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Rappelsnut ist ein reich bebildertes Tagebuch im Netz. Der Autor lebt in Pirna, einer kleinen, alten Stadt an der Elbe und schreibt hier über dieses und jenes, was den Alltag versüßt oder über den Tag hinaus erwähnenswert scheint. Wer mitliest, ist willkommen und eingeladen, die Dinge freundlich zu diskutieren.
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Die Grabentour auch

Von Rappel 1. März 2021 5 Kommentare 3 Min Lesezeit

Zum Sonntag galt es, den Landstrich zu wechseln. Mal über den Tellerrand gucken – das geht gerade wieder, denn die 15 km Beschränkung ist aufgehoben. Einstweilen jedenfalls. Also fuhren wir ins Freiberger Land, denn das ist uns weitgehend unbekannt. Startpunkt war der Parkplatz in Krummenhennersdorf (gleich links nach dem Ortseingang).

Wir liefen die Rundwanderung mit der Uhr und zunächst weiter durch das Dorf, um einen Blick auf die dort zu findende Kandlerkirche zu werfen. Alsdann verließen wir den Ort und folgten dem Biebersteiner Weg, der uns auf die Höhen führte. Nächstes Ziel war Gotthelffriedrichsgrund – eine knapp 100 Seelen fassende Siedlung, die wohl einen der längsten Ortsnamen Deutschlands trägt. Wir querten auch diese und schritten (mit einem Schlenker zum Ziegelteich) weiter nach Bieberstein. Dort warfen wir einen Blick auf Kirche, Schloss und Rittergut und liefen hinunter nach Reinsberg.

Aus dem Tal ging es gleich weiter hinauf zum hoch über der Bobritzsch gelegenen Schloss Reinsberg, das erst unlängst von der Gemeinde erworben wurde und der weiteren Sanierung harrt. Dort trifft man sogleich auf die sogenannte Grabentour, einen überaus beliebten Wanderweg, der durch das Bobritzschtal zurück nach Krummenhennersdorf führt.

Hervorzuheben ist der Umstand, dass dieser bergbauhistorische Weg entlang eines um 1845 errichteten Kunstgrabens führt, der dazumal das Aufschlagwasser zum Betreiben der Maschinen für den Bergbau transportierte. Zahlreiche Schautafeln, historische Tunnel und Mundlöcher geben Auskunft zum einstigen Geschehen. Zudem findet sich der Verweis auf den berühmten “Kroatenstein”, der an Lorenz von Schönberg (welcher bei der Eroberung des Schlosses Reinsberg, im Jahre 1632 durch die Österreicher, den Tod fand) erinnert.

Kurzum: Es war ein erbauliches Spazieren in der Fremde. Und wenn es interessiert: Die detaillierte Runde findet sich hier.


PS: Bei der Anfahrt wurde ich von einem gehässigen Konstrukt, das aussah wie ein Hybrid aus Glascontainer und Streusandkiste, geblitzt. In Krummenhennersdorf bin ich in einen großen, geschickt im Laub versteckten Hundehaufen getreten. Und bei der Rast (zwischen Gotthelffriedrichsgrund und Bieberstein liegt ein netter Rastplatz) warf ich versehentlich meinen Bohnenkaffee um.

Ansonsten gab es keine besonderen Vorkommnisse.

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Guten Tag. Das bin ich und dies ist mein Weblog. Ich schreibe hier über das, was schön war. Oder immer noch schön ist. Zumeist jedenfalls. Wer mitliest, ist willkommen und eingeladen, die Dinge freundlich zu diskutieren.

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5 Kommentare
  1. derbaum sagt:

    den blitzer kenn ich, das mit dem #gafffee ist ein sakrileg und hundeka… – na ja :-D

    schön das ihr die tour gemacht habt- ist ja wirklich spannend und lehrreich. das schloss reinsberg war schon mal besser in schuss – wie der eingang erkennen lässt, ich meinte sogar es sei mal hotel gewesen – aber da scheine ich mich zu irren…

    1. Rappel sagt:

      Es gab wohl Pläne für ein Hotel, die allerdings nie umgesetzt wurden (sagt die Wikipedia). Und jetzt muss man froh sein, dass die Gemeinde das Vorkaufsrecht hatte …

  2. derbaum sagt:

    vielleicht ist das so, aber ich bezweifle das die gemeinde genug geld hat das schloss für irgendwas zu nutzen und zu restaurieren… leider…

    1. Rappel sagt:

      Ein Nutzungskonzept ist noch nicht in Sack und Tüten, soll aber kommen (https://bit.ly/3sKgYEu). Ich bin gespannt.

  3. derbaum sagt:

    oh, danke fürs recherchieren! davon wusste ich nix…dann war es gut so!

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