Ich habe gelesen: “Der Salzpfad” von Raynor Winn.

Die Eheleute Raynor und Moth Winn verlieren von “heute auf morgen” ihre Farm in Wales. Das Hab und Gut wird gepfändet, zudem bekommt Moth, gesundheitlich angeschlagen, von seinem Arzt eine vernichtende Diagnose. Nach 32 Ehejahren stehen sie vor dem Nichts – die Schicksalsschläge drohen das Ehepaar komplett aus der Bahn zu werfen. Um niemandem zur Last zu fallen und sich einen Rest von Würde zu bewahren, lassen Raynor und Moth alles zurück und begeben sich auf Wanderschaft. Der Weg wird zum Ziel, und der South West Coast Path soll es sein, mit seinen 1.014 km Länge Großbritanniens längster ausgeschilderter Fernwanderweg.

Zwei Rucksäcke, die Schlafsäcke und ein kleines Zelt, dazu ein Budget von ca. 50 Euro die Woche – die Eheleute sind gerade mit dem Allernötigsten ausgestattet. Ihr zu Hause ist dort, wo sie gerade sind. Sie erfahren Freud und Leid zu gleichen Teilen, erleben Ablehnung und herzliche Begegnungen und schöpfen Kraft in der wilden Natur der englischen Küste.

“Der Salzpfad” ist kein Reise- oder Wanderführer im wörtlichen Sinne – nicht der berühmte Küstentrail und das Abenteuer stehen im Fokus, sondern diese außergewöhnliche Zeit im Leben zweier Menschen. Ich mag, wie sie erzählt wird: Lakonisch knappe Dialoge, selbstironisch und liebenswert, manchmal verbittert, aber niemals rührselig. Dieses Buch ist ein Reisebegleiter, der Mut macht, und somit absolut lesenswert.


Raynor Winn
Der Salzpfad

Umfang: 336 Seiten, 13,5 cm x 21 cm

DUMONT REISEVERLAG
ISBN: 978-3-7701-6688-6
€ 14,99 [D]

Erscheinungstermin: Mai 2019


Symbolbild: João Silas

Der Autor

Kaffee immer schwarz. Punkrock und Tattoos. Nichts mit Menschen. Dafür die See und die Berge. Und der Wald. Wanderlust. Bei jedem Wetter und überall.

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