Rocko Schamoni – seines Zeichens Entertainer, Musiker, Autor, Schauspieler und Clubbetreiber – schildert in DORFPUNKS seine Jugenderinnerungen als Dorfpunk Ende der 1970er/ Anfang der 1980er Jahre.

Ort der Handlung ist das fiktive Schmalenstedt (gemeint ist jedoch Lütjenburg in Schleswig-Holstein). Die Eltern des Protagonisten (beide Lehrer) haben dort ein heruntergewirtschaftetes Bauernhaus erworben und renovieren es. Als Zugezogener darf unser Held sich in das Leben des Dorfes einfügen. Und, soviel sei verraten, es gelingt ihm auch ganz gut.

Kühe, Mofas, Bier, Konfirmandenunterricht, Schulstress, Liebeskummer und die tödliche Langeweile [ … ] Doch dann kam PUNK, und PUNK kam auch nach Schmalenstedt in Schleswig-Holstein.

Sex, Drugs & Rock ‘n’ Roll. Wie eine Flutwelle schwappt der PUNK über das flache Land und Schamomi – aka Roddy Dangerblood – erwischt es besonders hart. AC-DC war gestern, die Sex Pistols sind nun die neuen Hausgötter. Abhängen, ein neues Outfit, Rum-Cola und jede Menge Bier – die Schule wird alsbald zum Störfaktor, eine Band wird gegründet, Partys, Konzerte und größere und kleinere Katastrophen … Irgendwann klappt es dann mit einem Mädchen. Auf Drängen der Eltern beginnt Roddy Dangerblood immerhin eine Töpferlehre und bringt es wider Erwarten auch zum Abschluss. So weit, so gut. Spätestens jetzt ist es an der Zeit, dem verschlafenen Schmalenstedt den Rücken zu kehren …

Schamoni blickt zurück auf seine Jugend – manchmal etwas wehmütig und gelegentlich sich selbst vor Verwunderung die Augen reibend. Der Mann hat Humor und ist wie der mensch ein Kind der 60er Jahre (vom Ost/Westgedöns einmal abgesehen gab es diverse Parallelen, und wir hatten, zumindest dazumal, die gleichen musikalischen Helden). Im Fazit ist dieser Roman daher eine sehr witzige und unterhaltsame Lektüre – ich habe mich königlich amüsiert.

PS: ja, ich weiß, daß DORFPUNKS in Hamburg schon auf der Bühne stand. Und dass es den Film von Lars Jessen gibt. Gesehen habe ich bis dato aber weder das Eine noch das Andere. Was jetzt aber nicht so schlimm ist – ich habe ja das Buch.