Sie erinnern sich vielleicht an Walter Faber, den streng rationalen, technisch orientierten Menschen, in dessen wohlbeordnetes Leben plötzlich die verdrängte Vergangenheit einbricht?

Ich schätze das Schach, weil man Stunden lang nichts zu reden braucht. Man braucht nicht einmal zu hören, wenn der andere redet. Man blickt auf das Brett, und es ist keineswegs unhöflich, wenn man kein Bedürfnis nach persönlicher Bekanntschaft zeigt, sondern mit ganzem Ernst bei der Sache ist.

Eine großartige Geschichte, voll an Verfehlungen und Versäumnissen, welche mit einer Verkettung höchst unwahrscheinlicher Ereignisse gepaart ist. Aufgeschrieben von Max Frisch, dessen Roman schnell zum Bestseller avancierte und inzwischen als ein Klassiker der europäischen Literatur gilt …

Zu Beginn der 90er Jahre verfilmte Volker Schlöndorff dann die Story, allerdings mit bescheidenem Erfolg.

Es existiert aber auch eine szenische Version, welche derzeit (und glücklicherweise) im Repertoire des Dresdner Societaetstheaters zu finden ist. Die Vorlage wurde dort von Regisseur Jan Böde als Zweipersonenstück inszeniert (circa 70 Minuten) und wird von zwei gestandenen Dresdner Mimen gespielt: Philipp Otto und Annedore Bauer. Ich habe die Aufführung gestern gesehen und kann Ihnen den Besuch derselben hiermit nachhaltig empfehlen – es war ein wunderbarer, überaus unterhaltsamer Abend.

Bei Interesse: für Mittwoch, den 20. Mai, ist das Stück wieder im Spielplan annonciert.

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