Die beiden Zschirnsteine

Die Zschirnstein-Runde ist uns eine der liebsten Runden im Elbsandstein. Einmal in drei Jahren sollte man sie gehen. Vorzugsweise im Herbst. Die Gegend ist abgelegen, auf den Wegen sind vergleichsweise wenig Menschen unterwegs. Bemerkenswert ist alles: der Wald, die Wege, die Gipfel und die Aussichten sowieso. Vor allem jedoch die Ruhe. Beschrieben habe ich die Route schon einmal – da braucht es heute nicht viele Worte.

Von Pirna über Thürmsdorf nach Pötzscha

Samstagmorgen. Ein Frühstück mit Freunden. Frische Semmeln aus Dresden. Mit Sekt wird nicht angestoßen, man prostet sich zu. Danach zur lange schon verabredeten Tour aufbrechen. Auch, um nebenher die neuen Schuhe weiter einlaufen. Aber nicht nur. Die gepflegte Konversation. Man hat sich lange nicht gesehen. Sie kennen das. Und wir starten wieder an der Haustür.

Von Rosenthal zum Lampertsstein

Drei Wochen nur Pendeln zwischen Kleinstadt mit Koje und Großstadt mit Job, dazu keine Zeit für gar nichts. Ein paar Stunden in der Natur waren überfällig – höchste Zeit also, unsere Schritte Richtung Elbsandstein zu lenken. Nach Möglichkeit dahin, wo sonst kaum jemand ist. Und sei es nur für ein paar Stunden.

Brotzeit am Grossvaterstuhl

Eine kleine Runde oder besser: ein gemütlicher Spaziergang. Ausschlafen wollten wir, und nicht so spät zu Hause sein auch. Dazu Freunde treffen. Es galt einiges zu besprechen – in Ruhe und Gemütlichkeit. Also spazieren, rasten, schauen und schwatzen. Das Bielatal – mit seinen Felsen und Aussichten – bietet sich dafür an.

Im Bielatal

Wir wissen: Der mensch hat sich das Tal schon oft erwandert und zur Genüge beschrieben – von daher sollten jetzt wenige Worte genügen.

Im Bielatal

Der Parkplatz vor der Ottomühle war schon voll belegt – es war schließlich Sonntag. Wir erwischten die letzte Lücke und stiegen zur Kaiser-Wilhelm Feste hinauf, schauten ins Tal hinab und hinüber zur Johanniswacht und zum Sachsenstein. Die erste Aussicht und die erste Rast. An der Feste gaben sich die Wanderer die Klinke in die Hand.

Im Bielatal

Dann weiter zum Herkulesstein und dem nicht zu verfehlenden Hauptweg folgen. Der Chinesische Turm, der Kanzelturm, eine weiterer Blick und ein weiterer Schwatz. Wir schauten den Kletterern zu – fast jeder Turm war belegt und wurde emsig bestiegen.

Im Bielatal

Ein paar Tropfen fielen, dann rissen die Wolken auf und die Sonne schien herzallerliebst. Ein Blick übers Feld – hinüber nach Rosenthal – und weiter am Waldrand. Die Pilze blieben stehen, weil ungenießbar.

Im Bielatal

Zum Schluss noch der Abstecher zum Großvaterstuhl. Einen Moment bitte – Sie werden platziert. Dann die Rucksäcke öffnen, beherztes Zugreifen, eine vergnügte Brotzeit. Der letzte Blick von oben und dann hinunter ins Tal. Die Dachsensteinbaude, ein Tisch ist noch frei. Rechenberger Bier und das Ende der Redezeit. Dunkle Wolken ziehen auf, der Schauer ereilt uns dann in Pirna.

Alles keine große Sache und trotzdem – als gemütlicher Sonntag – die Notiz wert.

Waitzdorfer Höhe und Thümmelgrotte

Der letzte Urlaubstag war ein Wandertag. Bei besten Wetterbedingungen lief der mensch eine schöne Runde zwischen Waitzdorf und Hohnstein. Startpunkt war der Parkplatz in Waitzdorf – von dem ist es nur ein Katzensprung zu den knuffigen Galloways und den Weiden am Waitzdorfer Berg.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Leider waren die Rinder nicht zu einer spontanen Session aufgelegt, sie blieben auf Distanz und beobachteten mich gelangweilt argwöhnisch. Was solls – der mensch kann sich auch an einer üppigen Bergwiese ohne Protagonisten erfreuen. Außer mir war dort oben zu früher Stunde ohnehin niemand zu sehen.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Nach der bemerkenswerten Aussicht von der Höhe ging es weiter Richtung Grundmühle. Hier ließ ich mich von einem verwirrenden Wegweiser in die Irre leiten und lief zunächst den Leichenweg in falscher Richtung, kam dann aber doch – mit einem eigentlich unnötigen Schlenker zur Straße – an der Grundmühle an (siehe Route weiter unten).

