Ausstellung: Die verschwundene Burg

Ausstellung: Die verschwundene Burg

Ich stelle fest: wir haben herzallerliebstes Museumswetter. Es gilt also, das Beste aus der Regenzeit zu machen und beispielsweise das Pirnaer Stadtmuseum mit einem Besuch zu beehren … Dort wird seit kurzem eine neue Sonderausstellung präsentiert: “Die verschwundene Burg. Der Sonnenstein in der Burgenlandschaft des sächsisch-böhmischen Oberelberaumes”.

Nun gut, ich stimme zu, dies ist ein Randgruppenthema und wird nicht viele hinter dem Ofen hervorlocken. Aber wer sich nur ein wenig für Archäologie und die Regionalgeschichte interessiert, fühlt sich möglicherweise angesprochen (bei mir passt das, ich habe vor Jahrzehnten kurzzeitig ein Studium der Altertümerkunde ernsthaft erwogen, und außerdem wohne ich hier). Kurzum: in der Ausstellung „Die verschwundene Burg“ geht es um die Vermittlung wesentlicher Aspekte der mittelalterlichen Geschichte des Pirnaer Burgberges zwischen dem 10. und 15. Jahrhundert. Diese werden mit der Präsentation zahlreicher Bodenfunde – ausgebuddelt anno 2009 und 2010 innerhalb des Schlosses Sonnenstein – anschaulich erläutert.

Die Ausgrabungen der Jahre 2009/2010 innerhalb des Schlosses Sonnenstein im Vorfeld der Umgestaltung zum Sitz des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge lieferten der Forschung beachtliches Fundmaterial … Schon die ersten Ergebnisse ließen erahnen, dass der bisher überlieferten Geschichte neue Kapitel hinzugefügt werden können. Insbesondere die ersten slawischen Funde vom Schlossplateau ließen aufhorchen. Viele Jahrzehnte ist über die hochmittelalterliche Nutzung des Sonnensteins geschrieben, geforscht und auch spekuliert worden. Mit den großflächigen Ausgrabungen konnten umfangreiche Spuren einer Wehranlage des späten 10. und 11. Jahrhunderts gesichert werden.

Damit dürfte das Thema hinreichend erklärt sein. Nur eines noch: die Ausstellung zeigt auch diverse Funde vom Gelände anderer bekannter Burgen aus dem sächsisch-böhmischen Raum und erläutert dazu die damalige, von den Fürstenhäusern (der Teufel hat sie hoffentlich alle geholt und sie mögen auf ewig im Höllenfeuer schmoren – die verfluchten Bojaren!) betriebene Siedlungspolitik, welche unmissverständlich auf die Kontrolle der Handelswege ausgerichtet war. Last but not least, und bemerkenswert: der älteste, bekannte Pirnaer Bürger wartet ebenfalls vor Ort auf die geneigten Besucher_innen und präsentiert offenherzig und seelig grinsend die eigenen, rätselhaften Überreste … Also ab ins Museum (täglich außer Montag 10.00-17.00 Uhr)!

Verweis: Die verschwundene Burg. (Stadtmuseum Pirna)

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