Das finstere Tal

Das finstere Tal

Wir schreiben das Ende des 19. Jahrhunderts. Ort der Handlung ist ein entlegenes Hochtal – irgendwo in den Tiroler Alpen. Ein einsamer Reiter erreicht das kleine Dorf. Niemand heißt ihn willkommen, die Bewohner sind abweisend und verschlossen. Der Fremde gibt sich als Fotograf aus, der den Winter im Tal verbringen möchte. Für eine Handvoll Goldmünzen gewähren ihm die Söhne des Brenner-Bauern, des alles entscheidenden Patriarchen, ein Quartier.

Mit dem beginnenden Winter, der das Dorf in den Bergen einschließt, kommen zwei Söhne des Brenner-Bauern auf mysteriöse Weise ums Leben. Bald wird klar, dass ein altes, dunkles Geheimnis über dem Tal liegt. Es gilt, eine Rechnung aus längst vergangenen Zeiten zu begleichen …

Es gibt Sachen über die darf man nicht reden. Sachen, die früher passiert sind. Vor langer Zeit. Aber dass man nicht über sie reden darf, heißt nicht, dass man’s je vergessen kann. Es gibt nämlich Sachen, die lassen sich nie mehr vergessen. ~ Luzi

Der österreichische Regisseur Andreas Prochaska hat mit “Das finstere Tal” einen bonfortionösen Alpen-Western geschaffen. Als Vorlage diente ihm der gleichnamige Roman von Thomas Willmann (anno 2010, noch nicht gelesen). Der Film besticht durch die brilliant agierenden Darsteller_innen (Sam Riley, Paula Beer, Tobias Moretti) und die Wucht der Bilder – die verschneite Alpenlandschaft liefert dafür die perfekte Kulisse. Die 115 Minuten sind von einer wunderschönen Melancholie geprägt; die zerfurchten, verloren wirkenden Gesichter der Dorfbewohner, der mir nur schwer verständliche Tiroler Akzent und die dramatische Musik (das Metronom!) wirken hier als die tragenden Elemente.

Am Ende passt alles hervorragend zusammen, kurzum: “Das finstere Tal” ist ein genial inszenierter Rachefeldzug mit Kamera und Gewehr – Auge um Auge bis zum letzten Schuss – den ihr gesehen haben solltet. Natürlich im Kino – denn dafür werden Filme gemacht.

Verweis: Das finstere Tal (Filmwebsite)

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