Ein Wochenende im Sommer

Ein Wochenende im Sommer. Weit draußen vor der Stadt. Der Fluss inmitten der Grünen Hölle. Früher wurden die Wiesen gemäht und frei gehalten, heute verbuscht das Tal zunehmend und wuchert zu.

Ein Sommerwochenende

Ein Sommerwochenende

Ein Sommerwochenende

Ein Sommerwochenende

Ein Sommerwochenende

Ein Sommerwochenende

Ein Sommerwochenende

Ein Sommerwochenende

Ein Sommerwochenende

Ein Sommerwochenende

Ein Sommerwochenende

Ein Sommerwochenende

Der Hof. Eine Handvoll Menschen. Tiere. Lustige Wollschweine, die Pferde und die Hunde. Dazu die Laufenten in all ihrer Komik. Nachmittags der Wald und die Heidelbeeren. Heidelbeeren für jedermann, en masse und hoch gewachsen. Man muss sich kaum bücken, und so hoch kackt auch kein Fuchs.

Abends Forellen auf dem Rost. Die elegante Bitternote. Knarrende Dielen. Das Rauschen des Flusses in der Nacht. Nieselregen. Am Morgen dann das Tal im Nebel.

Zwei Tassen Kaffee für den Start in den Tag.

Auf dem Steinbruchpfad

Der Wehlener Steinbruchpfad. Wieder mal. Aber: er ist nicht allzu lang und in der Nähe. Das letzte Mal Elbhang ist ja auch schon ein Weilchen her. Und der rechte Fuß immer noch lädiert – Folge einer 17 km Barfußwanderung auf Bornholm. Da geht nicht viel. Insofern passt das doch ganz gut zusammen.

Auf dem Steinbruchpfad

Also los. Ich schwinge mich aufs Rad, nehme die Fähre nach Copitz. Das mache ich immer so, denn die VVO zählt ihre Fahrgäste. Dann den Elberadweg bis zum Fährhaus Zeichen. Dort das Rad anschließen und die Himmelsleiter (führt zum Dorf Wehlen) hinaufstürmen.

Auf dem Steinbruchpfad

Ziemlich weit oben geht rechts ein Pfad in den Wald – das ist der Steinbruchpfad. Er verläuft zunächst in leichtem Auf und Ab am Hang. Man achte auf das Wegzeichen – es findet sich an Bäumen und Felsen. Schon bald stoße ich auf erste Überbleibsel der alten Steinbrecher: die Bremsbergwinde und vergessene Mühlsteinrohlinge.

Auf dem Steinbruchpfad

Im dichten Busch ab und an ein bebautes Grundstück. Die meisten scheinen bewohnt, wirken aber finster und wenig einladend. Wer hier lebt muss seine Gründe haben. Der Pfad wird schmaler, gelegentlich muss man sich den Weg durch Buschwerk bahnen. Umgefallene Bäume werden nicht beräumt. Die Aussage der Anwohner ist eindeutig: wir wollen diesen Wanderpfad nicht. Ich laufe ihn trotzdem.

Auf dem Steinbruchpfad

Dann die alte Steinbruch-Schmiede von 1889. Das Grundstück gepflegt, das Haus bewohnt. Niemand hört mich, keiner sieht mich. Gut so.

Auf dem Steinbruchpfad

Nach dem Durchgang Bremsberg geht es am Hang hinauf. Uralte Stufen.

Auf dem Steinbruchpfad

Oben das Pol-Cassel-Haus. Oder das, was davon noch steht. In dem alten Steinbrecherhaus gaben sich einst Otto Dix, Edmund Kesting, Hans Christoph, Hans Oehme und der Dichter Joachim Ringelnatz die Klinke in die Hand.
Der Busch holt sich alles zurück.

Auf dem Steinbruchpfad

Eine Ruine am Weg. Es stehen nur noch anderthalb Wände.

Auf dem Steinbruchpfad

Der Wehlener Steinbruch wird bewirtschaftet, das Betreten ist verboten. Aber der Weg wird breiter und lichter.

