Ein goldener Oktobermontag

Die neuen Wanderschuhe einlaufen. Ausschreiten, durchatmen und Landluft schnuppern. Übers Land schauen. Die Sonne im Gesicht. Und somit doch noch an diesem Goldenen Oktober-Wochenende teilhaben. Weil eure Wochenenden nicht die meinen sind. Zumeist jedenfalls. Was auch Vorteile hat.

Von Rosenthal zum Lampertsstein

Drei Wochen nur Pendeln zwischen Kleinstadt mit Koje und Großstadt mit Job, dazu keine Zeit für gar nichts. Ein paar Stunden in der Natur waren überfällig – höchste Zeit also, unsere Schritte Richtung Elbsandstein zu lenken. Nach Möglichkeit dahin, wo sonst kaum jemand ist. Und sei es nur für ein paar Stunden.

Sieben Tage auf dem Lechweg

Wir hatten noch eine Woche Resturlaub und entschieden uns kurzfristig dazu, diese in den Alpen zu verbringen und dort ein gutes Stück dem Lechweg zu folgen.

Zur Erläuterung: Der Lechweg ist ein mittelschwerer Weitwanderweg, der auf rund 125 Kilometer Länge durch verschiedene Regionen führt. Er startet an der Quelle des Lech – nahe des Formarinsees im österreichischen Bundesland Vorarlberg – und endet am Lechfall in Füssen im Allgäu. Dabei führt er durch eine der letzten Wildflusslandschaften Europas. Die Länge der Etappen bestimmt man selbst – man kann ihn in sechs bis acht Tagen schaffen, je nach Lust und Laune, natürlich abhängig von der individuellen Kondition. Der Weg bietet sowohl leichte Wanderabschnitte als auch anspruchsvolle Bergwege, bei denen allerhand Höhenmeter zusammenkommen.

Unsere Zeit war ein wenig knapp bemessen, so dass wir uns für sieben Tagesetappen entschieden. Von vornherein klammerten wir dabei die letze Etappe (von Pflach nach Füssen) aus, sie wird bei Gelegenheit nachgeholt. Wir planten die Touren genau und buchten die Quartiere vorneweg, um vor Ort ganz und gar die entspannte Wanderlust zu pflegen.

Ich habe mir jeden Tag ein paar Notizen gemacht – sie folgen mit einigen Schnappschüssen anbei.


Sonnabend, 09. September

14.00 Uhr Ankunft in Lech am Arlberg (1.444 m). Ganze 8,5 Stunden Fahrt lagen hinter uns, davon haben wir knapp 1,5 Stunden im Stau verbracht (vor und hinter dem Grenztunnel Füssen). Unser Quartier war schön am Ortsrand gelegen, und trotz Dauerregen bei miesepetrigen 10°C spazierten wir durch den Ort, schauten uns um und machten noch einige Besorgungen. Nach einem kräftigen Abendessen ging es dann zeitig zur Ruh …


Sonntag, 10. September

1. Etappe: Formalinsee – Lech

Wir fuhren mit dem Bus (17 Euro incl. Maut je Nase) hinauf zum Formalinsee (1.793 m) und liefen an diesem hinauf bis zur Freiburger Hütte (1.931 m). Und staunten nicht schlecht ob des dortigen Schneefalls, der später in einen leichten Schneeregen überging. Immerhin war die Landschaft dort oben weiss gepudert – dieser Effekt verringerte sich natürlich mit jedem Schritt Richtung Tal. Aber gut, das Panorama war allemal überraschend und sowieso sehenswert. Und der erste Schnee schon Mitte September – das war für uns schon etwas Besonderes.

Wir liefen zunächst am Formarinbach, später am jungen Lech ins Tal hinab. Der gelegentlich über Stege und Brücken führende Weg war – ob der Nässe und der trotz des Wetters zahlreichen Wanderer – besonders im oberen Teil nicht leicht zu gehen. Viel Schlamm, viel Wasser. Immerhin ließ der Regen im Laufe des Tages nach, und als wir im Wirtshaus Älpele zu einer kurzen Rast einkehrten, schien gar die Sonne. Letzthin wurde der Weg besser und nach sechs Stunden und 18 Kilometern in zauberhafter Landschaft kamen wir wieder in Lech an.


