Mit 26 Jahren, vier Jahre nach dem Tod der geliebten Mutter, hat Cheryl Strayed allen Halt in ihrem Leben verloren …

Die Trauer zermürbt sie, sie lässt sich ziellos treiben, bis letztlich – nach zahllosen Affären und exzessiven Drogenkonsum – auch ihre Ehe geschieden wird. Eine ungewollte Schwangerschaft lässt Cheryl schließlich eine wagemutige Entscheidung treffen: sie nimmt eine Auszeit begibt sich auf einen Fußmarsch der Superlative. Drei Monate lang kämpft sie sich fast zweitausend Kilometer über die Höhenzüge des Pacific Crest Trail an der US-Westküste von Südkalifornien bis in den Norden Oregons. Ein Trip der Extreme, der zur eindrucksvollen Geschichte einer Selbstfindung wird.

“DER GROSSE TRIP – WILD” ist die Verfilmung des autobiografischen Romans Der große Trip (engl.: Wild) von Cheryl Strayed. Die Autorin hat ihre Erlebnisse und Gedanken erst 17 Jahre nach der Tour aufgeschrieben und veröffentlicht. Anno 2012 erschien das Buch in den USA und wurde zum Bestseller, der bis dato in 30 Sprachen übersetzt wurde (noch nicht gelesen). Jean-Marc Vallée führte in der Verfilmung jetzt die Regie, und die bezaubernde Reese Witherspoon brilliert als Cheryl Strayed.

Wer nun allerdings einen erbaulich lockeren Wander- oder Aussteigerfilm erwartet liegt ganz und gar falsch: mit seiner bewusst fragmentierten Erzählweise und vielen Rückblenden, die wie im Drogenrausch daherkommen, erleben wir die Geschichte einer Frau, die es sich alles andere als leicht gemacht hat. In der Annahme, etwas mehr über den Trail an sich zu erfahren – mit all seinen Herausforderungen und technischen Schwierigkeiten – lag auch ich im Vorfeld etwas daneben, dies ist so gar nicht das Ansinnen der Story. Unabhängig davon ist DER GROSSE TRIP jedoch ein packendes Abenteuer-Drama, das anzuschauen lohnt.

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Kaffee immer schwarz. Punkrock und Tattoos. Nichts mit Menschen, dafür die See und die Berge. Und der Wald. Wanderlust. Bei jedem Wetter und überall.

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