Twitterrific 5 for Twitter

Twitterrific, der einst schönste und beste Twitter-Client für den Mac, ist auferstanden. Wir erinnern uns: Mittels einer Crowdfunding-Kampagne sollten mindestens 75.000 US-Dollar gesammelt werden, um die Entwicklung einer neuen Twitterrific-Version für den Mac sicherzustellen. Das Kickstarter-Projekt war letztlich mit fast 110.000 US-Dollar erfolgreich – die Iconfactory hat ihr Versprechen nun also wahr gemacht und den einst so populären Twitter-Client in einer komplett neuen Fassung veröffentlicht.

Twitter-Alternative Mastodon?

Mastodon ist eine dezentrale Open-Source-Alternative zu Twitter und wird gerade als neue Sau durch das Tech-Dorf getrieben. Das Netzwerk ist bereits ein halbes Jahr alt, erlebt aber erst jetzt einen Aufschwung und wird allerorten mit reichlich Vorschusslorbeeren bedacht. Ob der Hype allerdings gerechtfertigt und Mastodon tatsächlich die lang erwartete Alternative ist? Ich hoffe das Beste, erinnere aber auch an App.net, Path oder Ello und bin daher ein wenig skeptisch.

Was für Mastodon spricht: Es ist ein dezentrales Netzwerk. Streng genommen kann jeder seine eigene Mastodon-Instanz betreiben und Freunde einladen. Pro Post sind 500 Zeichen erlaubt und es gibt individuelle Privatsphäre-Einstellungen. Das hat Twitter beileibe nicht zu bieten. Ansonsten gibt es die bekannten Funktionen: Nutzer können einander folgen und Status-Updates veröffentlichen. Was bei Twitter die “Tweets” sind, sind bei Mastodon die “Toots”. In der deutschen Übersetzung hat man sich schlicht für „Tröt“ entschieden. Auch schön: Mastodon ist nicht auf Monetarisierung ausgerichtet, also folglich werbefrei. Und was dazu erwähnt werden muss: Rassisten und Nazis bleiben außen vor und werden explizit von der Plattform verbannt – Applaus dafür! Erste Apps für iOS und Android sind auch schon am Start.

Schauen wir einfach einmal, was die Zukunft bringt. Ich bin gespannt.

(Bild: mastodon.social)

Twitterrific for Mac: Project Phoenix

Thema Twitterrific für den Mac – ihr erinnert euch? Die dazumal lobenswerte Anwendung hat inzwischen satte zehn Jahre auf dem Buckel. Regelmäßige Updates erschienen bis 2013 – dann war Schicht im Schacht. Die letzte Version lässt sich mit dem aktuellen Betriebssystem nicht stabil nutzen und bietet leider keine Unterstützung für neue Twitter-Funktionen …

Doch nun soll die Anwendung unter dem Codenamen “Phoenix” einen kompletten Neustart erfahren. Dafür gehen die Entwickler einen ungewöhnlichen Weg: mittels einer Crowdfunding-Kampagne sollen 75.000 US-Dollar gesammelt werden, um die Entwicklung einer neuen Twitterrific-Version für den Mac sicherzustellen. Wenn die Finanzierung steht (75.000 US-Dollar) soll der Client nicht auf den alten Code aufgesetzt werden – Twitterrific soll von Grund auf neu geschrieben werden. Mit 15 Dollar seid ihr im Boot, dafür gibt es die Vollversion (Aug. 2017). 30 Dollar kann man zahlen, wenn man an den Betas interessiert ist.

Im Wissen um das, was die Menschen von der Iconfactory über die Jahre so geleistet haben, ist das meines Erachtens eine gute Sache. Bis heute wurden bereits 69.416 $ gegeben, die Frist beträgt noch 12 Tage bis zum Ziel. Zur Kickstarter-Kampagne bitte hier entlang.


Symbolbild: Meg Kannan

Keine Zeit für Twitter

An dieser Feststellung hat sich nichts geändert und doch ist der mensch inzwischen seit knapp acht Jahren dabei geblieben – neben der anhaltenden Neugierde aus vielerlei Gründen.

Twitter wird heute zehn Jahre alt und ist für mich der einzige Dienst, den ich von Anbeginn und dauerhaft nutze (zumeist mobil). Mit seiner Nähe zu aktuellen Ereignissen, einer schnellen direkten Kommunikation zwischen den Usern sowie der kongenialen Beschränkung auf die berühmten 140 Zeichen ist Twitter für mich das Netzwerk Nummer eins und aus meiner kleinen Online-Welt nicht mehr wegzudenken. Alles andere ist vergleichsweise Schnullipups und keine einzige Träne wert …

Und so wünsche ich Happy Birthday und hoffe auf weitere zehn Jahre – vor allem ohne weitere Verschlimmbesserungen, wie etwa die unlängst heiß diskutierte mögliche Aufhebung des 140er-Limits oder die bereits (dem Himmel sei Dank letztlich als Option) umgesetzte Einführung eines höchst umstrittenen Algorithmus in der Timeline.

Anbei noch der aktuelle Verweis auf das Interview, dass Twitter-Deutschland-Chef Thomas de Buhr der WIRED gab: „Twitter bedient sehr deutsche Interessen“.