Moose, Flechten und Trockenwald
Der Begriff Trockenwald steht für Wälder, die an extrem trockenen Standorten wachsen. Sie lassen sich in keiner Weise kultivieren, stellen als solche aber einen Rückzugsort für seltene Pflanzen- und Tierarten dar und sind generell geschützt. Wir haben solch einen Trockenwald, wenn auch nur in geringem Ausmaß, ganz in unserer Nähe – am Elbhang zwischen Oberpoyritz und Pillnitz, explizit an der Rysselkuppe, welche nach dem ehemaigen Besitzer des anliegenden Weinbergs benannt ist.
Ich habe die Klippe schon oft besucht und beschrieben und sie am gestrigen Karsamstag neuerlich aufgesucht. Auch die zugehörige Runde wurde schon einmal so gegangen: Von Oberpoyritz nach Pillnitz über den Weinbergsweg, also mit dekadentem Weinausschank beim Zimmerling, lustigen Wollschweinen und der malerisch gelegenen Weinbergkirche zu Pillnitz, und dann von Pillnitz über den schönen und aussichtsreichen Leitenweg nach Oberpoyritz zurück.
Auf dem Letztgenannten passierten wir eine trotz des Wetters gut besuchte Besenwirtschaft (wir nicht weil keine Sonne), die schon oft erwähnte Rysselkuppe und die Panoramaaussicht (mit exzellentem Blick auf die Tafelberge) über Oberpoyritz. Vor Ort, sprich an der Kuppe, informiert eine Erklärbärtafel über die besondere Fauna:
An Klippen, Rändern und Mauern siedeln subkontinentale Arten wie Feldahorn, Liguster, Pfirsichblättrige Glockenblume, Rispige Graslilie und Savoyer Habichts-kraut. Oberhalb der Rysselkuppe wächst auf einer vorgeschobenen Granitklippe ein extrem xerothermer (= in einem Lebensraum mit trockenwarmem Klima lebender) Kiefern-Traubeneichenwald, dessen über hundert Jahre alten Bäume kaum höher als fünf Meter sind.
Was schön war
Die Frühlingsblüte in den Gärten am Weinbergsweg. Die Ausblicke auf Erzgebirge und Elbsandstein. Die zufriedenen Wollschweine und die umhertollenden Rinder. Die teils bizarre Flora am Elbhang. Und die freundlichen Wandermenschen unterwegs.