Fünf Filmtipps

Analog zu den hier im Blog zwar unregelmäßig, jedoch stetig erscheinenden Verweisen in Sachen Fotografie, sei es hiermit erlaubt, eine ebensolche Reihe von Linktipps zu besonderen (und für mich interessanten) Filmen und Dokumentationen im Netz zu starten. Zum Einen als Notiz für mich, zum Anderen als Empfehlung für die hier mitlesenden Filmfreund:innen.

  • Eine Sommerreise … in die Ukraine (17 Min) – Ein Film mit wunderschönen schwarz-weißen CinemaScope-Aufnahmen, der impressive Szenen von einer Fahrt in die Ukraine mit historischen Reminiszenzen verknüpfte. Hier wurde eine „zu enge und zu intime Sicht“ auf die Sowjetunion bemängelt; es passte den Zensoren nicht, dass Glockengeläut zu hören war, sich ein Chauffeur der Filmcrew oder ein greises Bauernpaar an die Schrecken des Krieges erinnerten oder Nikolai Gogol und Jewgenij Jewtuschenko zitiert wurde – das sei rückwärtsgewandt. Ohne Wissen der Filmemacher Karlheinz Mund und Christian Lehmann wurde der Film gekürzt und verstümmelt; die siebzehn Minuten, die man für eine öffentliche Vorführung zuließ, sind nur der Torso eines großen Entwurfs. (Aus: Ralf Schenk über Christian Lehmann, einen Meister der Kamera im deutschen Dokumentarfilm, 2009 Berliner Zeitung)
  • Der Fall Tellkamp – Streit um die Meinungsfreiheit (90 Min) – Lange haben Leserschaft und Feuilleton darauf gewartet, nun ist er da: Uwe Tellkamps neuer Roman „Der Schlaf in den Uhren“ erscheint bei Suhrkamp. Viel wurde in den letzten Jahren spekuliert, auch ob der Verlag überhaupt noch zu seinem preisgekrönten Autor steht. Zu groß schienen die Differenzen, seitdem sich Tellkamp 2018 gegen islamische Zuwanderung positionierte und massiver öffentlicher Kritik ausgesetzt sah.
  • Wäscherinnen (23 Min) – Regisseur Jürgen Böttcher gibt Einblick in den Arbeitsalltag junger weiblicher Lehrlinge, die im Berliner REWATEX-Werk zu Textilreinigungs-Facharbeiterinnen ausgebildet werden.
  • Über Leben in Demmin (90 Min) – In dem kleinen Ort Demmin in Mecklenburg-Vorpommern nehmen sich kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs hunderte Menschen das Leben. Martin Farkas zeigt, welche Spuren die Traumatisierung bei den Nachgeborenen hinterlassen hat und wie die politische Instrumentalisierung der Geschehnisse die Stadt noch heute prägt.
  • Flüstern und Schreien (120 Min) – Ein dokumentarisches Roadmovie durch die Underground-Musikszene der DDR: Regisseur Dieter Schumann begleitet Bands wie Feeling B und Chicoreé auf ihren Konzerttourneen quer durch ein Land im Aufruhr.

Ich wünsche gute Unterhaltung.