Raingrund und Entenpfützenweg

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Obacht: der hier beschriebene Weg gilt offiziell als gesperrt – sein Status ist allerdings umstritten und wird nach wie vor diskutiert. Nichtsdestotrotz: wer ihn läuft und vor Ort von einem Ranger gestellt wird, riskiert ein Bußgeld. Ich komme von daher nicht darum herum, von seiner Begehung vehement abzuraten. Was ihr aus dieser Warnung macht ist alleine euch überlassen. *

Davon abgesehen ist der Grenzweg zumeist ein wunderschöner, stiller Pfad, mit zuerst zornigem Aufstieg und dann herrlichen Aussichten. Wir liefen ihn im guten Glauben, bestärkt von der häufigen Beschilderung am Wegesrand, die stets davor warnte, diesen zu verlassen. Woran wir uns dann auch gehalten haben … Gestartet sind wir an der Neumannmühle im Kirnitschtal, liefen dann den Großen Zschand hinauf, vorbei am Zeughaus und immer weiter hinauf bis zum Abzweig Richtung Hickelhöhle. Von dort braucht es ungefähr noch einen halben Kilometer bis zur Grenze.

Wir querten den Bach und erklommen den wildromantischen Raingrund – von nun an folgt man stets den teilweise amüsant aufgestellten weißen Grenzsteinen auf dem Grenzweg. Gutes Schuhwerk ist hier zwingend notwendig, denn es geht auf feuchtem, schmalen Pfad mitunter steil hinauf. Oben beginnt dann der Entenpfützenweg mit seinen schönen Aussichten auf die Felsen der Flügelwand. Er ist bequem zu laufen und schlängelt sich mit geringen Höhenunterschieden (oft durch Blaubeerbüsche) auf dem Riff entlang, um letztlich weiter zum Großen Winterberg zu führen.

An irgendeinem Aussichtspunkt kamen wir dann tatsächlich vom Wege ab, fanden jedoch alsbald einen anderen, nicht minder interessanten Pfad in gleicher Richtung. Ausgetretene Stufen und eine alte Stützmauer, gepaart mit einem späten Blick auf die Karte, bestätigten unsere Vermutung, nun auf dem parallel zum Grenzweg verlaufenden, einst populären Fremdenweg zu sein. Aber gut, alsbald waren wir wieder auf dem rechten Pfad und kamen letztlich unweit des Katzsteins auf dem Roßsteig an. Wir folgten diesem, beehrten die Goldstein-Aussicht mit einem neuerlichen Besuch und stiegen dann wieder zum Zeughaus und dem Großen Zschand hinab.

Letztlich sind wir gute 14 Kilometer in knapp viereinhalb Stunden gelaufen. Zum längeren Verweilen war es gestern zu kalt (vier bis sieben Grad Celsius), der April zeigte sich allerdings von seiner sprichwörtlichen Seite: dunkle Wolken mit Regen und Graupel, Schäfchenwolken und angenehmer Sonnenschein – es war alles dabei und das im schnellen Wechsel.


* Aus den erwähnten Gründen hier noch zwei lesenswerte Verweise zur Diskussion um den gesperrten Grenzweg:

Wegegedanken: Grenzweg
Der Falschwanderer

Wissta bescheid.

Rappel

Kaffee immer schwarz. Punkrock und Tattoos. Nichts mit Menschen. Dafür die See und die Berge. Und der Wald. Wanderlust. Bei jedem Wetter und überall.

5 Kommentare

      • wir sind diese Tour von P Neumannmühle aus und hoch über den Raingrund jetzt Ende November gelaufen, war zwar arschkalt und nieselig, aber grenzwertig war das untere Drittel vom Raingrund. Alles umgefallene Bäume, nur kriechen und drübersteigen – haben allein für die 1,5Km ca. 1 1/2 Stunden gebraucht … Belohnung kam dann oben mit der Sicht ins Böhmische

      • Moin Gerd. Sportlich, sportlich, und eine schöne Runde. Das „Fichtenmikado“ ist in diesen Tagen ein oft beschriebenes Problem, auch aus eigener Erfahrung. An der Grenzplatte bin ich tatsächlich einmal umgekehrt – da war nichts mehr zu machen. In der Kernzone war ich ein Weilchen nicht unterwegs – ich nehme das mal als Anregung.

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