Duruflé, Liszt und mehr als viertausend Pfeifen

Im Ganzen sind es 4 109 Pfeifen. Die Contraposaune ist mit stolzen 9,23 Metern die Größte. Die kleinste Pfeife misst gerade einmal einen Zentimeter. Das Instrument wiegt über 20 Tonnen – bei einer Breite von fast 15 Metern, einer Tiefe von 3,3 Metern und einer Höhe von 8,5 Metern. Im Prospekt sind nur 223 Pfeifen zu sehen – deren Größte heißt Prinzipal und ist 6,73 Meter hoch.

Sonntag war Party

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Auf Rücken, Ü50 und Oh Gott oh Gott folgten Sonnenschein und Rock’n’Roll. Es gab ein Jubiläum, und dieses musste ordentlich gefeiert werden. Ein paar Schnappschüsse anbei …

Party

Party

Party

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Party

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Party

Es gab reichlich Sport und Spiel, die Chillzone und ein stark nachgefragtes Luftgewehrschießen auf Scheibe und Blume. Später am Abend dann das reichhaltige Buffet und ordentlich Musik. BaranButz aus Dresden wusste mit gefälligem Gipsyspeedfolk zu gefallen und lockte die Menschen auf die Tanzfläche. Gegen die zur Nacht aufkommende Kälte half nur der engagiert und zornig vorgetragene Tanz in den Mai … Das Feuer, die Walpurgisnacht. Sie wissen schon …

Irgendwann, schon weit nach Mitternacht, klang dieses schöne Fest am Feuer aus.

In Pirna steppt der Bär

Der Frühling ist da und somit ist es an der Zeit, einen Blick auf jene der kommenden Veranstaltungen zu werfen, die von Interesse sein könnten (was jetzt als Ort die Altstadt zu Pirna und die nahe Umgebung meint). Als Notiz für mich und als Tipp für jene, die uns hier mit einem Besuch beehren wollen.

Straßenfeste, Sommerfestivals und mehr

  • 30. April 2017: “Tanz in den Mai” auf dem Permahof
  • 14. Mai 2017 11.00 Uhr: Der kleine Muck (Puppenspiel im Tom Pauls Theater)
  • 20. Mai 2017: Markt der Kulturen
  • 16. bis 18. Juni 2017: Pirnaer Stadtfest
  • 1. und 2. Juli 2017: Tag der Kunst
  • 8. Juli 2017, ab 15 Uhr: Cristopher Street Day Pirna
  • 5. August 2017: Pirnaer Hofnacht
  • 9. September 2017, ab 15 Uhr: Pirnaer Weinfest
  • 10. September 2017: Tag des offenen Denkmals
  • 25.10.2017, 19:00: Das Jahr 1989/90 – die Volkspolizei auf dem Weg zur Deutschen Einheit (Vortrag im Stadtmuseum)

Und sonst so?

Im Q24 findet demnächst leider nichts statt, was uns interessiert. Bei Interesse: Das Programm von April bis Juni 2017 ist auch online verfügbar. Freund*innen der K2-Kulturkiste (AKuBiZ e.V.) informieren sich bitte hier. Bleibt noch das Uniwerk – dort finden zur Zeit aber keine Veranstaltungen statt, es wird gebaut. Für Klassik-Freunde sei noch das Festival Sandstein & Musik erwähnt: Auch dafür finden sich alle Termine und Veranstaltungen im Web.

Und Obacht bitte: Die Auswahl dieser Liste erfolgte natürlich streng subjektiv und erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Falls ich etwas vergessen habe – dieses Blog verfügt über eine Kommentarfunktion.


Symbolbild: Alex Blăjan

Laut und lustig: Knorkator

Deutschlands meiste Band der Welt auf Tour. In Dresden, im Alten Schlachthof. Die Karten wurden im letzten August schon geordert, das Konzert war seit Wochen ausverkauft.

