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Wandern, Punkrock und der ganze Rest

Das gute Fleisch

Es gibt Fleisch – und es gibt Fleisch, das für das kulinarische Erbe steht. Das Rote Höhenvieh gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Diese alte deutsche Rinderrasse war schon fast verschwunden und erlebt heute ein kleines Revival – sehr zur Freude von Feinschmeckern und Gourmetköchen.

Fast verschwunden – und wiederentdeckt

Das Rote Höhenvieh stammt aus den deutschen Mittelgebirgen (Harz, Rhön, Sauerland oder Thüringer Wald). Dort hat man es seit Jahrhunderten gehalten, weil es robust, wetterhart und vielseitig war. Mit dem Aufkommen der Hochleistungsrassen im 20. Jahrhundert geriet das Rote Höhenvieh ins Hintertreffen. Kühe, die mehr Milch gaben, oder Bullen, die schneller Fleisch ansetzten, waren wirtschaftlich einfach attraktiver. Das Ergebnis: Die Bestände schrumpften dramatisch, bis die Rasse beinahe verschwunden war. Heute gilt sie als gefährdet, wird aber von engagierten Züchter:innen und Förderprogrammen zum Glück wieder aufgebaut.

Warum man es lieben muss

Ein Schatz, den es zu bewahren gilt

Kurzum: Das Rote Höhenvieh zeigt, dass Landwirtschaft mehr sein kann als nur Höchstleistung und Ertrag. Diese Rasse erinnert daran, wie wichtig Vielfalt ist – auf der Weide, auf dem Teller und in den Landschaften. Und wer (wie meines Vaters Sohn) einmal ein Steak oder eine Bratwurst vom Roten Höhenvieh probiert hat, weiß, dass sich das Bewahren richtig lohnt.

Womit wir dann endlich zum Thema kommen …

Der Franziskushof Leutwitz

Gute 50 Autominuten von Dresden entfernt findet sich ein kleiner Hof, der es sich (neben anderem) zum Ziel gesetzt hat, diese alte Nutztierrasse zu halten und somit ihren Fortbestand zu sichern. Der Franziskushof Leutwitz widmet sich nebenher noch den drolligen Coburger Fuchsschafen und einer Schar von Sachsenhühnern – neben dem Anbau von Kartoffeln und den Bio-Getreidearten Weizen, Roggen, Hafer und Emmer. Das scheint mir dann schon allerhand … Kurzer Rückblick: Vor guten vier Jahren haben sich zwei Handvoll Menschen aus Dresden in den Ort verliebt und beschlossen, den alten Hof zu übernehmen und die kleinbäuerliche ökologische Landwirtschaft weiterzuführen – nach ökologischen Richtlinien und dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft. Sprich die Tiere liefern den Dünger für den Boden und das Futtergetreide und Heu kommt vom eigenen Hof.

Verkauf ab Hof

So weit, so gut. Wir waren selbst schon einige Male vor Ort und haben das feine Fleisch für den heimischen Herd erstanden. Und sind des Lobes (ob der Qualität desselben) voll. Dem Vernehmen nach wurde nun auch in diesem Jahr geschlachtet und die Kühltruhen sind gut gefüllt. Also fasst euch ein Herz und gönnt euch einmal etwas Gutes, in dem ihr Gutes tut und den Hof in Leutwitz (Göda) ansteuert und etwas mit nach Hause nehmt – ich trommle dafür gerne (ja, dies ist kein sponsored Post).


Franziskushof Leutwitz e.V.

Leutwitz Nr. 1
02633 Göda

Verkauf ab Hof: Mo und Fr 17 - 19 Uhr und nach Vereinbarung

Alle wichtigen Infos und weitere Kontaktmöglichkeiten finden sich auf der Website der kleinen Hofgemeinschaft. Ich danke für die Aufmerksamkeit.

essen-trinken, kunterbunt, lausitz


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