschlucht wieder auf den Lechweg zu kommen. Diese ist beeindruckende 200,5 Meter lang und 110 Meter hoch, schwingt ordentlich beim Überqueren und ist im Ganzen ein imposantes Bauwerk. Am schönsten wirkte es im Rückblick, als ich auf der anderen Seite zum Durchatmen kam. Nun gut … Ein sehr schöner, aber anspruchsvoller Bergweg führt dann weiter nach Bach.

Habe ich schon erwähnt, dass es tatsächlich einmal nicht regnete?

Nach einem ordentlichen Anstieg fanden wir uns zum Mittag an der Talstation der Jöchelspitzbahn wieder, und kurzentschlossen gönnten wir uns die Auszeit und fuhren hinauf auf die Jöchelspitze. Ohne Rucksack (12 kg incl. Wasser) ist es doch auch einmal schön. Oben wehte allerdings ein eisiger Wind, und nach exakt fünf Minuten begann es zu regnen … Es war ein Elend. Also verkrümelten wir uns nach kurzem Rundumblick in der Bergbaude, gönnten uns ein isotonisches Getränk mit Blume und fuhren wieder hinab zu unseren Rucksäcken, die ein freundlicher Mitarbeiter der Bergbahn derweil im Trockenen platziert hatte.

Der Lechweg führte dann ohne Höhenunterschied direkt am Fluss bis nach Elbigenalp. Wir bogen ab in den Ort und fanden nach 14,5 km eine gemütliche Unterkunft vor. Zum Abend dann das bemerkenswert gute Schnitzel im Schwarzen Adler.


Donnerstag, 14. September

5. Etappe: Elbigenalp – Häselgehr – Elmen – Vorderhornbach – Stanzach

Sonnenschein und Himmelblau – wir konnten tatsächlich im T-Shirt gehen. Bis Häselgehr verläuft der Weg bequem am Lech, dann folgen diverse Höhenmeter und der Pfad führt weit oben entlang am steil abfallenden Hang. Ein attraktiver, aber kräftezehrender Bergweg mit tollen Panoramen. Mittags zog sich der Himmel zu, ein kalter Sturmwind kam auf und es währte nicht lange, bis wir einmal mehr im strömenden Regen wanderten.

In Vorderhornbach eine kurze Einkehr, Apfelstrudel und Bohnenkaffee, rabenschwarz. Dazu der wohlige Wärme verbreitende Kachelofen und die Geburtstagsfeier einer (geschätzt) 100jährigen Dame. Am späten Nachmittag wiederum ein gemütliches Zimmer mit freundlicher Gastgeberin und am Abend (nach 21 km) die Einkehr in das Wirtshaus vor Ort. Der Saal war voll mit Wanderern und wir trafen auf so manches Pärchen, dass wie wir auch dem Fluss in dieser Woche folgte. Diese unverhofften Wiedersehen ergaben sich im Übrigen beinahe jeden Tag – der Lechweg ist sehr populär.


Freitag, 15. September

6. Etappe: Stanzach – Forchach – Weißenbach – Höfen – Wängle

Nach gutem Frühstück bei kühlen 3°C losgelaufen. Erst einmal wieder am Fluss entlang der sehenswerten Schotterbänke, nächster Höhepunkt war dann die Forchacher Hängebrücke. Diese wurde im Jahr 1906 erbaut und ist etwa 75 Meter lang. Von der Brücke hat man einen tollen Blick auf den wilden Lech und überhaupt: Sie schwebte nur wenige Meter über dem Fluss und gefiel mir daher ausgesprochen gut.

Dann dicht bewaldete Flusslandschaft bis Weißenbach, hier schägt der Lechweg einen Bogen um das sich weit öffnende, herzallerliebst anzuschauende Tal. Bis Höfen war es noch ein angenehmes Gehen – mit der Rückkehr an den Fluss wurde es jedoch erstmalig unschön: Der Weg verlief nun viele Kilometer und schnurgerade am Lech, streckenweise ist die Landschaft auch eine Großbaustelle. Die Alternative zu dieser endlosen Schotterpiste ist der Weg über den Klausenwald, man kommt so hinauf zur Ruine Ehrenberg, der highline179 und der Festung Schlosskopf. Wir sind diese leider nicht gegangen, empfehlen sie im Nachhinein aber unbedingt für diese im zweiten Teil doch sehr öde Etappe.