Montag, 11. September

2. Etappe: Lech am Arlberg – Stubenbach – Kuhschwab – Warth – Gehren

Nach dem Frühstück stellten wir das Auto im Parkhaus im Anger in Lech ab (die Preise sind für Streckenwanderer gemacht – mal eben fünf Euro werden für bis zu 14 Tage fällig). Dann ging es weiter auf dem Lechweg. Wiederum in einer sehr reizvollen Landschaft und mit viel Auf und Ab. Die Vermutung, den Lechweg talwärts zu beschreiten sei eine bequeme Sache, ist falsch: täglich kommen viele Höhenmeter zusammen, da der Weg oftmals hoch oben am Hang verläuft, die Seite wechselt, hinunter zum Fluss führt und dann wieder hinauf.

Ein kleines Ungemach widerfuhr mir beim Abstieg auf einer pitschnassen Bergwiese: der mensch rutschte aus und lag der Länge nach im Schlamm. Nicht weiter schlimm – nur der Verlust eines Trekkingstocks, der bei der Aktion wie ein Streichholz zerbrach, schmerzte ein wenig. Fortan trat ich also mit nur einem Stock auf, dazu Bart und lange Regenkutte …

Mit dem am Nachmittag einsetzenden Regen langten wir nach sechs Stunden, 13,5 km und vielen Höhenmetern in unserem Quartier in Gehren an. Dabei interessant: Da es in der Siedlung keine Wirtschaft mehr gibt, kann man sich per kostenfreiem Wirtshaus-Taxi hinauf nach Warth zum Abendessen chauffieren lassen. Das passte soweit.


Dienstag, 12. September

3. Etappe: Gehren – Lechleiten – Steeg – Holzgau – Schönau

Wir starteten am Morgen in strömendem Regen. Finster war es, und kalt dazu. Von Lechleiten führte zunächst ein bildschöner Panoramaweg (kaum Sicht, viele Wolken – siehe Foto) am Hang entlang, später folgten endlose Serpentinen nach Steeg hinunter. Dort gönnten wir uns eine kurze Rast auf der Terrasse der Naturkäserei Sojer. Ein herzhafter Imbiss, dann schnell weiter, denn tatsächlich kam kurz die Sonne heraus. Später, dann schon in Holzgau, ein Bohnenkaffee am Markt. Neuerlicher Regen begleitete uns bis Schönau, wo wir ein einfaches Zimmer unter dem Dach bezogen. Abendessen gab es im Schönauer Hof, und es war vorzüglich.

20 Kilometer sind wir gelaufen, in sieben Stunden. Entsprechend zeitig lagen wir – mit runden Füßen – in der Koje.


Mittwoch, 13. September

4. Etappe: Holzgau – Höhenbachtal – Schigge – Stockach – Bach – Elbigenalp

Nach gutem Frühstück liefen wir zunächst nach Holzgau zurück, um an der Hängebrücke über die Höhenbachschlucht wieder auf den Lechweg zu kommen. Diese ist beeindruckende 200,5 Meter lang und 110 Meter hoch, schwingt ordentlich beim Überqueren und ist im Ganzen ein imposantes Bauwerk. Am schönsten wirkte es im Rückblick, als ich auf der anderen Seite zum Durchatmen kam. Nun gut … Ein sehr schöner, aber anspruchsvoller Bergweg führt dann weiter nach Bach.

Habe ich schon erwähnt, dass es tatsächlich einmal nicht regnete?

Nach einem ordentlichen Anstieg fanden wir uns zum Mittag an der Talstation der Jöchelspitzbahn wieder, und kurzentschlossen gönnten wir uns die Auszeit und fuhren hinauf auf die Jöchelspitze. Ohne Rucksack (12 kg incl. Wasser) ist es doch auch einmal schön. Oben wehte allerdings ein eisiger Wind, und nach exakt fünf Minuten begann es zu regnen … Es war ein Elend. Also verkrümelten wir uns nach kurzem Rundumblick in der Bergbaude, gönnten uns ein isotonisches Getränk mit Blume und fuhren wieder hinab zu unseren Rucksäcken, die ein freundlicher Mitarbeiter der Bergbahn derweil im Trockenen platziert hatte.

Der Lechweg führte dann ohne Höhenunterschied direkt am Fluss bis nach Elbigenalp. Wir bogen ab in den Ort und fanden nach 14,5 km eine gemütliche Unterkunft vor. Zum Abend dann das bemerkenswert gute Schnitzel im Schwarzen Adler.


