Dave Eggers: Der Circle

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Ich habe gelesen: „Der Circle“ von Dave Eggers.

Mae Holland ist überglücklich, hat sie doch endlich den Traumjob beim »Circle« bekommen. Der »Circle« ist ein freundlicher und hipper Internetkonzern in Kalifornien, der die Geschäftsfelder von Google, Apple, Facebook und Twitter geschluckt hat, indem er all seine Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet, über die dann alles abgewickelt werden kann. So einfach, so schön und so gut.

Die Firma hat weitreichende Pläne. Nach dem Wegfall der Anonymität im Netz – so das erklärte Ziel der »drei Weisen«, welche den Konzern leiten – gibt es letztlich keinen Schmutz mehr im Internet. Und mit der einhergehenden völligen Transparenz wird auch die Kriminalität an sich bald Vergangenheit sein. Mae stürzt sich voller Begeisterung in diese schöne neue Welt und steigt schnell in der Hierarchie auf. Als Vorzeigemitarbeiterin treibt sie schließlich den Wahn, alles müsse transparent sein, auf die Spitze …

Ich habe Dave Eggers Bestseller aus dem Jahr 2013 mit Interesse gelesen – um des Themas willen. Der Plot ist stimmig, die Spannungskurve steigt stetig. Qualitative Mängel sind jedoch unübersehbar: flache Charaktere, dramaturgische Schwächen, zu viele Klischees. Trotzdem darf der Roman als Klassiker der jüngeren Science-Ficion-Literatur gewertet werden, regt er doch nachhaltig zur Reflektierung des eigenen Umgangs mit den sozialen Medien und die damit einhergehenden Möglichkeiten einer zunehmenden sozialen Kontrolle und Manipulation an.

Rappel

Kaffee immer schwarz. Punkrock und Tattoos. Nichts mit Menschen. Dafür die See und die Berge. Und der Wald. Wanderlust. Bei jedem Wetter und überall.

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