Ich habe mich schon einige Tage gefragt, was denn hier im Argen liegt: stets ist die Pforte zur Stadtgalerie geschlossen, es liegen keine Flyer aus und es wird auch keine aktuelle Ausstellung beworben.

Die Antwort fand sich in der heutigen Lokalpresse (wird wegen LSR nicht mehr verlinkt) und besagt, dass der Kunstverein Pirna beim Landgericht Dresden Insolvenz angemeldet hat. Die Stadtgalerie in der Schmiedestraße bleibt also bis auf weiteres geschlossen. Eigentlicher Grund für die Zahlungsschwierigkeiten (dem Vernehmen nach geht es um 80 000 ausstehende Euro, die als Zins und Tilgung der für den Erwerb des Hauses in der Schmiedestraße kreditgebenden Sparkasse Dresden zustehen) ist der Wegfall von Fördermitteln, welche nach dem neuen Statut des mit dem Elbtal vereinigten Kulturraumes nicht mehr für “vermögensaufbauende Vorhaben” – was in diesem Falle den Erwerb der Immobilie meint – vergeben werden dürfen. Eine Lösung dieses “Fördermittel-Problems” wurde bis dato nicht gefunden.

Der Verein steht nun also vor der endgültigen Pleite, es sei denn, es fände sich ein gut betuchter Freund der Kunst, welcher das Domizil übernimmt und dem Verein weiterhin zur Miete überlässt … Momentan liegt allerdings kein Angebot vor, und auch die Stadt Pirna hält sich zum Thema leider sehr bedeckt und verweist auf eine fehlende “konzeptionelle Zielvorstellung” des Vereins.

Wie auch immer – ich halte diese Situation für äußerst bedauerlich. Nach Angaben des Vereins haben sich immerhin 2000 Menschen im Jahr die (stets eintrittsfreien!) Ausstellungen angesehen. Namhafte Künstler von auswärts als auch aus Pirna (Hernando Leon) fanden hier die Gelegenheit, im angemessenen Ambiente ihre Werke zu präsentieren. Von daher wäre das endgültige Aus für Verein und Galerie wohl mehr als bedauerlich …