Maare, Burgen und Natur – zehn Tage in der Eifel

Was lange schon klar war: Der Urlaub in diesem Sommer sollte, nicht zuletzt auch mit dem Blick auf die Pandemie, im eigenen Land verbracht werden. Deutschland also. Vieles ist noch offen – hier und dort sind wir zu keiner Zeit gewesen – es gibt Nachholbedarf. Die Eifel stand auf der Liste dieser bis dato unbekannten Landstriche. Es galt sie zu erkunden, soweit das eben möglich war …

Quartier bekamen wir auf einem einsam gelegenen Hof, irgendwo im Nirgendwo zwischen Gerolstein und Daun. Eine Ferienwohnung. Im Süden der Eifel, in der Vulkaneifel, mitten auf dem Lande und nein, nicht in Hengasch.

Am Schalkenmehrener Maar

Die Maare, geschwungene Höhenzüge und steile Kerbtäler, jede Menge Wasser und (überwiegend) Laubwald prägen die Landschaft. Dazu wird Ackerbau betrieben, der vor allem. Viele Stoppelfelder im August. Nur selten bekommt man ein paar Kühe, Pferde oder Schafe zu Gesicht.

Klärchen meinte es gut mit uns. Und also sind wir gewandert und geradelt, landauf und landab und an jedem Tag, waren an den Maaren und haben in Höhlen und auf Burgen geschaut. Dazu kamen noch die Mosel und die Rur – in Cochem (die Reichsburg!), Bernkastel-Kues und Monschau wurde trefflich spaziert.

Was schön war: Ich konnte Schmetterlinge mit dem iPhone aus der Hand fotografieren. Die ruhigen Felder und Wälder. Die wenigen, immer freundlichen Menschen unterwegs. Die Burgen. Das Moseltal. Die leere Autobahn. Die gut beschilderten Rad- und Wanderrouten. Der Maare-Mosel-Radweg und die gut organisierten Fahrradbusse.

Nicht so schön: Die Ortschaften, zumindest die Mehrzahl der wenigen, die wir besuchten, wirken wenig einladend. Viel Leerstand und – mitunter – pure Tristesse trieben uns schnell weiter. Und: Die Maare sind schwer zu fotografieren, eigentlich sehen sie nur von oben schön aus. An den heißen Wochenenden steppt dort, insbesondere an denen mit Badeangebot, der Bär. Und zwar gewaltig. Und: Die Orte an der Mosel stöhnen unter der Last der Besucher*innen. Der Sommer ist ja prinzipiell keine gute Zeit für eine Weingegend (weil zu heiß). Das müssen wir also noch einmal machen, im Frühjahr oder im Herbst.

Fazit: Zehn gute Tage waren das, da drüben im Westen. In diesem Landstrich, der, auch wegen der Vielfalt seiner Landschaften, im Norden und im Süden, an der Rur und an der Kyll, gefallen hat. Und dabei haben wir noch gar nicht alles gesehen. Bei weitem nicht.