Dry Cleaning – Secret Love
Dry Cleaning habe ich hier schon einmal (im März '23) gelobt. Das wilde Geschrammel, gepaart mit den knochentrockenen und voll dunkler Magie vorgetragenen Spoken Words faszinierte mich von Anbeginn.
Mit ihrem jetzt (am 9. Januar 2026) erschienenen drittem Longplayer Secret Love (elf Titel, 41 Min) schärfen Dry Cleaning ihren charakteristischen Spoken-Word-Post-Punk weiter, ohne ihn zu sehr zu glätten. Die Gitarren bleiben zwar kantig und reduziert, wirken aber offener und atmosphärischer als zuvor, wodurch die Songs mehr Raum zum Atmen bekommen – der Sound wirkt auf mich leider etwas weichgespülter.
Aber gut, auf Florence Shaw ist immerhin Verlass. Ihre nüchternen, oft beiläufig vorgetragenen Texte entfalten gerade in dieser Zurückhaltung ihre Wirkung: Beobachtungen des Alltags kippen leise ins Dunkel und ins Emotionale. Und so ist Secret Love nach dem ersten Hören kein lärmender Neuanfang, sondern ein ruhiger, durchdacht wirkender Schritt nach vorn.
Ich behalte die Kapelle (hier im Interview) im Auge.