Am Ende waren es wieder 21 Kilometer Weg, als wir im Gasthof Kröll in Wängle anlangten. Aber immerhin: Am Tag fiel nicht ein einziger Regentropfen!


Sonnabend, 16. September

7. Etappe: Wängle – Costarieskapelle – Frauensee – Reutte

Am Morgen tiefe, graue Wolken und neuerlicher, anhaltend strömender Regen. Wir waren schnell wieder auf dem Lechweg und folgten dem steilen Aufstieg zur Costarieskapelle. Von dort eröffnet sich ein wunderbarer Panoramablick auf den Talkessel von Reutte – es sei denn, dieser hängt voller Wolken. Wir hatten daher nur wenig Sicht und stiegen im pitschnassen Busch wieder hinab zum schön gelegenen Frauensee.

Der Weg führte weiter ins Tal hinab und nachdem wir die Fußgängerbrücke über den Lech passiert haben, verließen wir den Lechweg. Das war von vornherein so geplant, die letzte Etappe von Pflach nach Füssen holen wir irgendwann einmal nach. Wir liefen also ins Ortszentrum von Reutte und warteten auf den Bus, der tatsächlich schon nach zehn Minuten kam und uns in gut 1,5 Stunden das Lechtal hinauf und zurück nach Lech am Arlberg brachte. Sie erinnern sich – dort wartete im Parkhaus das Automobil auf uns. Nach kurzem Aufenthalt in Lech fuhren wir über den Flexenpass hinüber ins Klostertal, wo wir die letzte Nacht in den Alpen verbrachten.


Sonntag, 17. September

Ausklang und Heimfahrt

Nach einem morgendlichen Schwatz mit unserer Wirtin im Klostertal galt es die Heimfahrt anzutreten. Wir gönnten uns jedoch noch einen Stopp bei Reutte – die highline179, eine weitere, imposante Fußgänger-Hängebrücke, interessierte uns dann doch gewaltig. Also noch einmal Puls und Adrenalinschub, und man brauchte ein Ticket, acht Euro waren das wohl.

Dann waren wir wieder auf der Autobahn, und nach knapp sieben Stunden Fahrt standen wir wieder vor dem Baumhaus in Dresden und wurden herzallerliebst empfangen (die Katze!).


Resümee

Wir haben eine Woche auf dem Lechweg verbracht, sind in sieben Tagesetappen insgesamt 118 Kilometer gewandert. Trotz überwiegendem Schietwetter war es eine sehr schöne Wanderung. Wir haben uns bewusst nicht für einen Höhenweg entschieden, wollten statt dessen auch die Leute und Orte im Tal kennenlernen und das hat auch so geklappt. Tolle Wege, tolle Blicke und wunderschöne Alpenlandschaft im Ganzen.

Der Lechweg ist überall gut ausgebaut und umfassend beschildert – eine Karte ist nicht zwingend notwendig. Quartiere gibt es reichlich, allerdings sollte man vorher buchen, denn der Weg ist extrem populär und wird von vielen Menschen in beide Richtungen begangen. Auch wichtig: Bei Bedarf gibt es die Möglichkeit, den schweren Rucksack von Ort zu Ort transportieren zu lassen – wir haben das jedoch selbst gemacht.

Im Fazit kommen wir gerne und ganz gewiß wieder.

Kreuzberg und Steinerne Rinne

Unsere sonntägliche Wanderung führte uns gestern wieder ins Böhmische. Auf meist wenig begangenen und für uns neuen Pfaden erkundeten wir einmal mehr die Dittersbacher Felsenwelt. Startpunkt war die Ortsmitte von Jetřichovice (Dittersbach). Zum Sonntag und im Sommer sollte man zeitig anreisen, denn in diesem bei Radfahrern, Wanderern und Kletterern sehr beliebtem Ort sind die Parkmöglichkeiten beschränkt.

