Wandern in der Mala Fatra II

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Ich bin euch noch unsere dritte Tour in den Bergen bei Stefanova schuldig – die Überquerung des Stoh (1607 m – siehe Foto). Der Stoh punktet oberhalb der Baumgrenze mit einem markanten, almartigen und abgerundeten Gipfel – er sollte also vergleichsweise (zum Veľký Rozsutec) bequem zu erlaufen sein.

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Wir stiegen wieder direkt von Stefanova auf – durch finsteren Tann ging es steil bergauf zur Hütte “na Grúni”. Diese ist schön gelegen, allerdings auch dem Ski-Zirkus verpflichtet – es gibt Abfahrtshänge und Sessellifte. Im Herbst hingegen herrschte himmlische Ruhe – nur das unverkennbare Brüllen eines Bären nahebei ließ uns etwas unruhig werden.

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Schon beim Aufstieg zur Hütte wurde uns klar, dass dies alles andere als ein Spaziergang werden sollte. Zum Einen verlaufen die Wege am Steilhang nur selten in Serpentinen – es geht statt dessen oft schnurstracks und steil nach oben. Zum Zweiten ist der Zustand dieser Wege oft katastrophal – nach starken Regenfällen im Sommer kam es zu massiven Ausspülungen und nachhaltigen Schäden. So ist etwa die Talstation der Kabinenbahn im Vrátna-Tal im Juni zur Gänze von einer abgehenden Steinlawine überrollt worden, zudem ist die einzige Zufahrtsstraße in Teilen stark unterspült und weggerissen worden. Kaum verwunderlich also, dass gerade an den Steilhängen der Pfad als solcher mitunter kaum noch erkennbar war.

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Dazu kommt noch die Beschaffenheit des Bodens an sich: Kalkstein und Lehm. Kalkstein ist bei Nässe extrem glatt, und der Lehm klebte an den Bergstiefeln, dass es eine wahre Freude war! Es regnete auch in der vergangenen Woche immer wieder – so dass sich der lehmige Boden auf den Wiesen und im Wald in eine einzigartige Rutsch-Leim-Piste verwandelte, die jeden Schritt zur Mühsal werden ließ (wir erinnern uns: es geht fast immer schnurgerade nach oben oder unten). Die Bergstöcke wurden somit zum unverzichtbaren und hochgeschätzten Equipment …

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Von der “Chata na Grúni” ging es also den Lehm-Wiesen-Skihang hinauf zum Poludňový grúň (1460 m). Wir waren damit auf dem Kamm angelangt, die Pfade wurden trockener und fortan entschädigten uns die Ausblicke über die Bergwelt für das erlittene Ungemach im Auf- und Abstieg.

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Der Blick ins Tal auf Stefanova …

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Nach der bemerkenswert schönen Kamm-Passage wurde es im direkten Aufstieg am Stoh noch einmal kernig, denn im niederen Gehölz hält sich die Feuchtigkeit am Boden hervorragend. Mit der Baumgrenze wurde es dann besser, und alsbald langten wir auf dem Gipfel an, der inzwischen jedoch von Wolken umhüllt war, die nur selten etwas Sonnenschein hindurch ließen.

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Nach kurzer Rast (es war bitterkalt in den Wolken!) folgte der Abstieg zum Sattel zwischen Stoh und Veľký Rozsutec, dem Sedlo Medziholie (1185 m). Leider war dieser ebenso wie der Veľký Rozsutec jetzt stets von Wolken verhüllt – viel zu sehen war also nicht. Wir nahmen es sportlich und stiegen durch den Wald zu unserem Ausgangsort hinab.

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Im Fazit waren wir auch an diesem Tag acht bis neun Stunden unterwegs – in der Hauptsache ist dies den schwer begehbaren Wegen zuzuschreiben. Was nach unseren Erfahrungen nun auf dem Plan steht (für irgendwann einmal) ist eine reine Kammwanderung in der Mala Fatra. Schauen wir mal, was daraus wird …

    1. Nein, das hätte ich doch längst erwähnt. Aber wir haben ihn noch zwei, dreimal gehört. Und sind uns ziemlich sicher, dass es ein Bär ist, denn wer sollte sonst so martialisch im Wald herumbrüllen?

      Übrigens findet man in der Mala Fatra generell keine frei weidenden Kühe oder Schafe – es ist stets ein Hirte mit Hund dabei …

  1. wir haben nur mal dampfende haufen gesehen – der grösse nach müssen sie vom bären gewesen sein, das war in der niederen tatra, in den 70ern… aber gehört oder gesehen haben wir ihn nicht…

    und das mit den wegen kenne ich gut ;)

    1. Wie schön – ein Leidensgenosse. :) Und ja, Bärenlosung haben wir auch einmal gesehen. Ein bissel unheimlich war das dann schon. In den Wäldern Kanadas tragen die Wanderer stets Glöckchen am Schuh – wegen der Bären …

  2. Hallo Rappel! Wenn Ihr das mit der Kammtour wirklich angehen wollt – das würde mich auch nochmal interessieren ,,,
    Rumänien u.U. auch. Ich nehem auch ein eigenes Zimmer ;-))))

    1. Wir waren letztlich froh, überhaupt noch hinaufsteigen zu können. Es wäre schon deprimierend, nach einer Handvoll miesepetriger Regentage unverrichteter Dinge wieder abreisen zu müssen … So hat es eben noch gut gepasst. :)

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