Auf dem Steinbruchpfad

Mehrere Rastplätze. Sonne! Und endlich ein Blick aus dem Busch hinaus. Spuren von Vandalismus. Vollpfosten, überall auf dieser Welt.

Auf dem Steinbruchpfad

Jetzt immer wieder Gerätschaften von anno dazumal. Loren, Karren, einzelne Achsen. Dazu alle denkbaren Werkzeuge.

Auf dem Steinbruchpfad

Jemand hat eine Sammlung dieser Dinge zusammengetragen. Andreas Bartsch ist der Mann, der den Steinbruchpfad hegt und pflegt, und auch Führungen anbietet. Applaus dafür.

Auf dem Steinbruchpfad

Schrott ist wertvoll. Alles muss gesichert werden.

Auf dem Steinbruchpfad

Das ehemalige Werkleiterhaus des Schreckenbachschen Steinbruches. Hier lebte einst (wenn auch nur für eine kurze, aber glückliche Zeit) Elfriede Lohse-Wächtler.

Auf dem Steinbruchpfad

Es folgt die Schwedenhöhle, eine tektonische Klufthöhle. Ich bin nicht hinein, das ist mir zu gruselig. Aber: Obacht geben und kleine Kinder an die Hand nehmen, denn es gibt diverse Einsturzlöcher.

Auf dem Steinbruchpfad

An der Wilke-Aussicht endet der Steinbruchpfad.

Auf dem Steinbruchpfad

Ein schöner Blick zum Abschluss. Für den Rückweg hatte ich die Wahl: Elberadweg, Dorf Wehlen oder gleicher Weg? Ich entschied mich für letzteres, wollte einige Dinge nochmal in Augenschein nehmen.

Ab dem Fährhaus Zeichen dann wieder das Rad.


Fazit: ein Themenweg nur für kunsthistorisch und technisch Interessierte. Schöne Landschaften werden nicht bedient, da er zumeist im dichten, verlotterten Wald am Elbhang verläuft. Das muss man schon mögen.

Wegstrecke: hin und zurück 5,33 km.

Zeitdauer: eine knappe Stunde.

Empfohlene Einkehr: am Weg keine, mit Abstecher aber möglich in Dorf oder Stadt Wehlen.

Lese-Tipp: Auf den Spuren der Steinbrecher.


Ich versuche es mal wieder mit einer Outdoor-App zum Tracken und Aufzeichnen meiner Wanderungen (aktuell komoot).

Die Probleme sind dabei seit Jahren die gleichen: die fehlende Netzanbindung und der schwächelnde Akku. Aber gut, wir schauen mal, ob sich das jetzt bewährt.

Böhmensberg

Bangemachen gilt nicht – dachten wir uns heute und ignorierten den Wetterbericht. Der Böhmensberg wurde als Tagesziel benannt – der letzte Aufenthalt dort oben ist schon ein geraumes Weilchen her. In Summe mit den schnell dahinziehenden Wolkenfeldern und dem in voller Blüte stehenden Raps könnte das ein schönes Schauspiel werden – dachten wir uns. Und das wurde es dann auch, der Plan war gut und wir haben alles richtig gemacht.

Also fuhren wir hinüber nach Rathewalde und stellten das Automobil oberhalb am Bruno-Barthel-Weg ab, um auf diesem Wege sogleich auszuschreiten Richtung Basteistraße. Schon hier, oberhalb des Dorfes und zwischen den Feldern, hat man tolle Blicke auf das Bergland der Sächsischen Schweiz. Wir querten die Straße und liefen weiter im Wald, um alsbald rechter Hand auf den Forstmeisterweg abzubiegen. Dieser führte uns zur Landstraße zwischen Lohmen und Rathewalde, die wir ebenfalls überquerten. Vorbei an den Hutenteichen und über die anschließende, sehr schöne Wildwiese namens Huten ging es den Hutenweg hinauf, um schließlich den Wald zu verlassen und ins offene Gelände zu wechseln.

