Ein Klassiker zum Brückentag

Die Wolfsschlucht, das Polenztal, Rathen und zurück zum Hockstein. Im Prinzip ist das eine dieser ganz klassischen Runden im Elbsandstein. Alles ist bekannt, man läuft zumeist auf breiten, bequemen Wegen, gähnt müde und entdeckt partout nichts Spektakuläres, weil alles schon hundertmal gesehen …

Egal. Wir waren lange nicht dort. Zudem bin ich nach wie vor der Meinung, dass diese Klassiker ab und an und immer wieder gegangen werden müssen. Um halt zu schauen, ob alles seine Ordnung hat, wie das überhaupt jetzt dort ausschaut und was weiß denn ich. Denken Sie sich bitte irgendeinen Grund … So groß ist dieses kleine, wunderschöne Gebirge ja nun auch wieder nicht.

Auf steilen Treppen durch die Wolfsschlucht

Den Hockstein, mit seinem Blick gen Hohnstein, und den Abstieg durch die Wolfsschlucht finde ich ja nach wie vor spannend (gemeinsam mit 36 anderen Menschen). Wir liefen dann weiter durch das Polenztal, das sich uns wie gewohnt, wildromantisch und wunderschön wie immer, präsentierte. Hach! Und die Menge verteilte sich, Gott sei’s gedankt, die Welt war für einen Moment in Ordnung.

Die kauzige Waltersdorfer Mühle blieb diesmal außen vor (weil keine Lust auf seltsame Menschen, ich war unlängst auf dem Marktplatz zu Pirna und habe die Schnauze voll von Schwurbelnazis, blau-braunen Pöblern und Verschwörungswürsten). Wir liefen nach Rathen, machten eine sinnfreie Kehre über dem Amselgrund, glotzten auf die Paddelheinze auf dem Amselsee und liefen dann, gemeinsam mit gefühlt 785 anderen Menschen, zurück zum Hockstein.

Die Runde geht so, knappe 13 Kilometer, und ist unter der Woche bestimmt nett. Leider habe ich nicht an den verflixten Brückentag gedacht (ich habe diesen Angestellten-Stadtmenschen-Lifestyle-Kalender-Bullshit einfach nicht auf dem Schirm, da ich nie damit gearbeitet habe). Und so war es ein kleiner Vorgeschmack auf das, was kommt, wenn das Volk in diesem Sommer auf die eigene Scholle verwiesen wird. Ich musste kurz an die Pandemie-bedingten Ausgangsbeschränkungen denken …

Mit Wohlgefallen.

6 Kommentare

  1. derbaum 24. Mai 2020 um 07:50

    ich kann es so gut nachvollziehen. und bin am gedanklichen sammeln von orten die auch bei hochkonjunktur noch einsam genug sind 😉

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    1. Rappel 24. Mai 2020 um 08:34

      Oh ja, das Thema beschäftigt uns zunehmend. Ich bin gespannt auf die Entwicklung bis zum Sommer.

      Eine Beobachtung, nur mal so: Der Caravan-Stellplatz hier in Pirna (an der Elbe) ist jetzt schon jeden Abend gut gefüllt. Das wir eng werden …

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      1. Christian W. 24. Mai 2020 um 10:21

        Ich gehe inzwischen auch davon aus, vor Oktober lieber nicht mehr an die Küste zu fahren …

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        1. Rappel 24. Mai 2020 um 18:06

          Man darf wohl davon ausgehen, dass die Ost- und Nordseeküste im Sommer überrannt werden. Die Hoteliers schlagen jetzt schon die Hände über dem Kopf zusammen, wenn konkret angefragt wird.

  2. derbaum 25. Mai 2020 um 06:33

    zum glück will ich nicht ans baltische meer dieses jahr ;-) – mir geht es eigentlich um meine nähere umgebung ;-) – aber ich glaube ich kenne genug feldwege…

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    1. Rappel 25. Mai 2020 um 08:26

      Alles richtig. Aber Sonne, Wind und Sand und Salz in den Haaren haben auch etwas Schönes. Wenigstens einmal im Jahr tut das not, wie und wo auch immer. :)

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