Punkt 21.00 Uhr beginnt die Mugge. Alter Mann als Opener. Von Null auf 120 in sechs Sekunden. Und das bleibt so für nächsten zwei Stunden. Die fünf Knorkators sind in exzellenter Spiellaune und schießen ein Feuerwerk an guter Laune ab. Stumpen ist die Rampensau und beginnt als humpelnder Fell-Yeti mit Krückstock. Er befreit sich Stück um Stück vom wahrlich schweißtreibenden Kostüm, bis zuletzt beinahe blank gezogen wird. Das macht er immer so. Auch schön: die wechselnden, großartigen Kopfbeckungen. Die Pyrotechnik beschränkt sich auf zwei schöne Fontänen (am Helm). Alf Ator spielt Keyboard und kann gut brüllen, der unsterbliche Basti wirkt stets souverän. Rajko und Nick arbeiten fleißig und bescheiden im Hintergrund. Kurz gefasst: Die Show an sich war überaus amüsant und niemals langweilig. Und das Licht und der Ton waren so gut, wie ich es noch nie im großen Saal des Schlachthofes erleben durfte.

Wir freuen euch uns zu sehen

Und die Musik? Erstklassig. Die Songs vom letzten Album natürlich (oben im Video “Zähneputzen, Pullern und ab ins Bett”) und dazu die Hits von 23 Jahre Bandgeschichte. Falls wer Knorkator tatsächlich nicht kennen sollte: die Kapelle spielt einen aggressiven Hardcore-Metal in Verbindung mit feinsinnigem und klassischem Tonsatz. Wissenswert dazu: Der Sänger Gero Ivers, Künstlername „Stumpen“, schloss nach kurzzeitigem Violinen- und Klavierunterricht eine klassische Gesangsausbildung ab. Nach der Ausbildung an einer Musikschule in Berlin-Köpenick wurde er durch die Staatsoper Unter den Linden engagiert und sang unter Leitung des Dirigenten Hans Pischner. (Wikipedia)

Wissta Bescheid, liebe Kinder. Nix wie hin da, wenn das mal klappt.

Die 27. Bagalutenwiehnacht

Das Wochenende in Hamburg. Freunde besuchen. Schwatzen, kochen, essen und feiern. Schweinernes Fleisch und Pferdewurst. Holsten-Edel finde ich gewöhnungsbedürftig, Astra passt. Das Konzert in der Alsterdorfer Sporthalle. Torfrock. Die kannte ich schon Ende der 70er. Rollo der Wikinger, Presslufthammer B-B-Bernhard und so. Im Norden ist man mit Torfrock großgeworden. Mit Werner Beinhard kannte sie dann jeder. Und jetzt also das erste Mal live und in Farbe.

Der Saal ist knackenvoll. Den Support spielen die Rubber Chukks, auch schon eine nette Mugge. Viele Tausend sind gekommen, bereits die U-Bahn und der Anmarsch waren ein Erlebnis. Einfach nur den Hörnern folgen, und den vielen “Odin” Rufen. Das Gebrülle, das Lachen und jede Menge Spass. Alt und jung sind auf den Beinen. Natürlich ist hier jeder ein Wikinger. Ich sehe dolle Bärte und noch dollere Helme in allen denkbaren Varianten. Also das ganz große Wikinger-Kino. Irgendwann legt Torfrock los. Sie spielen die großen Hits, der Saal singt und tanzt. Vielen, vielen Dank und vielen, vielen Bitte. Die Stimmung ist sagenhaft gut, und das Bier löppt in Massen. Der Erwerb desselben am Tresen ist problematisch, weil der Andrang kolossal ist. Eine überaus durstige Gemeinde feiert hier die 27. Bagalutenwiehnacht in Folge. Der hohe Bierpreis verhinderte zum Glück das sonst übliche Flugbier – ganz trocken kamen wir dann allerdings doch nicht nach Hause. Irgendwann, zu später Stunde war das.

Im Fazit war es ein ganz großartiges, torfmoorholmiges Spektakel. Bei Irritationen: das Phänomen Torfrock ist schwer zu erklären – man muss es einfach einmal erleben.