Ohne Titel

Nun ging es auf wunderschönem Feldweg (dem Hufenweg) direkt auf unser weithin sichtbares Ziel, den Böhmensberg, hinzu.

Böhmensberg

Der Berg, welcher mit seinen 307 Metern Höhe im Grunde ja nur der höchste Hügel im Umland ist, ist schnell erklommen und belohnt den sportlichen Wandersmann mit einem bonfortionösen Rundumblick auf das Stolpener Land mit der Burg im Zentrum.

Ohne Titel

Nach kurzer Pause ging es wieder hinunter und inmitten von Feldern und Wiesen weiter Richtung Hohburkersdorf, in welchem uns dann ein kurzer, garstiger Hagelschauer einholte. Wir hielten kurz inne, entschieden uns gegen eine Einkehr und spannten den Regenschirm auf. Zehn Minuten später schien schon wieder die Sonne, und wir folgten dem ausgewiesenen Aufstieg zum Hohburkersdorfer Rundblick, welcher den wohl schönsten Ausblick auf die Vordere und Hintere Sächsische Schweiz bietet, den die Landschaft vor Ort überhaupt aufzuweisen hat (wegen plötzlich wieder einsetzender Dunkelheit keine Fotos).

Hohburkersdorfer Rundblick

Aber egal, wir kommen wieder … Nun hieß es nur noch wieder hinunter nach Rathewalde zu laufen, um zum Ausgangsort zurückzugelangen. Im Fazit eine schöne Runde für jede Jahreszeit (nach dieser Empfehlung). Vorausgesetzt, die Sonne scheint so schön wie heute, um den ausgewiesenen Wohlfühlfaktoren an Landschaft, Licht und Farbe wirklich nahezukommen.


Wegstrecke: ca. 11,00 km

Zeitdauer: 2 Std. 45 Min.

Mögliche Einkehr: “Einkehr zur Rennstrecke” in Hohburkersdorf, “Rathewalder Mühle” in Rathewalde

Bergfried, Glockenstuhl und Hoppe

Weesenstein passt immer … Das Schloss erhebt sich majestätisch auf einem Felssporn über dem Müglitztal und ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Wir schauen einmal im Jahr vorbei – so auch am heutigen Sonntag. Der Anlass war ein besonderer, denn heute fand die letzte Turmführung in diesem Winter statt.

Zwei Stunden für den Sattelberg

Der Sattelberg (Špičák) ist ein 723 Meter hoher Berg im östlichsten Erzgebirge in Nordböhmen (Tschechien) unweit der Grenze zu Deutschland. Von seinem Gipfel bietet sich eine umfassende Rundumsicht auf das Osterzgebirge und das Elbsandsteingebirge. Um ihn von Oelsen zu erlaufen braucht es höchstens eine Stunde – mit ihren maximal zwei Stunden ist diese Wanderung also ein klarer Kandidat für die Rubrik Rund um Pirna oder was eben schnell mal so am Nachmittag geht.

Am Ortsausgang von Oelsen findet sich ein kleiner Wanderparkplatz, an dem das Kraftfahrzeug gebührenfrei abgestellt werden kann. Dann geht es schon aus dem Ort hinaus und hinauf auf die Höhe. Der Wanderweg ist grün-weiss markiert und führt über die Oelsener Höhe hinüber zu den Sattelbergwiesen am Fuße des erwähnten Berges. Nach der Querung eines kleinen Waldstückes (in welchem auch die Landesgrenze passiert wird) läuft man über eine weite Wiese und steigt dann am reich bewaldeten Hang des Sattelberges hinauf.

Der Weg zum Gipfel ist ausgewiesen – allerdings braucht es etwas Aufmerksamkeit, die Wegzeichen zu erkennen. Alsbald steht man dann auf der Bergspitze, welche neuerdings wieder durch das rekonstruierte Steinkreuz markiert wird. Basaltsäulen und Blockhalden lösen hier den dichten Wald ab. Den Ausblick dominiert (neben dem Kamm des Osterzgebirges) leider Gottes die Bundesautobahn 17 – schrecklich anzuschauen und auch nicht zu überhören.