Donnerstag, 14. September

5. Etappe: Elbigenalp – Häselgehr – Elmen – Vorderhornbach – Stanzach

Sonnenschein und Himmelblau – wir konnten tatsächlich im T-Shirt gehen. Bis Häselgehr verläuft der Weg bequem am Lech, dann folgen diverse Höhenmeter und der Pfad führt weit oben entlang am steil abfallenden Hang. Ein attraktiver, aber kräftezehrender Bergweg mit tollen Panoramen. Mittags zog sich der Himmel zu, ein kalter Sturmwind kam auf und es währte nicht lange, bis wir einmal mehr im strömenden Regen wanderten.

In Vorderhornbach eine kurze Einkehr, Apfelstrudel und Bohnenkaffee, rabenschwarz. Dazu der wohlige Wärme verbreitende Kachelofen und die Geburtstagsfeier einer (geschätzt) 100jährigen Dame. Am späten Nachmittag wiederum ein gemütliches Zimmer mit freundlicher Gastgeberin und am Abend (nach 21 km) die Einkehr in das Wirtshaus vor Ort. Der Saal war voll mit Wanderern und wir trafen auf so manches Pärchen, dass wie wir auch dem Fluss in dieser Woche folgte. Diese unverhofften Wiedersehen ergaben sich im Übrigen beinahe jeden Tag – der Lechweg ist sehr populär.


Freitag, 15. September

6. Etappe: Stanzach – Forchach – Weißenbach – Höfen – Wängle

Nach gutem Frühstück bei kühlen 3°C losgelaufen. Erst einmal wieder am Fluss entlang der sehenswerten Schotterbänke, nächster Höhepunkt war dann die Forchacher Hängebrücke. Diese wurde im Jahr 1906 erbaut und ist etwa 75 Meter lang. Von der Brücke hat man einen tollen Blick auf den wilden Lech und überhaupt: Sie schwebte nur wenige Meter über dem Fluss und gefiel mir daher ausgesprochen gut.

Dann dicht bewaldete Flusslandschaft bis Weißenbach, hier schägt der Lechweg einen Bogen um das sich weit öffnende, herzallerliebst anzuschauende Tal. Bis Höfen war es noch ein angenehmes Gehen – mit der Rückkehr an den Fluss wurde es jedoch erstmalig unschön: Der Weg verlief nun viele Kilometer und schnurgerade am Lech, streckenweise ist die Landschaft auch eine Großbaustelle. Die Alternative zu dieser endlosen Schotterpiste ist der Weg über den Klausenwald, man kommt so hinauf zur Ruine Ehrenberg, der highline179 und der Festung Schlosskopf. Wir sind diese leider nicht gegangen, empfehlen sie im Nachhinein aber unbedingt für diese im zweiten Teil doch sehr öde Etappe.

Am Ende waren es wieder 21 Kilometer Weg, als wir im Gasthof Kröll in Wängle anlangten. Aber immerhin: Am Tag fiel nicht ein einziger Regentropfen!


Sonnabend, 16. September

7. Etappe: Wängle – Costarieskapelle – Frauensee – Reutte

Am Morgen tiefe, graue Wolken und neuerlicher, anhaltend strömender Regen. Wir waren schnell wieder auf dem Lechweg und folgten dem steilen Aufstieg zur Costarieskapelle. Von dort eröffnet sich ein wunderbarer Panoramablick auf den Talkessel von Reutte – es sei denn, dieser hängt voller Wolken. Wir hatten daher nur wenig Sicht und stiegen im pitschnassen Busch wieder hinab zum schön gelegenen Frauensee.

Der Weg führte weiter ins Tal hinab und nachdem wir die Fußgängerbrücke über den Lech passiert haben, verließen wir den Lechweg. Das war von vornherein so geplant, die letzte Etappe von Pflach nach Füssen holen wir irgendwann einmal nach. Wir liefen also ins Ortszentrum von Reutte und warteten auf den Bus, der tatsächlich schon nach zehn Minuten kam und uns in gut 1,5 Stunden das Lechtal hinauf und zurück nach Lech am Arlberg brachte. Sie erinnern sich – dort wartete im Parkhaus das Automobil auf uns. Nach kurzem Aufenthalt in Lech fuhren wir über den Flexenpass hinüber ins Klostertal, wo wir die letzte Nacht in den Alpen verbrachten.