Kreuzberg und Steinerne Rinne

Wir passieren das Gelände des 1927 errichteten Kindererholungsheimes und laufen das Stammbrückental hinauf. Nach kurzer Zeit ist linker Hand die Info-Tafel zu sehen, welche die mittelalterliche Felsenburg Falkenstein beschreibt. Der Pfad hinter der Tafel führt zunächst hinauf in einen Sattel – von diesem ist der Aufstieg zur ehemaligen Burg schnell gefunden. Doch Obacht, der ist mit Kletterei verbunden. Wir sind ihn nur bis zur Hälfte gegangen und kehrten dann um: zu eng, zu lang und vor allem viel zu nass.

Kreuzberg und Steinerne Rinne

Wieder im Stammbrückental liefen wir dieses noch ein Stück hinauf, bogen aber bald rechts ab, um auf unmarkiertem Weg Richtung Schusterhorn und Scholzengrund zu gehen.

Kreuzberg und Steinerne Rinne

Im Folgenden verloren wir uns ein wenig im dichten Wald – die Steinpilze leuchteten zu verlockend am Wegesrand. Eine kleine Mahlzeit war schnell gesammelt und damit die Konzentration auf den Weg, nun immer entlang der Felsen und an den Gabelungen links haltend, wieder gegeben. In der einsamen Gegend soll es gar noch einige Gemsen geben – wir haben jedoch keines der scheuen Tiere entdecken können (Fährten und Losung aber schon).

Kreuzberg und Steinerne Rinne

Kreuzberg und Steinerne Rinne

Schließlich erreichten wir den Waldrand, folgten diesem nach rechts und standen schnell am Pfad, der vom Fahrweg links über die Wiese hinauf zum Kreuzberg (408m) führt.

Kreuzberg und Steinerne Rinne

Schon beim Aufstieg und erst recht auf dem Gipfel erschlossen sich wunderschöne Blicke auf die Umgebung. Kaltenberg und Rosenberg, der Schlossberg von Hohenleipa, die Prebischtorwände und die Dittersbacher Felsen sowieso – das Kreuzberg-Panorama gilt als eines der umfassendsten und schönsten in der Böhmischen Schweiz. Und das zu Recht.

Kreuzberg und Steinerne Rinne

Nach kurzer Rast liefen wir hinab nach Rynartice (Rennersdorf). Hübsche Umgebindehäuser prägen das Ortsbild, im ehemaligen Landschloss residiert ein Hotel. Das Dorf hat heute nur noch wenige ständige Einwohner – die Häuser werden zum Großteil als Wochenenddomizile genutzt.

Steinerne Rinne

Wir laufen weiter Richtung Dittersbach, haben uns zuvor schon für den Steinweg durch die Steinerne Rinne entschieden (der Paulinengrund wäre auch eine Variante). Das war auch gut so, denn der Steinweg ist ein eigentümlicher und rätselhafter Hohlweg, den es so nur einmal gibt. Vermutlich diente die seltsame Rinne dem Holztransport – bewiesen ist jedoch nichts und die Wissenschaft zerbricht sich ob dieses Phänomens bis heute den Kopf.

Kreuzberg und Steinerne Rinne

Weiter führt der schön zu laufende Weg über den Höhenrücken bis hinunter zum Grieselkreuz, von dem es dann nur noch 500 bequeme Meter bis zum Ortseingang von Dittersbach sind. Einem frisch gezapften Bier, bei dem sich vortrefflich über den Sinn der eigenartigen Rinne im Sandstein debattieren lässt, steht nun nichts mehr im Wege.


Fazit: eine kurzweilige Runde auf schönen, historischen Wegen. Die Aussicht vom Kreuzberg sucht ihresgleichen, die Landschaft ist äußerst reizvoll.

Wegstrecke: 9,5 Kilometer.

Zeitdauer: gute zwei Stunden (reine Gehzeit).

Mögliche Einkehr: Gaststätten in Rennersdorf und Dittersbach.

Karte: Rolf Böhm: “Böhmische Schweiz”

Literatur: diese Runde findet sich so im Wander- und Naturführer “Böhmische Schweiz” vom Berg- & Naturverlag Rölke.


Zum Nachweis und für diejenigen, die es ganz genau wissen möchten: Ich habe die Runde aufgezeichnet.

