Propagandhi: Victory Lap

Vor zwei Tagen erst erschien mit “Victory Lap” das neue Propagandhi-Album. Wer die Kapelle nicht kennt: Propagandhi ist eine Hardcore/Punk-Band aus Winnipeg, Kanada, die bereits 1986 gegründet wurde. Die Bandmitglieder waren und sind politisch stets sehr aktiv – entsprechend engagiert sind auch ihre Songs und Texte, in denen sie sozialkritische, politische und persönliche Themen wie Menschenrechte, Frauenrechte, Tierrechte, Homophobie und Nationalismus verarbeiten. In den frühen Jahren traten sie oft als Vorband der sagenhaften Fugazi oder auch bei NOFX auf.

The Bombpops: Be Sweet

Der Gute-Laune-Song zum Mittwoch kommt von The Bombpops. Die Kapelle habe ich ja hier schon gelobt, und erst unlängst auch das neue Teenage Bottlerocket-Album erwähnt. Von daher macht es Sinn, in diesem kleinen Weblog auch das nagelneue und herzallerliebst anzuschauende Bombpops-Video zu präsentieren, welches als ein Tribut an Brandon Lee Carlisle, den in 2015 verstorbenen Schlagzeuger der Teenage Bottlerocket, zu verstehen ist – von diesem stammt nämlich der Text dieses neuen Songs. Die dazumal befreundeten Musiker haben die Zeilen (welche ursprünglich als ein Lied für Brandons Frau gedacht waren) nach einer gemeinsamen Session verwahrt und jetzt in ihrer eigenen Version veröffentlicht.

Womit der Bogen geschlossen wäre und das Tanzbein geschwungen werden darf …

Bemerkenswert schön finde ich auch das Video, welches sich stark am Stil der Ed Sullivan Show orientiert. Die wöchentliche Late Night Show war in den späten 50er und frühen 60er Jahren extrem populär, da dort regelmäßig vielversprechende Talente (u.a. The Doors, Janis Joplin, Jefferson Airplane oder auch die Rolling Stones) auftraten.

Wissta Bescheid, liebe Kinners!

Teenage Bottlerocket: Stealing the Covers

Die nordamerikanische Punk Rock-Formation Teenage Bottlerocket hat mit Stealing the Covers Mitte Juli ein fantastisches neues Album veröffentlicht. Die Scheibe sprüht nur so vor Lebensfreude und macht meinen Sommer – sie muss hier also unbedingt erwähnt sein.

This one is for the bands out there working their asses off and writing great songs even if nobody seems to care. This is for the bands that play because they love to play. Be sure to check out the original artists and to support the small bands, clubs and scenes. So much of the best music in the world never gets the attention it deserves.

Stealing the Covers ist – als reines Coveralbum hochkarätiger Songs von relativ unbekannten Punkbands* – das 7. Studioalbum der anno 2000 in Laramie, Wyoming, gegründeten Kapelle. Ich schätze die Spielfreude und den Frohsinn der 14 neuen Songs – gerade auch mit dem Blick auf die jüngste, tragische Bandgeschichte: Erst im November 2015 verstarb der langjährige Drummer Brandon Carlisle im Alter von 37 Jahren nach kurzem Krankenhausaufenthalt.

Nach gut anderthalb Jahren kann man sagen: Sie haben sich gefangen – Teenage Bottlerocket ist wieder da und der neue alte Stern am Punkrock-Himmel.

*The Varsity Weirdos, Hollywood Blondes, Juke, The Scutches, Sprocket Nova, Head, Artimus Maximus, The Gullibles, The Blendours, The Mugwumps, The Four Eyes, The 20 Belows, Onion Flavored Rings, Punchlines


Press Photo: Fat Wreck Chords

PEARS: Green Star

PEARS ist eine US-amerikanische Melodycore-Band aus New Orleans, die anno 2014 von Zach Quinn (Gesang), Brian Pretus (Gitarre), Erich Goodyear (Bass) und Jarret Nathan (Schlagzeug) gegründet wurde. Noch im gleichen Jahr erschien in Eigenregie und im Rekordtempo das Debütalbum Go to Prison – es wurde 2015 vom Independent-Label Fat Wreck Chords, bei dem die Band zwischenzeitlich unter Vertrag kam, neu aufgelegt.

