Ich habe gelesen: “Vor allen Dingen war ich ein Kind – Erinnerungen eines jüdischen Jungen aus Pirna” von Esra Jurmann.

Esra Jurmann wurde am 20.05.1929 als Sohn eines jüdischen Kaufmannes in Pirna geboren. Als Kind erlebte er die Schrecken des Nationalsozialismus und schrieb diese nieder. Die Notizen gelangten in die Hände des Historikers Hugo Jensch, und diesem ist es letztlich zu verdanken, dass die Erzählung einen Verleger fand und anno 2008 erscheinen konnte.

Der Autor erzählt in sachlich nüchterner Weise von der Zerstörung des väterlichen Geschäfts zur Reichspogromnacht, den Repressionen im Schulalltag und dem anschließenden Aufenthalt in den Dresdner Judenhäusern. Es folgt die Deportation in das Ghetto in Riga und der anschließende Aufenthalt in mehreren Konzentrationslagern. Mutter und Bruder überlebten dies nicht, Esra Jurmann konnte sich jedoch der tödlichen Bedrohung entziehen und überlebte dank glücklicher Umstände. Nach dem Krieg suchte er seinen ebenfalls überlebenden Vater und fand ihn in London, wo er sich dann auch niederließ. Er verstarb im Alter von 84 Jahren am 27. März 2014.

Ich habe von den Grausamkeiten und dem Schrecken nicht im Einzelnen gesprochen, weil ich es nicht will. Die Schrecken der Konzentrationslager sind gut dokumentiert. Ich wollte von der anderen Seite sprechen, die es auch gab, obwohl sie sehr oft überschattet war.

Das nur 96 Seiten umfassende Büchlein “Vor allen Dingen war ich ein Kind – Erinnerungen eines jüdischen Jungen aus Pirna” ist im goldenbogen verlag erschienen und für 9,90 EUR zu erwerben.