Rappelsnut

Wandern, Punkrock und der ganze Rest

Das Auge isst nicht mit

Dunkelrestaurants sind populär – auch in Dresden findet sich mittlerweile eines. Der Besuch desselben hat uns schon lange gereizt und gestern war es dann endlich soweit (wir haben im Januar gebucht - die Reservierung ist ein Muss).

Das Konzept dieser Art von Erlebnisgastronomie ist so simpel wie effektiv: der Gastraum ist komplett verdunkelt. Du siehst also weder Tisch noch Stühle, keine anderen Gäste und gleich gar nicht, was dir auf dem Teller präsentiert wird. Die Gäste werden von speziell geschultem Personal platziert und bedient - es handelt sich hier meist um blinde oder stark sehbehinderte Menschen. Primär geht es natürlich darum, die Speisen und Getränke bei kompletter Dunkelheit deutlich bewusster wahrzunehmen.

Im Dresdner Dunkelrestaurant, dem "Sinneswandel", werden die abendlichen Gäste freundlich willkommen geheißen. In der Lounge-Bar wird zunächst ein Aperitif gereicht - verbunden mit einer kurzen Erläuterung der folgenden zwei Stunden. Die Karte bietet vier Menus (drei oder vier Gänge, Preis: 34,90 oder 39,90 EUR), neben Fisch und Rind wird auch fleischlose Kost und ein Überraschungs-Menu serviert, welches ich im Nachhinein als eine gute Wahl empfehlen kann. Anschließend werden die Gäste über eine Lichtschleuse in den wirklich stockfinsteren (!) Gastraum geführt. Man sieht tatsächlich die Hand vor Augen nicht, ist nun komplett auf das Gehör und seinen Tastsinn angewiesen …

So weit, so gut, mehr möchte ich nicht verraten. Es soll ja spannend bleiben.

Nur soviel noch:

Im Fazit denke ich, dass ein einmaliger Besuch im Dunkelrestaurant ausreichend ist – ich möchte auf den Augenschmaus nicht verzichten. Dieser eine, erfahrungsreiche Besuch sei hiermit jedoch wärmstens empfohlen.

essen-trinken, lokales


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