Balzhütte und Enge Stiege

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Etwa zehn Kilometer von Dittersbach, kurz vor der Ortschaft Doubice (Daubitz), findet sich linker Hand am Waldrand ein kleiner Parkplatz. Dieser war der Ausgangspunkt unserer heutigen Runde durch das ehemalige Jagdrevier der Fürstenfamilie Kinky. Dicht bewaldete, naturbelassene Felsenriffe kennzeichnen diese etwas abseits gelegene Gegend in der Böhmischen Schweiz. Einst war sie die letzte Zuflucht des Auerhuhns, bevor es zur Gänze verschwand. Dazumal wurden hier auch Hirsche, Mufflons und Gemsen in Tiergärten gehalten und später zum Abschuss ausgesetzt – die Jagd auf den Auerhahn genügte den fürstlichen Jägern nicht mehr. Doch diese Zeiten sind lange vorbei, und das ist auch gut so.

Blick von oberhalb der Engen Stiege auf Kaltenberg und Suppgeberg

Blick von oberhalb der Engen Stiege auf Kaltenberg und Suppgeberg

Über die Hänge des Schwarzen Berges und dann des Haidberges liefen wir durch wunderschönen Hochwald zur Eustachiushütte. Hier folgten wir nur kurz dem markierten Weg, um dann auf schmalem Pfad in den Grund hinabzusteigen und weiter (den gesperrten Harzgrund ließen wir rechts liegen) in vielen Windungen und um diverse Riffe herum zu laufen. Nach etwa einer halben Stunde trafen wir auf den Wanderweg Richtung Balzhütte und folgten diesem zum Zwecke einer kurzen Einkehr (wir entschieden uns für das Gasthaus mit dem Türmchen).

In Balzhütte

Gasthaus in Balzhütte

Im Anschluss war es nicht mehr weit bis zum Einstieg in die Steile Stiege, welche sich als enger Felsspalt erwies, der mittels einiger steiler Leitern gut zu erklimmen war. Oben auf dem Riff lohnte die Aussicht auf den Kessel und hinüber zum Kaltenberg, jedoch sind alle Gipfel stark bewaldet – ein freier Blick ist also kaum gegeben.

Oberhalb der Engen Stiege

Vom Aussichtsriff über der Stiege braucht es dann nicht so lange, um im Bogen erst zur Eustachiushütte und dann zum Ausgangsort zurückzukehren.

Ein ertrunkenes Würstchen

Ein ertrunkenes Würstchen

Im Fazit benötigten wir vier Stunden für diese ca. 12 Kilometer lange Runde, welche mit ihren einsamen, oft auf gleicher Höhe verlaufenden Wegen im schön anzuschauenden Wald und Fels als herzallerliebst einzuordnen ist.

Rappel

Rappel

Kaffee immer schwarz. Punkrock und Tattoos. Nichts mit Menschen, dafür die See und die Berge. Und der Wald. Wanderlust. Bei jedem Wetter, und überall.

7 Kommentare

  1. ach ja das böhmsche… wenn ich mich nur aufraffen könnte ins ausland ;-)

    1. Du musst einfach der Autobahn in die andere Richtung folgen, so weit ist es ja nicht. Es tut immer wieder sehr gut, etwas Abstand zu haben. Und wenn es nur ein Nachmittag ist …

  2. und ertrunkene würstchen müsste ich auch wieder mal machen. die besten gabs auf der kleinseite in prag in einer studentenkneipe im keller. sehen konnteste nix weil der qualm so dick war :-) – damals in den 80ern…

    1. Das glaube ich gerne. Mit Prag verbinde ich auch ein besonderes kulinarisches Erlebnis: die Speisekarte auf tschechisch und der freundliche Kellner ohne Fremdsprache – wir haben also Tiere imitiert. Google übersetzte mein Gericht dann als ein “Kotelett aus dem Sattel”. Gehofft habe ich auf ein ordentliches Steak – bekommen habe ich einen geschmorten Ochsenschwanz in einer Sauerkrautsuppe. :(

      Aber solch ein ertrunkenes Würstchen ist immer eine willkommene Abwechslung im Speiseplan. :)

      1. ja da gibt es lustige geschichten – meine mama hat in der slovakei unweit der tatra ‘kleines von kuh’ bestellt – in der annahme es ist kalbfleisch. aber es war gehirnragout ;-)

  3. Autsch, da hätte ich aber auch ein ziemlich langes Gesicht gemacht. Hirn geht gar nicht. :(

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