Ich habe gelesen: “Neues aus Neuschwabenland” von Alex Jahnke. Und um es gleich kurz und knackig auf den Punkt zu bringen: ich hätte mehr erwartet und kann nur bedingt zur Lektüre dieser 228 Seiten raten.

Dabei birgt das Thema – eine von Nazis bevölkerte Ufo-Basis am südlichsten Punkt der Erde – enormes Potential. Reichsflugscheiben, Vril (die geheimnisvolle kosmische Energie) – Verschwörungstheoretiker der ganzen Welt horchen auf bei diesen Dingen. Und natürlich habe ich auf eine IRON SKY ähnliche Persiflage gehofft, auf ein wunderschön absurdes und komisches Szenario zur Thematik. Dem wurde der Autor jedoch nur im Ansatz gerecht.

Die Geschichte wird in kurzen Schnipseln erzählt – in Form von Tagebucheinträgen. Fiktiver Autor ist Friedrich von Mumpitz, der Adjutant des Kommandanten der Basis. Neben den zahlreichen Einträgen bestimmt ein einziger Handlungsstrang das Geschehen: ein geheimnisvoller Mord, den es aufzuklären gilt. Es bleibt also übersichtlich, man kann das Büchlein getrost aus der Hand legen und immer wieder einmal zur Hand nehmen.

Bei der Mehrzahl der Einträge stört mich vor allem die Beliebigkeit derselben – als mehr oder weniger gelungene Bürowitze sind sie universal einsetzbar und passen überall – an jedem Ort und in jeder Firma. Mit Neuschwabenland hat das Ganze relativ wenig zu tun, da hätte ich mir mehr erhofft. Im Grunde liest sich dieses Tagebuch wie ein bemüht witziger Twitter-Stream, der sich mangels Tiefgang und markiger Pointen auch gerne einmal unter der Gürtellinie bedient. Und erinnert somit leider nur allzuoft an das schier unerträgliche Comedy-Vergnügen privater Fernsehsender …

Wer möchte, darf das durchaus lustig finden – ich kann darauf gerne verzichten.

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