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Hinter dem Hauptgebäude der Mühle führt nun ein unscheinbarer Weg in den Wald. Er bringt mich aus dem Tiefen Grund heraus auf die Höhe – zuerst noch im Busch, später durch Wiesen und Weiden bis ich am Ortsrand von Hohnstein auf den alten Bahndamm treffe.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Von diesem ist nicht mehr viel zu sehen – bis auf das Viadukt, das oberhalb des Hohnsteiner Bades steht und über welches der Wanderweg auch führt. Der mündet in eine Straße, und alsbald finde ich mich (linker Hand das alte Bahnhofsgebäude) auf der gestern vormittag nur wenig frequentierten Flaniermeile zum Brand wieder. Nun galt es hurtig auszuschreiten und Strecke zu machen, um dann in der Brand-Baude ein wenig zu verweilen.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Nach dem Bier und der Aussicht galt es dort, der Geschichte um die Thümmelgrotte nachzugehen. Ebenso wie der Autor jener Zeilen war mir dieselbe gänzlich unbekannt, zumal ich ebenso schon etliche Male an der Brandbaude war. Kurzum: Des Rätsels Lösung findet sich linksseits der Baude – ein unscheinbarer Weg führt über eine steinerne Brücke zur Thümmelgrotte und der vergleichsweise ruhigen Aussicht anbei.

Thümmelgrotte

Letztlich handelt es sich um eine kleine, künstliche Grotte, in welcher ein kaum lesbarer Vers des Namensgebers Moritz August von Thümmel (1738-1817) zu finden ist (siehe Verweis oben). Nun ja, das ist jetzt alles nicht weltbewegend – aber schön zu wissen.

Von der Waitzdorfer Höhe zur Thümmelgrotte

Nach einem kurzen Hallo bei den Brand-Bauden-Ziegen und einem Abstecher zur Hafersäcke-Aussicht wurde es zum Schluss dann sportlich. Die Brandstufen hinunter, im Grund auf der Straße bis zur Sense hinauf und dann die Waitzdorfer Stufen in einem Ritt nehmen – das war schon eine ordentliche Bergwertung. Gut zu wissen: Oben in Waitzdorf findet sich schnell eine lauschig gelegene Sitzbank zur Rehabilitation.

Von dieser braucht es keine fünf Minuten bis zum Ausgangspunkt der Wanderung – so man die (bis dato immer lohnende!) Einkehr in die Waitzdorfer Schänke verweigert.


Fazit: eine kurzweilige, gemütliche Runde mit ordentlicher Einkehr und schönen Aussichten. An den Brandstufen und dem Aufstieg nach Waitzdorf wird es sportlich.

Wegstrecke: knappe elf Kilometer.

Zeitdauer: gute zwei Stunden (reine Gehzeit).

Empfohlene Einkehr: Brand-Baude oder Waitzdorfer Schänke.

Karte: Rolf Böhm: “Brand Hohnstein”

Web: Thümmelgrotte – nach dieser schönen Vorlage bin ich im Groben gelaufen.


Zum Nachweis und für diejenigen, die es ganz genau wissen möchten: Ich habe die Runde aufgezeichnet.

Über den Hirschgrund zur Bastei

Nach der etwas einseitigen Belastung am Wochenende (ein neuer Oberkörper – wie dazumal Gerd Bonk!) galt es sich heute ein wenig die Beine zu vertreten. Wir wissen: Der heimische Elbsandstein liegt nahebei und ist dazu bestens geeignet. Und es gibt diese Liste der noch nicht gegangenen Wege: Der Hirschgrund, ein alternativer Zugang zur Bastei, stach mir schon lange ins Auge. Gesagt, getan.