Sonntag, 17. September

Ausklang und Heimfahrt

Nach einem morgendlichen Schwatz mit unserer Wirtin im Klostertal galt es die Heimfahrt anzutreten. Wir gönnten uns jedoch noch einen Stopp bei Reutte – die highline179, eine weitere, imposante Fußgänger-Hängebrücke, interessierte uns dann doch gewaltig. Also noch einmal Puls und Adrenalinschub, und man brauchte ein Ticket, acht Euro waren das wohl.

Dann waren wir wieder auf der Autobahn, und nach knapp sieben Stunden Fahrt standen wir wieder vor dem Baumhaus in Dresden und wurden herzallerliebst empfangen (die Katze!).


Resümee

Wir haben eine Woche auf dem Lechweg verbracht, sind in sieben Tagesetappen insgesamt 118 Kilometer gewandert. Trotz überwiegendem Schietwetter war es eine sehr schöne Wanderung. Wir haben uns bewusst nicht für einen Höhenweg entschieden, wollten statt dessen auch die Leute und Orte im Tal kennenlernen und das hat auch so geklappt. Tolle Wege, tolle Blicke und wunderschöne Alpenlandschaft im Ganzen.

Der Lechweg ist überall gut ausgebaut und umfassend beschildert – eine Karte ist nicht zwingend notwendig. Quartiere gibt es reichlich, allerdings sollte man vorher buchen, denn der Weg ist extrem populär und wird von vielen Menschen in beide Richtungen begangen. Auch wichtig: Bei Bedarf gibt es die Möglichkeit, den schweren Rucksack von Ort zu Ort transportieren zu lassen – wir haben das jedoch selbst gemacht.

Im Fazit kommen wir gerne und ganz gewiß wieder.

Waitzdorfer Höhe und Thümmelgrotte

Der letzte Urlaubstag war ein Wandertag. Bei besten Wetterbedingungen lief der mensch eine schöne Runde zwischen Waitzdorf und Hohnstein. Startpunkt war der Parkplatz in Waitzdorf – von dem ist es nur ein Katzensprung zu den knuffigen Galloways und den Weiden am Waitzdorfer Berg.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Leider waren die Rinder nicht zu einer spontanen Session aufgelegt, sie blieben auf Distanz und beobachteten mich gelangweilt argwöhnisch. Was solls – der mensch kann sich auch an einer üppigen Bergwiese ohne Protagonisten erfreuen. Außer mir war dort oben zu früher Stunde ohnehin niemand zu sehen.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Nach der bemerkenswerten Aussicht von der Höhe ging es weiter Richtung Grundmühle. Hier ließ ich mich von einem verwirrenden Wegweiser in die Irre leiten und lief zunächst den Leichenweg in falscher Richtung, kam dann aber doch – mit einem eigentlich unnötigen Schlenker zur Straße – an der Grundmühle an (siehe Route weiter unten).

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Hinter dem Hauptgebäude der Mühle führt nun ein unscheinbarer Weg in den Wald. Er bringt mich aus dem Tiefen Grund heraus auf die Höhe – zuerst noch im Busch, später durch Wiesen und Weiden bis ich am Ortsrand von Hohnstein auf den alten Bahndamm treffe.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Von diesem ist nicht mehr viel zu sehen – bis auf das Viadukt, das oberhalb des Hohnsteiner Bades steht und über welches der Wanderweg auch führt. Der mündet in eine Straße, und alsbald finde ich mich (linker Hand das alte Bahnhofsgebäude) auf der gestern vormittag nur wenig frequentierten Flaniermeile zum Brand wieder. Nun galt es hurtig auszuschreiten und Strecke zu machen, um dann in der Brand-Baude ein wenig zu verweilen.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Nach dem Bier und der Aussicht galt es dort, der Geschichte um die Thümmelgrotte nachzugehen. Ebenso wie der Autor jener Zeilen war mir dieselbe gänzlich unbekannt, zumal ich ebenso schon etliche Male an der Brandbaude war. Kurzum: Des Rätsels Lösung findet sich linksseits der Baude – ein unscheinbarer Weg führt über eine steinerne Brücke zur Thümmelgrotte und der vergleichsweise ruhigen Aussicht anbei.

Thümmelgrotte

Letztlich handelt es sich um eine kleine, künstliche Grotte, in welcher ein kaum lesbarer Vers des Namensgebers Moritz August von Thümmel (1738-1817) zu finden ist (siehe Verweis oben). Nun ja, das ist jetzt alles nicht weltbewegend – aber schön zu wissen.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Nach einem kurzen Hallo bei den Brand-Bauden-Ziegen und einem Abstecher zur Hafersäcke-Aussicht wurde es zum Schluss dann sportlich. Die Brandstufen hinunter, im Grund auf der Straße bis zur Sense hinauf und dann die Waitzdorfer Stufen in einem Ritt nehmen – das war schon eine ordentliche Bergwertung. Gut zu wissen: Oben in Waitzdorf findet sich schnell eine lauschig gelegene Sitzbank zur Rehabilitation.

