Alle liebten Struppi

Heinz Fülfe also. Aka Taddeus Punkt. Der unvergessene Schnellzeichner. Wer im Osten aufgewachsen ist, der kennt den Mann. Der liebenswerte Hund Struppi, Frau Elster, Flax und Krümel. All diese Sympathie erweckenden Figuren aus dem DDR-Kinderfernsehen. Pädagogisch wertvoll allesamt. Sie wurden von Heinz Fülfe gespielt – mit seiner Frau Ingeburg schrieb er die Manuskripte, suchte die Requisiten aus und gestaltete das Bühnenbild.

Der Mann war nicht nur ein brillianter Puppenspieler (dessen Laufbahn übrigens in Pirna begann), sondern auch ausgebildeter Bühnenbildner, Kulissenmaler, Musiker, Tänzer und Schauspieler. Von 1950 bis 1955 war er Ensemble-Mitglied der von Wolfgang Hensel nach dem Krieg gegründeten Puppenbühne „Die Pirnaer“, danach arbeitete er ausschließlich für den Deutschen Fernsehfunk.

Das Stadtmuseum Pirna widmet dem Puppenvater zum 100. Geburtstag eine kleine, aber sehenswerte Sonderausstellung. Gezeigt werden die Original-Figuren von Frau Elster, Struppi, Flax und Krümel sowie auch einige Gemälde und Zeichnungen Fülfes, der – zweifelsohne – auch ein talentierter Maler und Grafiker war (man muss dazu wissen, dass der Sohn des Künstlers, ob der Verbundenheit seines Vaters zur Stadt Pirna, den künstlerischen und persönlichen Nachlass Ende 2018 mittels Schenkung dem Stadtmuseum zukommen ließ). Auch schön: Neben den Informationen zum Leben und Schaffen zu Heinz Fülfe (1965 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Pirna verliehen) gilt es auch einen seiner Flax-und-Krümel-Filme anzuschauen, welche heute als durchaus vergnügliche und bemerkenswerte Dokumente ihrer Zeit gewertet werden dürfen.

Der Besuch lohnt.


Ausstellungsort: Stadtmuseum Pirna, vom 25. Januar bis 26. April 2020, Dienstag bis Sonntag von 10–17 Uhr, regulär vier Euro.

2 Kommentare

  1. derbaum 7. Februar 2020 um 05:20

    schön das du es geschafft hast – ich will auch noch hin – mal sehen…

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    1. Rappel 7. Februar 2020 um 10:44

      Ich habe das erste Zeitfenster genutzt. Unter der Woche wird das eh nichts, da das Museum schon um 17.00 Uhr schließt. Und am Wochenende sieht es eigentlich immer mau aus …

      Antwort

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