Streckenwalde und Adolfsgrün

Sonntags im sächsisch-böhmischen Grenzgebiet. Der mensch schreitet aus. Durch Wald und Flur und auf historischen Pfaden. Von Fürstenwalde (Altenberg) hinüber nach Vetrov (Streckenwald), weiter nach Adolfov (Adolfsgrün) und über das Schwarze Kreuz (hier gab es einst ein Postkutschen-Drama) zurück nach Fürstenwalde. Die Ecke kommt Ihnen bekannt vor? Mir auch. Denn neuerdings treibe ich mich fast nur noch dort herum.

Es ist aber auch wirklich sehr schön dort oben. Und Streckenwalde blieb bisher außen vor – das alte Grenzdorf musste also erlaufen werden (zumal der Blognachbar schon dort war, um die Lage zu peilen).

Der Weg ist gut ausgeschildert und führt, durch Felder, Wiesen und kleinere Waldstücke (links grüßt stets der Sattelberg) über die Grenze. Am Goldenen Kreuz (mit Madonna und Jesuskind) hat man dann Streckenwalde erreicht, die Straße führt rechter Hand durch den Ort oder besser das, was davon noch übrig ist.

Streckenwalde (heute Vétrov) wurde anno 1437 erstmalig urkundlich erwähnt. Das  Waldhufendorf litt schwer im Dreißigjährigen Krieg – hernach standen nur noch fünf von dreißig Häusern. Doch es wuchs wieder heran. Dem Vernehmen nach (SäZ vom 12.09.2017) waren die Bewohner als fleißige Handelsleute bekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die deutschstämmige Bevölkerung vertrieben. Von 91 Häusern (1945) steht heute noch eine gute Handvoll im Busch, die in der Mehrzahl wohl als Wochenendhäuser genutzt werden. Um das alte Kriegerdenkmal zu finden muss man kurz rechts in den Wald hinein – eine gepflegte Zufahrt führt dann zum Ziel.

Die Siedlung – mit ihren wenigen Grundstücken rechts und links der Straße – ist alsbald erlaufen. Wir folgten der Landstraße, die dankenswerter Weise nur wenig befahren ist, in südlicher Richtung. Gute 1,5 km braucht es dann bis Adolfsgrün. Die Restauration im Ort scheint leider aufgegeben, am Sonntag hinterließ sie jedenfalls einen verlassenen Eindruck. Eventuell weiß jemand mehr dazu?

An den letzten Häusern (auch dort stehen einige Wochenendhäuschen) gilt es rechts dem Feldweg zu folgen. Dieser führt direkt zum Grenzbach mit dem Schwarzen Kreuz und – immer weiter geradeaus und mit schönen Blicken über die Felder (zum Mückenberg auch) – direkt zur Postmeilensäule in Fürstenwalde zurück (komoot).

Was schön war: die blühenden Bergwiesen und die vielen Falter.

Nicht so schön: die aggressiv agierenden Stechfliegen.