Von dieser braucht es keine fünf Minuten bis zum Ausgangspunkt der Wanderung – so man die (bis dato immer lohnende!) Einkehr in die Waitzdorfer Schänke verweigert.


Fazit: eine kurzweilige, gemütliche Runde mit ordentlicher Einkehr und schönen Aussichten. An den Brandstufen und dem Aufstieg nach Waitzdorf wird es sportlich.

Wegstrecke: knappe elf Kilometer.

Zeitdauer: gute zwei Stunden (reine Gehzeit).

Empfohlene Einkehr: Brand-Baude oder Waitzdorfer Schänke.

Karte: Rolf Böhm: “Brand Hohnstein”

Web: Thümmelgrotte – nach dieser schönen Vorlage bin ich im Groben gelaufen.


Zum Nachweis und für diejenigen, die es ganz genau wissen möchten: Ich habe die Runde aufgezeichnet.

Über den Hirschgrund zur Bastei

Nach der etwas einseitigen Belastung am Wochenende (ein neuer Oberkörper – wie dazumal Gerd Bonk!) galt es sich heute ein wenig die Beine zu vertreten. Wir wissen: Der heimische Elbsandstein liegt nahebei und ist dazu bestens geeignet. Und es gibt diese Liste der noch nicht gegangenen Wege: Der Hirschgrund, ein alternativer Zugang zur Bastei, stach mir schon lange ins Auge. Gesagt, getan.

Über den Hirschgrund zur Bastei

Von Rathewalde lief ich via Amselfall und Amselsee nach Rathen hinunter. Gibt es den Bootsscheinautomaten am Amselsee schon länger? Er fiel mir heute das erste Mal auf, neben dem überschaubaren Gewimmel von Booten auf dem See. Überhaupt: Am Montagvormittag war in Rathen noch nicht viel Betrieb, der mensch konnte die obligatorische Fischsemmel beim “Hermann” also in Ruhe genießen. Dazu einen Radler und der Blick auf die Karte, um den Einstieg in den Haldenweg nicht zu verpassen.

Über den Hirschgrund zur Bastei

Über den Hirschgrund zur Bastei

Dieser verläuft – mit wenig Auf und Ab – oberhalb des Elberadweges. Man läuft an der Kurt-Heinicke-Hütte vorbei bis beinahe zur nächstfolgenden Hütte am Hang. Einige Meter vor dieser ist ein Kletterzugang (schwarzes Dreieck) ausgewiesen – dieser führt direkt in den Hirschgrund. Es geht zuerst steil hinauf, dann folgt ein nur mäßig ansteigendes Stück Weg. Zeit zum Verschnaufen, denn nun folgt der zweite, sportliche Teil des Aufstiegs im Hirschgrund. Der Pfad wird schmal, ist aber nicht zu verfehlen. Und immer wenn er vermeintlich endet, offenbart sich der weitere Aufstieg. Einige Male muss man die Hände zu Hilfe nehmen, die Griffe sind jedoch bequem und für jedermann zu erreichen. Nach dem letzten steilen Stück erreicht man schließlich die hölzerne Absperrung des Fremdenweges und steht 50 Schritte darauf mitten im Mekka des sächsischen Massentourismus – der Bastei.

Über den Hirschgrund zur Bastei

Dessen muss man sich zuvor klar sein, um jetzt nicht einem Kulturschock zu erliegen. Reisegruppen, Pferdewagen und der Leierkastenmann – das mutet schon etwas seltsam an nach dem Aufenthalt im einsamen und schönen Grund. Ich habe ein wenig verschnauft (die Hitze!) und dann doch noch einen Blick auf die (nun wohl doch für immer?) gesperrte Basteiaussicht geworfen.

Der Rückweg nach Rathewalde (gelber Strich, ca. 30 Minuten) war dann ein angenehmer Waldspaziergang.


Fazit: der Aufstieg im Hirschgrund ist steil, anstrengend und bei Nässe nicht zu empfehlen, der An- und Abmarsch eher lockeres Auslaufen.

Wegstrecke: gute zehn Kilometer.