Im Konzert: Feine Sahne Fischfilet

Gestern, im Alten Schlachthof in Dresden. Ein unvergesslicher Abend. Feine Sahne Fischfilet. Der neue Stern am deutschen Punkrock-Himmel. Von der Ostseeküste, der alten Heimat sozusagen. Das Konzert schon vor Wochen ausverkauft. Ich habe am letzten Tag noch zwei Karten ordern können.

Die lange Schlange am Einlass. Regen, Wind und Finsternis. Personenkontrolle, dann zwei Euro für die Garderobe. Das Bier drei fünfzig mit zwei Euro Pfand. Fiskalni Račun aus Novi Sad bestreiten den Support und heizen schon ordentlich ein. Der Saal ist bereits gut gefüllt. Dann geht der Vorhang zu, Erinnerungsfotos werden projiziert. Als er fällt, wird die Menge vor der Bühne zu einer wogenden Masse. Der Saal ist jetzt brechend voll. Das Sextett hat das Publikum fest im Griff. Ein Hit folgt auf den anderen, zwei Songs vom ersten Album, ein komplett neuer ist auch dabei. Dazu ein Titel aus dem Theaterstück „Feuerherz“ (am Volkstheater Rostock, Feine Sahne schrieb den Soundtrack). Bei den Balladen galt es sich zu setzen, um hernach zum wilden Pogo aufzuspringen. Die Stimmung ist kolossal, die Menge schwitzt und kocht. Monchi spricht das Wort zum Montag, wir sind schließlich in Dresden. Und wirbt für Unterstützung wichtiger Initiativen. Natürlich. Feine Sahne Fischfilet ist eine außerordentlich politische Band. Sie erinnern sich an den Deal mit dem Verfassungsschutz? Was haben wir gelacht.

Ich mag ja den Feine Sahne Sound total. Solider Punkrock, pikant gewürzt mit Ska- und Souleinflüssen. Die Trompeten sind der Hammer und die beste Idee ever. Live kommen sie besonders gut, bringen die Hymnen ordentlich nach vorne.

Nach geschätzten 100 Minuten ist dann Schluss, die Menge (ca. 2500 Leute) strömt zum Ausgang. Zuletzt die gute Laune nach einem wunderschönen Konzert.

Das Danke an Monchi und die Jungs – ihr wart großartig.

Wasserspritzpistolenfolk

Zwei Gitarren, ein Kontrabass, dazu diverse Schlag- und Effektinstrumente. Darunter auch ein Quijada – was den Unterkiefer eines Esels meint, dessen lose Zähne ganz vortrefflich klappern. Ein faszinierendes Instrument.

Drei freundliche junge Männer, die das Instrumentarium hingebungsvoll bedienen. “Die Athleten” kommen aus Leipzig. Im Repertoire haben sie traditionelle Volksmusik aus Deutschland, Skandinavien und vom Balkan. Lieder und Tänze, alle neu interpretiert, ungewohnt und überraschend anders. Kurzweilig, anspruchsvoll und großartig im Ganzen.

Natürlich spielen wir die nicht sauber – was soll der Sinn davon auch sein? – sondern machen daraus eine raue und höchst einzigartige Nummer daraus. Wir versuchen, diesen ausgelassenen Klängen neues Leben einzuhauchen und sie von ihrer allzu verstaubten Konformität zu befreien.

Wasserspritzpistolenfolk – so sagen sie selbst.

Dazu das nicht alltägliche Ambiente. Die Bastionen der alten Festung auf dem Sonnenstein. Jetzt im Sommer ein Ausstellungsraum. Plastiken und Skulpturen von Gerhard Marcks, Waldemar Grzimek, Richard Scheibe, Christian Höpfner und Marianne Dietz.

Ein kunstvoller Abend für die Sinne. Das passte und gefiel.


Die Athleten

Martin Steuber / guitar
Jakob Petzl / doublebass
Torsten Pfeffer / percussion


Skulpturensommer 2016 in Pirna

01.05.2016 – 25.09.2016
In den Bastionen der Festung Sonnenstein
Mittwoch bis Sonntag 14 bis 17 Uhr