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NSDAP: Millionen von Karteikarten zur Recherche

Die Wochenzeitung Die ZEIT hat einen der größten Personendatensätze zur Zeit des Nationalsozialismus für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht: die digitalisierte Mitgliederkartei der NSDAP. Damit wird eine zentrale historische Quelle erstmals breit und einfach durchsuchbar.

Die Kartei umfasst Millionen Einträge mit Angaben wie Namen, Geburtsdaten, Berufen sowie Parteieintritten und Mitgliedsnummern. Sie gilt als eine der wichtigsten Grundlagen für die Erforschung der NS-Gesellschaft, da sie einen großen Teil der Parteimitglieder erfasst. Lange Zeit war der Zugang jedoch eingeschränkt und vor allem Archiven und Fachhistorikern vorbehalten.

Erst durch die vollständige Digitalisierung und Freigabe von Kopien durch US-Archive wurde ein umfassender Zugriff möglich. Die ZEIT hat diese Daten technisch aufbereitet und eine benutzerfreundliche Suchoberfläche geschaffen. Dadurch können nun auch Privatpersonen gezielt recherchieren – etwa zur ganz persönlichen Familiengeschichte.

Doch Obacht: Ein Eintrag in der Kartei liefert natürlich nur begrenzte Informationen und erlaubt keine einfachen Rückschlüsse auf individuelle Überzeugungen oder Schuld. In den meisten Fällen wird es die Notwendigkeit einer sorgfältigen Einordnung benötigen – einfache Antworten sind also eher nicht zu erwarten.

Immerhin, es ist allemal ein gelungener Beitrag zur Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit. Eine, wie ich meine, bemerkenswerte Anwendung – so to speak.

(Tipp via Croco)

geschichte, deutschland


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