Notruf und Antipolizeitaste

Notruf und Antipolizeitaste

Touch-ID und Face-ID. Ich muss mal kurz darauf eingehen. Weil ich in Diskussionen mit Technikfeinden und Fortschrittsverweigerern (von denen es hier sehr viele gibt) ständig auf das Thema angesprochen werde und überhaupt: Vielleicht hat es die Eine oder der Andere ja auch noch gar nicht mitbekommen?

iOS 11 ermöglicht es auf schnelle und einfache Weise, den Fingerabdruckscanner Touch-ID bzw. Face-ID im neuen iPhone X zu deaktivieren und damit die Eingabe des Entsperrcodes zu forcieren. Mit dem schnellen fünfmaligen Drücken der Einschalttaste lässt sich ein Sperrbildschirm aufrufen, der zum Einen die Notruf-Funktion auslöst – auf Wunsch auch automatisch (Einstellungen/Notruf SOS) – und zum Anderen Touch-ID bzw. Face-ID deaktiviert.

Das war es dann auch schon, mehr braucht es nicht. Um das Gerät wieder mittels Fingerabdruck oder Gesichtserkennung (die im Übrigen auch schon bei geschlossenen Augen nicht mehr funktioniert) zu aktivieren muss zunächst die PIN eingegeben werden. Auch wichtig: Im Falle eines Falles seid ihr keinesfalls dazu verpflichtet, eure PIN herauszugeben.

Beschuldigte sind nach geltendem Recht generell nicht dazu verpflichtet, Passwörter gegenüber den Behörden preiszugeben. Zwingt die Polizei einen Beschuldigten dazu, ihr den Passcode mitzuteilen, liegt ein Verstoß gegen § 136a Abs. 1 StPO vor, der ein Beweisverwertungsverbot zur Folge hat. Ebenso darf ein Beschuldigter nicht dazu gezwungen werden, Computer, Smartphone oder Tablet selbst aktiv zu bedienen.

Anbei das Ganze – in lobenswerter Ausführlichkeit – noch einmal zum Nachlesen: Antipolizeitaste in iOS 11: Schutz vor neugierigen Blicken.


Photo: Xavier Wendling

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