Über den Hirschgrund zur Bastei

Von Rathewalde lief ich via Amselfall und Amselsee nach Rathen hinunter. Gibt es den Bootsscheinautomaten am Amselsee schon länger? Er fiel mir heute das erste Mal auf, neben dem überschaubaren Gewimmel von Booten auf dem See. Überhaupt: Am Montagvormittag war in Rathen noch nicht viel Betrieb, der mensch konnte die obligatorische Fischsemmel beim “Hermann” also in Ruhe genießen. Dazu einen Radler und der Blick auf die Karte, um den Einstieg in den Haldenweg nicht zu verpassen.

Über den Hirschgrund zur Bastei

Über den Hirschgrund zur Bastei

Dieser verläuft – mit wenig Auf und Ab – oberhalb des Elberadweges. Man läuft an der Kurt-Heinicke-Hütte vorbei bis beinahe zur nächstfolgenden Hütte am Hang. Einige Meter vor dieser ist ein Kletterzugang (schwarzes Dreieck) ausgewiesen – dieser führt direkt in den Hirschgrund. Es geht zuerst steil hinauf, dann folgt ein nur mäßig ansteigendes Stück Weg. Zeit zum Verschnaufen, denn nun folgt der zweite, sportliche Teil des Aufstiegs im Hirschgrund. Der Pfad wird schmal, ist aber nicht zu verfehlen. Und immer wenn er vermeintlich endet, offenbart sich der weitere Aufstieg. Einige Male muss man die Hände zu Hilfe nehmen, die Griffe sind jedoch bequem und für jedermann zu erreichen. Nach dem letzten steilen Stück erreicht man schließlich die hölzerne Absperrung des Fremdenweges und steht 50 Schritte darauf mitten im Mekka des sächsischen Massentourismus – der Bastei.

Über den Hirschgrund zur Bastei

Dessen muss man sich zuvor klar sein, um jetzt nicht einem Kulturschock zu erliegen. Reisegruppen, Pferdewagen und der Leierkastenmann – das mutet schon etwas seltsam an nach dem Aufenthalt im einsamen und schönen Grund. Ich habe ein wenig verschnauft (die Hitze!) und dann doch noch einen Blick auf die (nun wohl doch für immer?) gesperrte Basteiaussicht geworfen.

Der Rückweg nach Rathewalde (gelber Strich, ca. 30 Minuten) war dann ein angenehmer Waldspaziergang.


Fazit: der Aufstieg im Hirschgrund ist steil, anstrengend und bei Nässe nicht zu empfehlen, der An- und Abmarsch eher lockeres Auslaufen.

Wegstrecke: gute zehn Kilometer.

Zeitdauer: zwei Stunden (reine Gehzeit).

Empfohlene Einkehr: “Zum Hermann” in Rathen.

Karte: Rolf Böhm: “Die Bastei”

Web: Stille Gründe und Massentourismus – nach dieser schönen Vorlage bin ich die Runde gelaufen.


Zum Nachweis und für diejenigen, die es ganz genau wissen möchten: Ich habe die Runde aufgezeichnet.

Rasante Abfahrt

Gleich noch eine Radtour, und dieses Mal durfte ich sogar in der großen Gruppe mitfahren. Wobei Gruppe hier für 25 Leute steht. Eigentlich nicht mein Ding, aber heute passte das. Zum Ausflug der Kulturschaffenden, die auch mal einen Tag für sich brauchen. Ein Betriebsausflug also – mit den lieben Kollegen.

Eine wirklich reizvolle Tour war das. Mit dem Fahrradbus bis Tyssa und dann hinüber zum Hohen Schneeberg. Diesen erklimmen (ich habe das Rad wie fast alle geschoben), oben durchatmen, die Dresdner Aussicht und der Blick auf Decín. Ein frischer, böiger Wind und viele Wolken. Die Jacke tat not. Dann die schnelle Abfahrt und die Einkehr in der Kammwegbaude. Die Knoblauchsuppe!

Danach ging es rasant bergab (siehe Höhenprofil). Schneeberg, die Fuchsbachstraße, Cunnersdorf und dann nach Königstein hinein. Zum Schluss dann der Elberadweg bis Pirna. Garstiger Gegenwind ohne Ende.

Nach sechs guten und kurzweiligen Stunden das Feierabenbier im Pirnaer Elbschlösschen. Beine hoch und der Blick auf den Fluss.

Wenig Sonne, aber einer von den guten Tagen.


Wer es ganz genau wissen möchte: auch diese Runde wurde aufgezeichnet. Wegen der Statistik und so, Sie wissen schon.