Für den Rückweg wählten wir heute die gleiche Strecke, um noch einmal reichlich Sonne in den Bergwiesen zu tanken. Leider ist es so, dass diese hier ehemals sehr artenreichen Bergwiesen viele Jahre schon brachliegen und infolge fehlender Pflege von fortschreitender Verfilzung und Verbuschung gezeichnet sind. Wer also üppige Bestände seltener Kräuter und eine Vielzahl schwirrender Insekten erhofft wird arg enttäuscht sein … Trotzdem die einst durch das Waldsterben bedingten schweren Schäden heute kaum noch sichtbar sind liegt über der vom Autobahnbau und sterbenden Bergwiesen gezeichneten Landschaft ein Hauch von Endzeitstimmung, dessen deprimierender Wirkung sich der mensch kaum entziehen kann.

Noch einmal Thürmsdorf

Sie erinnern sich an die Stipvisite in der Schokoladenmanufaktur und an das auf bessere Zeiten harrende Landschloss?

Dies ist quasi eine kleine Ergänzung zum inzwischen schon wieder drei Monate alten Thürmsdorf-Beitrag. Denn Dreierlei sei noch erwähnt – was Thürmsdorf meint und anzuschauen lohnt.

Zum Einen ist der Besuch der oben im Wald (direkt am Elbhang) gelegenen Thiele-Aussicht zu empfehlen. Der Aussichtspunkt ist nach dem berühmten Maler Johann Alexander Thiele benannt. Man hat hier einen wunderbaren Blick ins Elbtal und zur Festung Königstein, und es wird vermutet, dass an eben dieser Stelle auch Adrian Zingg gestanden hat, als er den Blick zum Königstein und zum Lilienstein zeichnete.

Wie die Fotos zeigen, ist der Aussichtspunkt aktuell davon bedroht, zur Gänze zuzuwachsen – das Unterholz ist mit Vehemenz auf dem Vormarsch. Trotzdem ist es ganz nett dort oben, ein kleiner Rastplatz mit Blick zur Aussicht und übers Feld zum Kleinen Bärenstein lädt zum Verweilen ein.

Zum Zweiten sei auf das gleich nahebei stehende Biedermannsche Mausoleum verwiesen – ein seltsam eigenwilliges Bauwerk an der Kante des Elbhangs, welches einst eine Begräbnisstätte war. Gebaut wurde es anno 1920/21 auf Wunsch der Baronin Helene von Biedermann, Architekt und Bauausführender war vermutlich der Baumeister Fürchtegott Kemnitzer aus Pirna. Dazu muss man wissen, dass Schloss Thürmsdorf von 1908 – 1935 im Besitz der Familie des Baron Freiherr Erich Moritz von Biedermann und deren Erben war. In der Gruft fanden letztlich vier Mitglieder der Familie ihre vorläufige Ruhestätte: Freifrau von Biedermann, die Mutter des Barons von Biedermann, die Baronin Helene von Biedermann, Erich Moritz Baron von Biedermann und Dominika Freiin von Biedermann. Vorläufig deshalb, weil die vier Verblichenen – nach wiederholter Störung der Totenruhe (das Mausoleum wurde mehrfach aufgebrochen und geplündert) – zur letzten Ruhe auf den Friedhof Königstein umgebettet wurden. Aktuell ist die Gemeinde Struppen bemüht, das Gebäude vor dem Verfall zu bewahren und baulich zu sichern.

Zum Dritten sei noch der Wasserfall am Pehnabach erwähnt, ebenfalls am Hang zu finden und in nur wenigen Minuten erreichbar. Der Pehnafall zählt zu den längsten Wasserfällen der Sächsischen Schweiz – ist in diesen Tagen aber zur Gänze versiegt. Wer vor Ort auf dem Malerweg unterwegs ist kann alles leicht erlaufen, die Ziele sind im Dorf ausgewiesen und schnell erreicht. Von der Thiele-Aussicht gelangt man letztlich über einen schönen Feldweg hinüber zum Landschloss mit der schon erwähnten Schokoladenmanufaktur.