Als ehemaliger Janmaat, der jahrelang die Meere der Welt befahren hat, sind die Themen Seefahrt und Schiffbau fürderhin interessant für mich. Den Umstand, dass der Wind als alternativer Antrieb gerade wiederentdeckt wird, halte ich von daher bemerkenswert und möchte kurz darauf eingehen.

Das finnische Unternehmen Norsepower setzt aktuell und mit Vehemenz auf den Windantrieb und hat den Flettner-Rotor weiterentwickelt. Dieser ist quasi eine Alternative zum herkömmlichen Segel. Einfach gesagt handelt es sich um einen der Windströmung ausgesetzten, rotierenden Zylinder, welcher eine Kraft quer zur Anströmung erzeugt. Der Flettner-Rotor ist nach seinem Erfinder Anton Flettner benannt, der ihn als Schiffsantrieb patentieren ließ. Als erstes Schiff wurde 1924 die Buckau mit Flettner-Rotoren ausgestattet (Foto oben). Der Antrieb erwies sich damals jedoch als nicht konkurrenzfähig.

Norsepower hat die Idee nun aufgegriffen und weiterentwickelt. Besonderer Augenmerk wird dabei auf die Verwendung von Verbundwerkstoffen gelegt – Kohlenstoff- und Glasfasern verleihen dem Rotor eine gute Stabilität bei geringem Gewicht. Das Unternehmen treibt die Vermarktung der modernen Flettner-Rotoren voran und hat bereits einige Schiffe mit dem Hilfsantrieb ausgestattet. Erklärtes Ziel ist ganz klar die deutliche Einsparung von Treibstoff – erste Erfahrungen belegen eine Einsparung von mindestens sechs Prozent im Jahresverbrauch.

Die Rotor-Segel können auf allen Schiffen installiert werden, die genügend Platz an Deck aufweisen. Tanker, Massengutfrachter, Ro-Ro-Schiffe, Kreuzfahrtschiffe und Fähren sind daher prädestiniert für die saubere und hochinteressante Technik – Containerschiffe scheiden aus.

Schauen wir also mal, wie sich diese schöne Idee weiterentwickelt, und hoffen das Beste. (alles via)


Foto: The Buckau, the Flettner Rotor Ship, photographed in 1924 (Library Of Congress)

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Kaffee immer schwarz. Punkrock und Tattoos. Nichts mit Menschen, dafür die See und die Berge. Und der Wald. Wanderlust. Bei jedem Wetter und überall.

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