Naundorf (bei Schmiedeberg) war der Ausgangspunkt einer kurzweiligen Runde im Osterzgebirge. Wir starteten direkt am Schloss, das durchaus sehenswert, aber auch, zumindest von außen betrachtet, etwas mitgenommen wirkt. Immerhin wurde darinnen vernehmlich gewerkelt und auch das Gelände anbei macht einen halbwegs aufgeräumten Eindruck. Wer sich für die Geschichte des Hauses interessiert, schaut bitte hier in die Wikipedia.

Das eigentliche Ansinnen dieser kleinen Wanderung, ein Picknick am Hirschturm, ließ sich alsbald in die Tat umsetzen, ist doch der Turm (auf der Höhe und am Waldrand über Schmiedeberg gelegen) von Naundorf schnell erlaufen. Ein nett gelegener Rastplatz lädt zum Verweilen ein, es galt zu schwatzen und zu gratulieren, bei Speis und Trank und gebotener Distanz (zumeist), denn die Hausstände und der Hund haben sich lange nicht gesehen und überhaupt: Ein neuer Lockdown wird ja auch immer wahrscheinlicher.

Kurze Info zum Hirschturm (oben im Bild): Heinrich Oscar Bierling, seines Zeichens Besitzer von Rittergut und Schloss Naundorf, ließ diesen Turm im Jahre 1909 als privaten Aussichtsturm und Ansitz für die Jagd errichten.

Nach dem Picknick galt es auszuschreiten. Begleitet vom sich wie toll gebärdenden Vierbeiner (der mit Erfolg den Kamera-Wegschnapp-und-Weitwurf übte) gingen wir Richtung Mittelweg und liefen dann Richtung Sadisdorf. Im Grunde blieben wir dabei stets auf der Höhe, mit besten Blicken auf die Landschaft und das uns zu Füßen liegende Erzgebirgsvorland.

Otto’s Eck

Der Abstieg ins Dorf mit der Bundesstraße blieb außen vor. Wir folgten statt dessen dem auf halber Höhe verlaufenden Rundweg bis dieser auf den Leichenweg trifft, um zuletzt im schönen Bogen nach Naundorf zurückzukehren. Zum Abschluss und wieder am oben schon erwähnten Schloss galt es noch den dazugehörigen, kleinen Schlosspark zu erkunden. Dieser ist gepflegt und wirklich sehenswert. Ein 2013 wieder in Betrieb genommener Brunnen plätschert vergnüglich vor sich hin und Otto’s Eck, ein 1867 im maurischen Stil erbauter Aussichtsturm, liegt nahebei. Wer dort vor verschlossener Tür steht muss sich nicht grämen: Die Aussicht von der Terrasse ist nahezu identisch.

Die nette, aussichtsreiche Runde war nur knappe sieben Kilometer lang. Sie verläuft überwiegend, aber nicht nur, auf gepflasterten Wegen und ruhigen Fahrstraßen, bietet tolle Ausblicke und nur wenig begangene Wege.


Der Dank geht an Gevatter Baum, der diesen schönen Spaziergang erfunden hat.

Der Autor

Kaffee immer schwarz. Punkrock und Tattoos. Nichts mit Menschen. Dafür die See und die Berge. Und der Wald. Wanderlust. Bei jedem Wetter und überall.

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