Die Richterschlüchte und der Flügel E

Ein Hirsch, keine Pilze und Totholz ohne Ende

Das Elbsandsteingebirge, Samstagmorgen, acht Uhr dreißig, die Neumannmühle im Kirnitzschtal. Fünf Taler braucht es für den Parkplatz, der – immerhin – zu dieser Zeit noch über Kapazitäten verfügt. Der mensch läuft los. Die Zeughausstraße ist immer noch gesperrt, also über den Flößersteig zur Felsenmühle und dann den Kleinen Zschand hinauf. Der Weg zum Zeughaus ist dann ausgewiesen.

Weiter ging es im Großen Zschand. Kein Mensch weit und breit, dafür das Rascheln im Unterholz. Geschätzte 50 Meter, rechter Hand, brach ein kapitaler Hirsch hervor und flüchtete den Hang hinauf. Ein Tier wie aus dem Bilderbuch! Faszinierend im Anblick, und selten dazu. Für einen kurzen Moment. Später dann, am Eingang der Richterschlüchte, lief ich in diese hinein. Und folgte dem Weg bis zur Grotte. Dort tröpfelte es von oben wie immer, auf das Rinnsal ist Verlaß. Ansonsten: absolute Stille.

Der eigentliche Gedanke, den Goldsteig zu gehen, erwies sich als nicht durchführbar (kein Durchkommen). Also wieder retour, das Elend der Richterschlüchte aus der anderen Richtung beschauen und am Forsthaus kurz rasten. Über den Flügel E (rechts und links im Wald kein einziger, brauchbarer Pilz) bin ich dann zurück ins Kirnitzschtal, kam an der Buschmühle heraus und lief vor bis zum Parkplatz.

Im Fazit war es eine angenehme, zum Samstag ungewöhnlich ruhige Runde im Elbsandstein (komoot).


Was gesagt werden muss: Die Richterschlüchte sind, gerade im unteren Teil, in katastrophalem Zustand – das Tal, einst mit wunderschönem Wald gesegnet, ist nicht mehr wiederzuerkennen. Beiderseits des (gut geräumten) Weges türmen sich die toten Fichten, Stümpfe, teils gesägt und teils schlicht weggebrochen, ragen zahlreich und anklagend gen Himmel (was jetzt nichts mit dem Feuer zu tun hatte).

Es ist ein krasses Beispiel für den schlechten Zustand des Waldes und schlicht zum Gotterbarmen … (ein Foto)