Kinotipp: Gegen den Strom

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Halla ist fünfzig und eine herzensgute Chorleiterin, führt jedoch hinter der Fassade von gemächlicher Routine ein Doppelleben: Sie ist leidenschaftliche Umweltaktivistin. Heimlich führt sie einen Ein-Frau-Krieg gegen die lokale Aluminiumindustrie und mit ihren riskanten Aktionen gelingt es ihr tatsächlich, die Verhandlungen zwischen der isländischen Regierung und internationalen Investoren zu stoppen. Doch dann bringt die Bewilligung eines fast schon in Vergessenheit geratenen Adoptionsantrags Hallas gradlinige Pläne aus dem Takt. Entschlossen plant sie ihre letzte und kühnste Aktion als Retterin des isländischen Hochlands …

Fantastische Landschaftsaufnahmen und ein bemerkenswert schräger Humor prägen diesen Streifen. Dazu kommt das Porträt einer Frau, die quasi im Alleingang gegen den Kapitalismus kämpft. Halldóra Geirharðsdóttir, die Hauptdarstellerin, arbeitet in ihrer Heimat als Clownin, spielt aber auch ernsthafte (auch männliche) Theaterrollen. In “Gegen den Strom” zeigt sie ihre ganze Wandlungsfähigkeit: Sie spielt zugleich Halla und auch deren Zwillingsschwester Ása, also eine Doppelrolle.

Kurzum und um nicht zu viel zu verraten: Mit den vielen eigenwilligen Bildern – gewürzt mit reichlichem Sinn für das Skurrile – ist dieser Film ein Ökothriller der besonderen Art: staubtrocken, aberwitzig und so gescheit, wie ihn nur die Menschen aus dem Norden bringen können. Hut ab dafür!

Verweis: Gegen den Strom (Filmwebsite)

Rappel

Rappel

Kaffee immer schwarz. Punkrock und Tattoos. Nichts mit Menschen, dafür die See und die Berge. Und der Wald. Wanderlust. Bei jedem Wetter und überall.

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