Im Konzert: THE EXPLOITED

Außergewöhnliche Höhepunkte müssen benannt werden … Der vergangene Freitagabend als ein solcher darf hier nicht unerwähnt bleiben. THE EXPLOITED spielten auf zum Tanz, soll heißen, sie gaben ein Konzert in Dresden, in der Reithalle, Straße E. Man darf davon ausgehen, dass es ordentlich auf die Ohren gab, und ja, dem war auch so, es war ein ausgezeichnetes Konzert, und die Ohren summten noch am nächsten Morgen.

THE EXPLOITED sind ein Urgestein des britischen Punkrock. 1979 haben sie sich im schottischen Edinburgh gefunden und durften alsbald als eine der wichtigsten Punkbands überhaupt eingeordnet werden. Wir erinnern uns an wunderbar provokante Hymnen wie “Fuck the USA” und solch Klassiker wie “Chaos is my Life” und “Don’t Blame Me”. Die Band hat zahlreiche Wechsel in der Besetzung überstanden (von den Gründungsmitgliedern ist heute nur noch Wattie Buchan (Vocals) dabei), gab nie auf und blieb sich immer treu: antiautoritär, kriegsverneinend und sozial und politisch engagiert. Und ja: THE EXPLOITED spielt den Punkrock nach wie vor, wie er sein muss: dreckig und roh, aggressiv und unverblümt.

Der Auftritt am Freitagabend in Dresden war grandios, begeisternd und nahezu perfekt. Der Saal war voll, es wogte und pogte, dass es eine Freude war, und das altersmäßig sehr gemischte Publikum (Menschen Ü50!) dürfte durchaus auf seine Kosten gekommen sein.

OHL

Was nicht fehlen darf ist das laute Lob auf die Bands, die den Support lieferten. Den Reigen eröffneten die mir sehr gefälligen DAMAGED ONES (D), nach eigener Aussage ein Haufen Jungs welche zuviel DK, BLACK FLAG;CIRCLE JERKS;RAMONES umd MOTÖRHEAD gehört haben, gefolgt von dem bezaubernden, britischen Damen-Quartett MAID of ACE (UK) (siehe Video). Den Reigen beschloss mit OHL eine klassische Deutsch-Punk-Band, die ich so auch erstmalig live sah. Die Punk-Pioniere aus Leverkusen (Gründungsjahr 1980) spielten virtuos ihre zahlreichen Hits, fielen in meiner Wahrnehmung aber durch ein Übermaß an Theatralik und Plattitüden auf. Nun ja, mit dem klassischen Deutsch-Punk habe ich es eh nicht so …

Kurzum: Es war ein grandioser Punkrock-Abend.

Geschrieben von

Rappel

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Kaffee immer schwarz. Punkrock und Tattoos. Nichts mit Menschen. Dafür die See und die Berge. Und der Wald. Wanderlust. Bei jedem Wetter und überall.
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2 Kommentare zu “Im Konzert: THE EXPLOITED”

    1. An der Seite oder weiter hinter war gut Platz zum Stehen. Das habe ich schon deutlich schlimmer erlebt … Aber auf solch ein Konzert im Sitzen und zum Wegdämmern hätte ich auch Lust, das wäre mal wieder dran. :)

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