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Was tun an einem komplett verregneten FREItag? Kino oder Museum? Ersteres geht hier leider noch nicht, das Zweite aber schon. Und wenn man es klein und fein haben möchte, dann ist das StadtMuseum in Pirna die richtige Adresse. Ich trommle dafür immer wieder gerne – im Nachgang und so mich die Ausstellungen interessierten und überzeugt haben.

Momentan gilt es dort gleich drei Sonderausstellungen zu besichtigen, die im Folgenden erwähnt werden sollen.

1. Kriegskinder – Dialog der Generationen in der Region Pirna

Das StadtMuseum Pirna stellt in dieser Sonderausstellung eine Auswahl von 60 Zeitzeugenerinnerungen vor, die im Rahmen des Projektes „Kriegskinder. Dialog der Generationen in der Region Pirna“ anlässlich des 75. Jahrestages der Beendigung des Zweiten Weltkriegs zwischen 2018 und 2020 erfasst wurden […] Die Zitate und Kurzbiografien beruhen auf Interviews mit Menschen aus der Region, die von unterschiedlichen Kindheitserfahrungen im Zweiten Weltkrieg berichten. Sie gaben Auskünfte über Einstellungen und Verhaltensweisen ihrer Familien während der NS-Zeit, die Bewältigung der Vergangenheit nach 1945 sowie über politische Großereignisse. Die Ausstellung zeigt Fotos und persönliche Objekte, die bei den Gesprächen gesammelt wurden und mit den individuellen Erfahrungen in Verbindung stehen. (StadtMuseum Pirna)

So weit, so gut, und ja, es ist eine erstklassige Ausstellung (der mensch hat ca. 1,5 Stunden dort verbracht) – und also entsprach sie meinen Erwartungen. Die Erinnerungen an das wohl dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte werden untermauert mit Bildern aus den Familienalben und zahlreichen (zum Teil persönlichen oder in Pirna gefundenen) Devotionalien der NS-Zeit. Leider sind die dazugehörigen Audio-Stationen derzeit nicht benutzbar (das Hygiene-Konzept!) – sie wären gewiß das I-Tüpfelchen der Dokumentation.

Allein – es gibt auch Kritik am Ausstellungskonzept, die erwähnt werden muss. Der Vorwurf der Fokussierung des Themas auf (nahezu) ausschließlich anerkannte Mitglieder der sogenannten Volksgemeinschaft (hier zum Nachlesen) scheint mir in Teilen, wenn auch nicht umfänglich, berechtigt. Ich hätte mir jedoch ein diesbezügliches Aufeinander zugehen & gemeinsam handeln gewünscht – das schroffe Aufkündigen der Zusammenarbeit zwischen StadtMuseum und dem AkuBiZ e.V. scheint mir im Nachgang wenig hilfreich (was genau in den Absprachen im Vorfeld der Ausstellung besprochen wurde, entzieht sich natürlich meiner Kenntnis).

Die Sache hat also ein Gschmäckle. Aber schauen Sie selbst … Bei jetzt gewecktem Interesse können Sie sich noch eine eigene Meinung bilden – die Ausstellung wird wohl bis Ende September 2021 zu sehen sein.

2. Teddy möchte reisen

Der Dresdner Museologe Lutz Reike sammelt seit 1997 Teddybären. Inzwischen betreibt er die mittlerweile umfangreichste mobile Teddyausstellung in Deutschland. Wir sehen zahlreiche, meist schon in die Jahre gekommene Protagonisten, die in liebevoll arrangierten Szenen den Siegeszug des Teddybären bezeugen und erklären.

7. November 2020 bis 8. August 2021

3. Zeit gezeichnet – Eulenspiegeleien von Peter Dittrich

Peter Dittrich, seines Zeichens Mitbegründer der uns allen wohlbekannten Satirezeitschrift „Eulenspiegel“, zählte zu den produktivsten und vielseitigsten Grafikern seines Metiers. Das StadtMuseum Pirna widmet dem Karikaturisten und Zeichner zum 90. Geburtstag eine Ausstellung, die einen sehenswerten Querschnitt seines Schaffens zeigt.

12. Juni bis 3. Oktober 2021

So weit, so gut, so interessant – Sie wissen jetzt Bescheid. Jede der kleinen Ausstellungen ist für sich sehenswert – im Dreierpack ist dieses jedoch ein unschlagbares Angebot. Der Eintritt beträgt vier Euro pro Nase (oder drei Euro ermäßigt) und das Museum ist von Dienstag bis Sonntag, jeweils von 11 – 17 Uhr, geöffnet.

Ich wünsche einen angenehmen Aufenthalt.


Symbolbild: Omer Sonido

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