Die klassische Runde bei Altenberg

Die Weite der Landschaft, die (vergleichsweise) einsamen Waldwege und die Blockschutthalden des Kahleberges. Schon so oft gegangen und schon so oft beschrieben. Und trotzdem zieht es uns immer wieder dorthin …

Altenberg und Kahleberg

Am Bahnhof in Altenberg der Parkplatz, dann hinauf zum Campingplatz und weiter zum Großen Galgenteich. Den Damm erklimmen und weiter geradeaus laufen, immer schön am Neugraben entlang.

Altenberg und Kahleberg

Der Weg wird zum Pfad, führt durch dichten Wald und trifft irgendwann auf einen Plattenweg. Über diesen erreicht man den Gabelweg, hält sich links, passiert eine Brücke und sieht dann rechter Hand einen Rastplatz. Hier sollte man ein wenig verschnaufen und sich stärken – getrocknetes Rindfleisch und Zitronenwasser passte gestern ganz gut.

Altenberg und Kahleberg

Der Gabelweg führt direkt bis zum Schwarzen Teich, der auch Wüster oder Alter Teich genannt wird. Einsamkeit, Stille und das dunkle Wasser des im späten Mittelalter angelegten Teiches. Dazu nur das heisere Krächzen der Rabenvögel (Foto ganz oben). Wir liefen weiter bergauf und gelangten letztlich auf den Gipfel des Kahleberges. Dort war dann alles wie gehabt: der schöne Weitblick und der unverwüstliche, etwas kauzige Kahlebergbauden-Kiosk.

Altenberg und Kahleberg

Über einen schmalen, unmarkierten Weg stiegen wir ab und liefen via Paradies zur Schneise 31. Diese trifft schnell auf den Neugraben, dem wir ein kurzes Stück nach rechts folgten, um dann – jetzt schon am Ufer des Großen Galgenteiches – Richtung Rehaklinik zu gehen. Wir passieren diese und sehen links schon den Damm und den Kleinen Galgenteich, der als Schwimmbad genutzt wird. Der Campingplatz und zuletzt der Bahnhof sind dann schnell wieder erreicht.

Im Fazit eine angenehm ruhige Runde von etwa 12 Kilometern. Schöne Pfade im Wald, die Seen und der Kahleberg stehen für Kurzweil und Entspannung gleichermaßen.

Brotzeit am Grossvaterstuhl

Eine kleine Runde oder besser: ein gemütlicher Spaziergang. Ausschlafen wollten wir, und nicht so spät zu Hause sein auch. Dazu Freunde treffen. Es galt einiges zu besprechen – in Ruhe und Gemütlichkeit. Also spazieren, rasten, schauen und schwatzen. Das Bielatal – mit seinen Felsen und Aussichten – bietet sich dafür an.

Im Bielatal

Wir wissen: Der mensch hat sich das Tal schon oft erwandert und zur Genüge beschrieben – von daher sollten jetzt wenige Worte genügen.

Im Bielatal

Der Parkplatz vor der Ottomühle war schon voll belegt – es war schließlich Sonntag. Wir erwischten die letzte Lücke und stiegen zur Kaiser-Wilhelm Feste hinauf, schauten ins Tal hinab und hinüber zur Johanniswacht und zum Sachsenstein. Die erste Aussicht und die erste Rast. An der Feste gaben sich die Wanderer die Klinke in die Hand.

Im Bielatal

Dann weiter zum Herkulesstein und dem nicht zu verfehlenden Hauptweg folgen. Der Chinesische Turm, der Kanzelturm, eine weiterer Blick und ein weiterer Schwatz. Wir schauten den Kletterern zu – fast jeder Turm war belegt und wurde emsig bestiegen.

Im Bielatal

Ein paar Tropfen fielen, dann rissen die Wolken auf und die Sonne schien herzallerliebst. Ein Blick übers Feld – hinüber nach Rosenthal – und weiter am Waldrand. Die Pilze blieben stehen, weil ungenießbar.

Im Bielatal

Zum Schluss noch der Abstecher zum Großvaterstuhl. Einen Moment bitte – Sie werden platziert. Dann die Rucksäcke öffnen, beherztes Zugreifen, eine vergnügte Brotzeit. Der letzte Blick von oben und dann hinunter ins Tal. Die Dachsensteinbaude, ein Tisch ist noch frei. Rechenberger Bier und das Ende der Redezeit. Dunkle Wolken ziehen auf, der Schauer ereilt uns dann in Pirna.

Alles keine große Sache und trotzdem – als gemütlicher Sonntag – die Notiz wert.