Zeitdauer: zwei Stunden (reine Gehzeit).

Empfohlene Einkehr: “Zum Hermann” in Rathen.

Karte: Rolf Böhm: “Die Bastei”

Web: Stille Gründe und Massentourismus – nach dieser schönen Vorlage bin ich die Runde gelaufen.


Zum Nachweis und für diejenigen, die es ganz genau wissen möchten: Ich habe die Runde aufgezeichnet.

It’s summertime

Keine große Wanderung, eher ein Spaziergang nahebei. Der Cottaer Busch und das Bahretal. Nette Waldwege, kleine Felsgruppen und vor allem viel offenes Gelände. Die Felsenbrücken, der Steinerne Pilz und die Gerstorfer Ruine. Dazu herzallerliebste Feldwege, hunderte Jahre alt und mit schönen Feldhainen, beinahe so wie früher.

It's summertime

It's summertime

It's summertime

It's summertime

It's summertime

It's summertime

It's summertime

It's summertime

It's summertime

It's summertime

It's summertime

It's summertime

It's summertime

It's summertime

Die Dörfer haben wir gemieden, die einsame Landschaft genossen. Gepflegter Müßiggang auch. Ein Sommertag, wie er im Buche steht …

Und ein Making-of gibt es auch.


Wer es ganz genau wissen möchte: Ich habe die Runde aufgezeichnet. Wegen der Statistik und so, Sie wissen schon.

Der Felsenpfad von Khaa und die Hügel drumherum

Soll heißen: Unsere sonntägliche Wanderung führte uns gestern ins Böhmische. Über den Felsenpfad von Khaa wanderten wir in die Hügel um Steinhübel, Schönbüchel und Schnauhübel. Eine Stunde Anfahrt (von Pirna) braucht das schon, aber es lohnt allemal. Die Landschaft ist reizvoll, die Orte sind klein und die Wege meist einsam.

Wunderschöne Bergwiesen, dichte Wälder und sanftes, offenes Hügelland prägen das Land. Gestartet sind wir im Dorf Kyjof (Khaa), am Oberlauf der Kirnitzsch. Dort findet sich, nahe der Bushaltestelle, ein kleiner Parkplatz. Wir liefen ein Stück in das Khaatal hinein und folgten dem Bach. Nach dem Abstecher zur Schatzkammer ging es dann auf den besagten Felsenpfad, der im steten Auf und Ab mit interessanten Kraxeleinlagen punkten kann. Über das Schiff und die Enge Stiege haben wir schnell die Höhe erreicht. An und über mitunter bizarre Felsgruppen ging es sportlich weiter, bis wir zum Ende des Pfades am alten Waldfriedhof von Khaa herauskamen. Der Pfad ist gut mit Kindern zu begehen – besonders Familien sind dort gerne unterwegs.

Wir kamen heraus aus dem Wald und wandten uns der offenen Hügellandschaft zu. Es galt drei Ortschaften zu erlaufen: Steinhübel, Schönbüchel und Schnauhübel. Erstere weiß mit hübschen Umgebindehäusern zu gefallen, die zweite ist zwar mondän anzuschauen, jedoch zumeist dem Verfall überlassen. Zahlreiche alte Fabrikgebäude und Fabrikantenvillen prägen das Ortsbild – viele von ihnen wurden seit 1945 nur noch als Lagerraum genutzt. Den industriellen Höhepunkt hat die Gegend, die einst von der Textilindustrie beherrscht wurde, lange hinter sich. Schnauhübel ist dann wieder etwas hübscher, insbesondere das Ensemble von Barockkirche und Friedhof ist ganz nett.

Erst Sandstein, dann Granit

Erst Sandstein, dann Granit

Erst Sandstein, dann Granit

Über den Kirchsteig und via Schimmelsee ist man dann schnell wieder am Ausgangsort der Wanderung.


Fazit: Im Ganzen eine kurzweilige und gefällige Runde in wunderschöner Landschaft.

Wegstrecke: knappe elf Kilometer.

Zeitdauer: knappe zweieinhalb Stunden (reine Gehzeit).

Mögliche Einkehr: zwei Gaststätten in Khaa.

Literatur: diese Runde findet sich so im Wander- und Naturführer “Böhmische Schweiz” vom Berg- & Naturverlag Rölke.


Wer es ganz genau wissen möchte: Ich habe die Runde aufgezeichnet. Wegen der Statistik und so, Sie wissen schon.