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Rappelsnut ist ein reich bebildertes Tagebuch im Netz. Der Autor lebt in Pirna, einer kleinen, alten Stadt an der Elbe und schreibt hier über dieses und jenes, was den Alltag versüßt oder über den Tag hinaus erwähnenswert scheint. Wer mitliest, ist willkommen und eingeladen, die Dinge freundlich zu diskutieren.
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Zwei Stunden für den Sattelberg

Von Rappel 30. August 2015 2 Kommentare 2 Min Lesezeit

Der Sattelberg (Špičák) ist ein 723 Meter hoher Berg im östlichsten Erzgebirge in Nordböhmen (Tschechien) unweit der Grenze zu Deutschland. Von seinem Gipfel bietet sich eine umfassende Rundumsicht auf das Osterzgebirge und das Elbsandsteingebirge. Um ihn von Oelsen zu erlaufen braucht es höchstens eine Stunde – mit ihren maximal zwei Stunden ist diese Wanderung also ein klarer Kandidat für die Rubrik Rund um Pirna oder was eben schnell mal so am Nachmittag geht.

Am Ortsausgang von Oelsen findet sich ein kleiner Wanderparkplatz, an dem das Kraftfahrzeug gebührenfrei abgestellt werden kann. Dann geht es schon aus dem Ort hinaus und hinauf auf die Höhe. Der Wanderweg ist grün-weiss markiert und führt über die Oelsener Höhe hinüber zu den Sattelbergwiesen am Fuße des erwähnten Berges. Nach der Querung eines kleinen Waldstückes (in welchem auch die Landesgrenze passiert wird) läuft man über eine weite Wiese und steigt dann am reich bewaldeten Hang des Sattelberges hinauf.

Der Weg zum Gipfel ist ausgewiesen – allerdings braucht es etwas Aufmerksamkeit, die Wegzeichen zu erkennen. Alsbald steht man dann auf der Bergspitze, welche neuerdings wieder durch das rekonstruierte Steinkreuz markiert wird. Basaltsäulen und Blockhalden lösen hier den dichten Wald ab. Den Ausblick dominiert (neben dem Kamm des Osterzgebirges) leider Gottes die Bundesautobahn 17 – schrecklich anzuschauen und auch nicht zu überhören.

Für den Rückweg wählten wir heute die gleiche Strecke, um noch einmal reichlich Sonne in den Bergwiesen zu tanken. Leider ist es so, dass diese hier ehemals sehr artenreichen Bergwiesen viele Jahre schon brachliegen und infolge fehlender Pflege von fortschreitender Verfilzung und Verbuschung gezeichnet sind. Wer also üppige Bestände seltener Kräuter und eine Vielzahl schwirrender Insekten erhofft wird arg enttäuscht sein … Trotzdem die einst durch das Waldsterben bedingten schweren Schäden heute kaum noch sichtbar sind liegt über der vom Autobahnbau und sterbenden Bergwiesen gezeichneten Landschaft ein Hauch von Endzeitstimmung, dessen deprimierender Wirkung sich der mensch kaum entziehen kann.

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Guten Tag. Das bin ich und dies ist mein Weblog. Ich schreibe hier über das, was schön war. Oder immer noch schön ist. Zumeist jedenfalls. Wer mitliest, ist willkommen und eingeladen, die Dinge freundlich zu diskutieren.

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2 Kommentare
  1. derbaum sagt:

    dann will ich dort gar nicht hin – depressiv bin ich so schon genug… ;-)

    1. Rappel sagt:

      Tjaaa … Ich habe es hier noch notiert, werde aber wohl kaum noch einmal dort vorbeischauen.

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