Schwarzes Kreuz und Leichenstein

Eine kernige Überschrift ist das, gruzelig und ein wenig dramatisch, und im Grunde ist es das ja auch. Was jetzt die Überlieferung meint, das Geschehen an jenen Orten, fern in der Vergangenheit. Für mich waren sie gestern lediglich zwei Fixpunkte in der Landschaft, die es zu erlaufen und in Augenschein zu nehmen galt.

Das Osterzgebirge also, im Grenzgebiet, eine kleine Runde von Fürstenwalde nach Fürstenwalde, über Adolfov und mit eben diesen Seltsamkeiten. Erste Station war der eingangs erwähnte Leichenstein (Foto), der an eine anno 1746 dort begangene Untat erinnert. Eine Tafel informiert genauer …

An dieser Stelle wurde am 2. September 1746 der Herschaftlich Lauensteinische Heger Elias Tränckner im Streit mit einem vermeintlichen Raubschützen von dessen Sohn erschossen. Der Leichenstein ist vermutlich ein Sühnezeichen zur Ablösung einer härteren Strafe.

So weit, so schlecht. Nun ja.

Meine Runde führte aus dem Wald hinaus und über die grüne Grenze hinüber nach Tschechien. Der Weg nach Adolfov (ein Dorf, eine Kneipe) ist nicht zu verfehlen. Ich verweilte nur kurz, nahm den ehemaligen Friedhof in Augenschein und kehrte nicht ein. Am Ortsende führt gleich rechts ein Feldweg geradewegs zum Schwarzen Kreuz.

Man läuft in die offenen Bergwiesen, später durch urige Moor- und Sumpfwiesen mit dichtem Gehölz. Das Holzkreuz (siehe Foto) ist an der deutsch-tschechischen Grenze zu finden, exakt am Grenzbach inmitten der Schwarzen Wiesen. Auch hier informiert eine Tafel zur Geschichte des Kreuzes.

Eine Überlieferung besagt, dass es an eine Postkutsche erinnert, die hier einst mit wertvoller Fracht versunken sei. Andere Überlieferungen behaupten, dass das Kreuz zum Gedenken an einen brutalen Überfall auf eine Kutsche errichtet wurde.

Wir können es uns also aussuchen. Ich wähle die versunkene Kutsche mit dem Goldschatz – die hat gehörig Potential. Vom Kreuz kommt man letztlich, nun immer auf der Alten Teplitzer Poststraße und mit schönen Blicken, zum Ausgangsort nach Fürstenwalde zurück (sie führt geradewegs zur Viertelmeilensäule im Ort).

Und das war’s dann auch schon. Im Fazit ist dies eine wunderschöne kleine Runde, landschaftlich reizvoll und auf ruhigen, kaum begangenen Wegen.

Rappel

Kaffee immer schwarz. Punkrock und Tattoos. Nichts mit Menschen. Dafür die See und die Berge. Und der Wald. Wanderlust. Bei jedem Wetter und überall.

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