Müglitz, Ebersdorf, Voitsdorf

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Noch einmal waren es drei Orte, die erlaufen wurden. Und einmal mehr ist es eine Runde, die erwähnt werden muss. Gestern war das, am dienstfreien Donnerstag, im Osterzgebirge, im sächsisch-böhmischen Grenzgebiet – um es genau zu sagen. Die Hochebene zwischen Adolfsgrün und Voitsdorf also. Da ist noch einiges offen … Die verschwundenen Dörfer, Habartice und Fojtovice heißen sie heute, das eine und das andere Detail, vieles weist auf die alten Siedlungen hin und alles für sich ist hochinteressant.

Der Startpunkt lag in (Sächsisch) Müglitz, einer kleinen Siedlung an der Grenze. Bis zur ehemaligen Hartmannmühle, deren trauriger Zustand doch einige Fragen aufwirft, waren es nur wenige Schritte. Wir (der mensch war nicht alleine unterwegs) nahmen sie etwas genauer in Augenschein und liefen dann, erst durch den Wald und dann weiter über die Hügel, zur Wüstung Habartice (früher Ebersdorf) hinauf.

Vom alten Ebersdorf sind nur noch Fragmente erhalten – die nach der Vertreibung der Deutschen leerstehende, aber noch erhaltene Siedlung wurde in den 1950er Jahren mit Panzern dem Erdboden gleichgemacht (Wikipedia).

Im ehemaligen Ortskern steht heute das Gallus-Kreuz für die ebenfalls zerstörte Kirche des Ortes. Südwestlich ist die 1938 erbaute Finanzwachkaserne zu sehen und auch die Lindenallee am ehemaligen Friedhof ist noch gut erkennbar. Eine Gedenksäule neueren Datums erinnert an das ehemalige Ebersdorf.

Mit dem Blick auf das in tiefhängenden Regenwolken stehende Mückentürmchen liefen wir hinunter nach Voitsdorf. Immerhin: Dort stehen noch einige wenige der alten Häuser. Unübersehbar sind auch die noch zahlreich vorhandenen Brücken, die dazumal über den Bach (die Weiße Müglitz) zu den angrenzenden Grundstücken führten.

Wir folgten dem Grenzbach in seinem Lauf und erreichten das Gebiet des ehemaligen (Böhmisch) Müglitz. Auch hier stehen noch einige Grundmauern, Fliederbüsche und Holunder neben alten Kastanien, die somit auf die ehemals dort befindliche Siedlung verweisen. Wer genau schaut, erkennt die Überreste und auch den ehemaligen Mühlgraben im jetzt mehr oder weniger dichten Wald.

Bis zur Staatsgrenze und dem Ausgangsort in Müglitz waren es dann nur noch wenige Schritte. Wer sich für den genauen Verlauf dieser gut zehn Kilometer langen, landschaftlich sehr schön gelegenen und in historischer Hinsicht hoch interessanten Wanderung interessiert schaut bitte hier.

Rappel

Kaffee immer schwarz. Punkrock und Tattoos. Nichts mit Menschen. Dafür die See und die Berge. Und der Wald. Wanderlust. Bei jedem Wetter und überall.

3 Kommentare

  1. das hast aber gut geschrieben – damit nimmst du mir viel arbeit ab :-) – und der schmetterling hat die mühe gelohnt!

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