Waitzdorfer Höhe und Thümmelgrotte

Der letzte Urlaubstag war ein Wandertag. Bei besten Wetterbedingungen lief der mensch eine schöne Runde zwischen Waitzdorf und Hohnstein. Startpunkt war der Parkplatz in Waitzdorf – von dem ist es nur ein Katzensprung zu den knuffigen Galloways und den Weiden am Waitzdorfer Berg.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Leider waren die Rinder nicht zu einer spontanen Session aufgelegt, sie blieben auf Distanz und beobachteten mich gelangweilt argwöhnisch. Was solls – der mensch kann sich auch an einer üppigen Bergwiese ohne Protagonisten erfreuen. Außer mir war dort oben zu früher Stunde ohnehin niemand zu sehen.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Nach der bemerkenswerten Aussicht von der Höhe ging es weiter Richtung Grundmühle. Hier ließ ich mich von einem verwirrenden Wegweiser in die Irre leiten und lief zunächst den Leichenweg in falscher Richtung, kam dann aber doch – mit einem eigentlich unnötigen Schlenker zur Straße – an der Grundmühle an (siehe Route weiter unten).

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Hinter dem Hauptgebäude der Mühle führt nun ein unscheinbarer Weg in den Wald. Er bringt mich aus dem Tiefen Grund heraus auf die Höhe – zuerst noch im Busch, später durch Wiesen und Weiden bis ich am Ortsrand von Hohnstein auf den alten Bahndamm treffe.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Von diesem ist nicht mehr viel zu sehen – bis auf das Viadukt, das oberhalb des Hohnsteiner Bades steht und über welches der Wanderweg auch führt. Der mündet in eine Straße, und alsbald finde ich mich (linker Hand das alte Bahnhofsgebäude) auf der gestern vormittag nur wenig frequentierten Flaniermeile zum Brand wieder. Nun galt es hurtig auszuschreiten und Strecke zu machen, um dann in der Brand-Baude ein wenig zu verweilen.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Nach dem Bier und der Aussicht galt es dort, der Geschichte um die Thümmelgrotte nachzugehen. Ebenso wie der Autor jener Zeilen war mir dieselbe gänzlich unbekannt, zumal ich ebenso schon etliche Male an der Brandbaude war. Kurzum: Des Rätsels Lösung findet sich linksseits der Baude – ein unscheinbarer Weg führt über eine steinerne Brücke zur Thümmelgrotte und der vergleichsweise ruhigen Aussicht anbei.

Thümmelgrotte

Letztlich handelt es sich um eine kleine, künstliche Grotte, in welcher ein kaum lesbarer Vers des Namensgebers Moritz August von Thümmel (1738-1817) zu finden ist (siehe Verweis oben). Nun ja, das ist jetzt alles nicht weltbewegend – aber schön zu wissen.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Nach einem kurzen Hallo bei den Brand-Bauden-Ziegen und einem Abstecher zur Hafersäcke-Aussicht wurde es zum Schluss dann sportlich. Die Brandstufen hinunter, im Grund auf der Straße bis zur Sense hinauf und dann die Waitzdorfer Stufen in einem Ritt nehmen – das war schon eine ordentliche Bergwertung. Gut zu wissen: Oben in Waitzdorf findet sich schnell eine lauschig gelegene Sitzbank zur Rehabilitation.

Von dieser braucht es keine fünf Minuten bis zum Ausgangspunkt der Wanderung – so man die (bis dato immer lohnende!) Einkehr in die Waitzdorfer Schänke verweigert.


Fazit: eine kurzweilige, gemütliche Runde mit ordentlicher Einkehr und schönen Aussichten. An den Brandstufen und dem Aufstieg nach Waitzdorf wird es sportlich.

Wegstrecke: knappe elf Kilometer.

Zeitdauer: gute zwei Stunden (reine Gehzeit).

Empfohlene Einkehr: Brand-Baude oder Waitzdorfer Schänke.

Karte: Rolf Böhm: “Brand Hohnstein”

Web: Thümmelgrotte – nach dieser schönen Vorlage bin ich im Groben gelaufen.


Zum Nachweis und für diejenigen, die es ganz genau wissen möchten: Ich habe die Runde aufgezeichnet.