Der aus Dresden stammende Schriftsteller Peter Richter (42) arbeitet als Kulturkorrespondent für die Süddeutsche Zeitung in New York. In einem überaus lesenswerten Interview äußert er sich zu Heidenau, Pegida und dem zweifellos bedenklichen Bild von den Zuständen im Sächsischen.

Wer nun verbales Sachsen-Bashing vermutet liegt falsch. Peter Richter analysiert umfassend Ursachen und Wirkung des aktuellen Geschehens vor Ort, benennt das alte Argument vom “Tal der Ahnungslosen” als tückischen Irrtum und verweist auf die schon in den Jahren der Wiedervereinigung weit verbreiteten Ressentiments gegen alles Neuartige und Fremde (die natürlich kein Alleinstellungsmerkmal der Sachsen sind – siehe beispielsweise “Tschechien sagt Nein”).

Guter Ruf? Ich blicke lange genug von außerhalb drauf, und ich habe immer laut genug auf meine Herkunft hingewiesen, um recht sicher sagen zu können: Sachsen ist schon auch ein beeindruckend unbeliebtes Bundesland, was unter anderem an der sagenhaften Selbstverliebtheit liegt. Ist es nicht beeindruckend, wie vielen Leuten die polemische Forderung nach einem Saexit (Austritt Sachsens aus der Bundesrepublik, Anmerkung der Red.) tief aus dem Herzen zu sprechen scheint?

Aber er hat auch eine schöne Idee, wie die Region Dresden zu ihrer selbst propagierten Weltoffenheit zurückfinden kann:

Hinziehen. Das angenehmere Dresden stärken. Die Stadt und vor allem die Umgebung sind, trotz der Bausünden seit 1990, immer noch zu schön, um sie Leuten zu überlassen, die mit vorgeschobenem Unterkiefer argumentieren. […] ich will eines Tages schon ganz gerne dahin zurück. Deshalb bin ich dankbar für jeden, der es in der Zwischenzeit auf sich nimmt, dort für eine Öffnung der Mentalität und am besten auch des Genpools zu sorgen.

Applaus und Danke dafür!


Verweis: Peter Richter – “Der Ruf Sachsens ist fundamental im Arsch” (LVZ)

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