Die Kapelle spielt eine Mischung aus Hardcore Punk und Melodycore – die Musik ist also sehr schnell und voller Tempowechsel. Genau am 1. April 2016 erschien dann Green Star, das zweite Album der Pears, das ihr anbei im Stream hören könnt.

Ich mag den kraftvollen Sound und nehme mit Wohlwollen den humoristischen Ansatz war, mit welchem die spielfreudige Band die Szene und sich selbst auf den Arm nimmt – das passt so. Wer sie live erleben will – Ende Juli/ Anfang August gibt es einige wenige Auftritte in Westdeutschland.


Press Photo By: Lee Lee Blunt

Bad Cop/Bad Cop: Warriors

Bad Cop/Bad Cop ist ein komplett weiblich besetztes Punkrock-Quartett aus Los Angeles. Das Debut Not Sorry kam 2015 auf den Markt und war mitnichten ein Erfolg. Deutlich gereifter klingt da für mich das gestern erschienene zweite Album Warriors, welches eines der ersten amerikanischen Punk-Alben überhaupt ist, das in der Trump-Ära geschrieben wurden.

Viele der elf neuen Songs stammen von Stacey Dee (Vocals/Guitar), die zwei schwere, dunkle Jahre hinter sich hat, jetzt aber optimistisch in die Zukunft schaut. Die aktuelle Platte betrachtet sie als einen Neustart.

I was so negative for most of my life. After changing my life, I have been trying to focus on strength, connectedness and positivity. I think this record is a good start.

Wir hoffen also das Beste und bescheinigen dem Warriors Album derweil einen engagierten, temporeichen Street Punk feinster kalifornischer Bauart.

Reinhören geht hier (Apple Music) oder hier (Spotify).

Cock Sparrer: Forever

Cock Sparrer gründete sich bereits 1972 und gilt heute als eine der ersten und gleichzeitig berühmtesten Oi!-Bands. Ihr Debütalbum kam erst 1978 auf den Markt, erschien in geringer Auflage nur in Spanien und wird heute hoch gehandelt. Der Erfolg blieb der Band zunächst versagt, erst Anfang der 80er kam der Durchbruch – Oi-Punk war inzwischen das große Ding auf der Insel. Anno 2000 wagte die Band dann auch den Sprung über den Atlantik und nahm die US-Punk-Szene im Sturm …

Mit der Veröffentlichung neuer Platten ließ sich die Kapelle stets Zeit. Das unlängst – am 21. April – erschienene Album Forever (Apple Music) ist das erste Studioalbum seit Here We Stand, welches im Jahr 2007 erschienen ist. Es knüpft an die besten der guten alten Zeiten an und präsentiert die fünf, inzwischen deutlich gealterten Oi-Punk-Rocker, in Hochform.


PS: Im Video oben seht ihr den Opener der neuen Platte: One By One. Wer einen bemerkenswert guten Konzertmitschnitt von Ende 2016 (19 Songs) sehen möchte, klickt bitte hier.

Face to Face: Say What You Want

Face to Face. Allerfeinster Punkrock aus dem sonnigen Kalifornien. 1991 gegründet, 2004 aufgelöst und anno 2008 die Reunion. Elf Studioalben sind bis dato erschienen.

Vor einigen Tagen kam “Say what you want” als limitierte 7″-Single auf den Markt. Das Vinyl bringt neben dem genialen Titeltrack (oben im Video) auch den bis dato unveröffentlichten Song “I. Me, Mine” von den Protection-Sessions.

Im Sommer wird getourt – dann stehen auch einige Konzerte in Deutschland an.