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Drei Kreuze galt es zu erlaufen – ganz oben auf dem Kamm.

Drei Kreuze auf dem Erzgebirgskamm, von denen ein jedes für sich steht. Zwei habe ich schon oft besucht, nur eines war mir neu und somit der willkommene Anlass, meine Schritte einmal wieder Richtung Sattelberg (Špičák) zu lenken.

Startpunkt war Oelsen – am oberen Ortsende findet sich ein kleiner Wanderparkplatz. Man folge einfach dem ausgewiesenen Wanderweg zum Sattelberg und gelangt alsbald zum ersten Kreuz am Wegesrand – das Sühnekreuz steht malerisch an einer großen Kastanie.

Zur eigentlichen Herkunft ist nichts bekannt, keinerlei Sage weiß um das genaue Alter und den Grund seiner Aufstellung zu berichten – selbst der Experte ist ratlos, macht aber unbestritten schöne und stimmungsvolle Bilder vor Ort.

Ich lief weiter Richtung Sattelberg. Ein kleines Waldstück, eine Bergwiese, und schon steht man am Fuß des Gipfels. Rechter Hand führt ein Feldweg um diesen herum. Wenn man ihm folgt, hat man nach gut 300 Metern das zweite Kreuz erreicht. Man muss schon Obacht geben, um es zu entdecken, denn es ist nur 20, 30 Zentimeter hoch. Auch hier muss ich die Erklärung schuldig bleiben – es gibt keinen Hinweis auf die Bestimmung des kleinen, schwarzen Kreuzes. Die Vermutung steht im Raum, dass es sich um den möglichen Ersatz für zwei alte Steinkreuze, die einst dort standen, handeln könnte. Es wäre natürlich schön, einmal die wahren Hintergründe zu erfahren.

Das dritte Kreuz auf dieser kleinen Runde dürfte allseits bekannt sein – es handelt sich schlicht um das Gipfelkreuz auf dem Sattelberg. Anschlagen war natürlich Pflicht, und ich musste mich bedanken: Das Pärchen, das sich eben dort niederließ, um bei einer Flasche Bier zu verweilen, rappelte sich noch einmal auf. Extra für mich, extra für dieses Foto, sehr freundlich – da staunte der mensch. Bis auf die Beiden war dort übrigens niemand, es ist sehr still und einsam dort oben (vom fernen Lärm der Autobahn einmal abgesehen).

Der Abstieg war dann schnell erlaufen. Ich lief noch ein wenig hin und her und her und hin (komoot), mal diesseits und mal jenseits der Grenze, denn die Landschaft ist sehr gefällig: viel offenes Gelände, Bergwiesen, Steinrücken und niedrige, vom Wind gebeugte Waldstücke.

Ein namenloser Feldweg brachte mich letztlich nach Oelsen zurück.

6 Kommentare
  1. wirklich nett von den beiden – ich hab auf meinen runden dort in der letzten zeit nie jemanden getroffen, ausserm rehe, einen hirsch mit deinem harem und einem rudel muffelwild. und ein paar kolkraben. aber in einem muss ich dir recht geben – die autobahn stört ganz schön…

    mit den kreuzen – ich suche noch!

        1. Das ist allerhand. Und die Belohnung für das frühe Aufstehen. Ich hatte Sonne und eine ordentliche Mütze voll Wind, aber leider keinerlei Tiere.

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