Mal eben schnell zur Nasenuhr
Einmal im Jahr gilt es in die Pedale zu treten und der historischen Nasenuhr in Dolní Žleb (Niedergrund an der Elbe) zu huldigen. Die seltene dreieckige Uhr gilt als die Mutter aller Bahnhofsuhren und ist die letzte ihrer Art in Tschechien. Hut ab!
Historische Nasenuhr in Dolní Žleb
Auf ein Bier nach Dolní Žleb
Ich verbinde den Besuch der alten Dame alljährlich mit einer schönen Radtour. Von Pirna über Rathen, Königstein und Schandau – immer entlang der Elbe – bis zur Grenze und dann noch einen guten Kilometer, um in Niedergrund anzukommen. Quasi das Elbtal dort, wo es am schönsten ist. Der mensch besucht den kleinen Bahnhof, schaut nach der Nasenuhr und kehrt dann kurz in der örtlichen Restauration am Elberadweg ein – gestern etwa auf ein frisch gezapftes Böhmisches und eine fein angerichtete "Ertrunkene".
Während der Fahrt (der Rückweg ist der gleiche Weg) bieten sich beste Ausblicke auf die Sandsteinfelsen: die Weissen Brüche, die Bastei, die Schrammsteine oder das Belvedere im Böhmischen – sie alle werden der Reihe nach passiert.
Was man sagen muss: Mit diesem Ansinnen war ich beileibe nicht alleine – diverse Seniorengruppen und Solo-Radel-Wölfe taten es mir gestern gleich (was die Einkehr meint, nicht die Uhr, die ist Nerdkram und geheim).
Und apropos: Auf der Schiene (der Radweg verläuft entlang des Bahndamms) steppte der Bär: Gefühlt alle fünf Minuten rasten die endlosen Güterzüge an mir vorbei, in beiden Richtungen und mit ordentlich Getöse – die Strecke scheint mir ausgelastet.
In Schandau-Ost wird am Gleiskörper gebaut, und die lästige Sperrung in Königstein besteht nach wie vor. Aber man kommt gut durch. Wer es genau wissen will: komoot hat die Aufzeichnung gestern einmal mehr aus nicht ersichtlichen Gründen abgebrochen, aber ich bin die gleiche Strecke gefahren wie anno dazumal.