Archiv der Kategorie Buch

Charles Bukowski: Faktotum

Ich habe gelesen: “Faktotum” von Henry Charles Bukowski. Die Bäume entlang der Straße sahen alle gleich aus: klein, verkrüppelt, halb erfroren, ohne Blätter. Ich mochte sie. Ich ging meinen Weg unter dem kalten Mond. Das Amerika der 40er Jahre. Hank Chinaski, seines Zeichens erfolgloser Kurzgeschichten-Autor, tingelt durch die Staaten und hangelt sich von einem miesen Job zum nächsten. Ein billiges Zimmer, Alkohol nicht zu knapp…

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Der Spion am Fensterkreuz

Was jetzt nur sekundär diejenige Person meint, welche hinter der Gardine hervorlugt, sondern primär einen oder oftmals auch zwei kleine Außenspiegel, welchen die Altvorderen zum Zwecke der Information am äußeren Fensterrahmen montiert hatten. Diese Spiegel waren dereinst (Sie werden sich erinnern: es gab eine Zeit vor dem Rundfunk und dem Fernsehen) häufig zu sehen und äußerst beliebt. Denn somit konnten die Frauen, deren Leben sich…

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Unbesetztes Gebiet

… Aus der Not heraus entstand hier eine deutsche Selbstverwaltung (“Freie Republik Schwarzenberg”), ein zu dieser Zeit einmaliges politisches Gebilde, das bis zu seiner Besetzung durch die Rote Armee, Mitte Juni 1945, auf einem 520 Quadratkilometer großen Territorium seine Funktionsfähigkeit erhalten konnte … Soweit das Zitat aus meiner derzeitigen S-Bahn Lektüre (“Das Kriegsende in Sachsen 1945” von Wolfgang Fleischer, eine lesenswerte Dokumentation der regionalen Ereignisse…

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Wolfgang Herrndorf: Arbeit und Struktur

Nach der Diagnose eines bösartigen Hirntumors beginnt der Schriftsteller Wolfgang Herrndorf im September 2010 ein digitales Tagebuch zu schreiben. Im Ursprung war dieses rein privat, erst später entschloss er sich zur Veröffentlichung. “Arbeit und Struktur” ist nicht nur eine wärmste Leseempfehlung meinerseits – das wäre zu wenig. Nein, ich erlasse hiermit einen LESEBEFEHL. Davon gab es in den letzten Monaten nicht gar so viele. Dabei…

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Das Verschwinden des Philip S.

Philip Werner Sauber, 1947 in Zürich geboren, kam 1967 nach Berlin und begann ein Studium an der 1966 gegründeten Filmakademie. Dort lernt er Ulrike Edschmid kennen, verliebt sich und die beiden werden ein Paar. Nach einem ersten experimentiellen Film gerät Philip S. zunehmend in den Strudel der politischen Ereignisse: im Sommer 1968 – während der Notstandsgesetzgebung – wird auch die Filmakademie besetzt. Im Zuge der…

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Wodka ist immer koscher

Ich habe gelesen: “Wodka ist immer koscher” von Küf Kaufmann. Im vergangenen November fand sich der Autor in Pirna zu einer Lesung ein – ich erwähnte das hier kurz und hatte dann auch das ausgesprochene Vergnügen, der Veranstaltung beizuwohnen. Allerdings habe ich es jetzt erst geschafft, sein Buch auch zu lesen. Küf Kaufmann, geboren 1947 im russischen Marx, lebt seit 1990 in Deutschland und ist…

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W. Herrndorf: Tschick

Wolfgang Herrndorfs “Tschick” dürfte inzwischen zum Klassiker avanciert sein, und das aus gutem Grunde … Ich habe den Roman erst jetzt in die Finger bekommen und mich köstlich amüsiert. Erzählt wird eine bemerkenswerte Reise durch die sommerliche, ostdeutsche Provinz. Hauptfiguren sind zwei vierzehnjährige Jungen: Maik (aus vermeintlich gutem Hause) und Tschick (eigentlich Andrej Tschichatschow, russischer Spätaussiedler und durchgeknallter Asi aus den Hellersdorfer Hochhäusern), welche in…

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