Kreuzberg und Steinerne Rinne

Kreuzberg und Steinerne Rinne

Unsere sonntägliche Wanderung führte uns gestern wieder ins Böhmische. Auf meist wenig begangenen und für uns neuen Pfaden erkundeten wir einmal mehr die Dittersbacher Felsenwelt. Startpunkt war die Ortsmitte von Jetřichovice (Dittersbach). Zum Sonntag und im Sommer sollte man zeitig anreisen, denn in diesem bei Radfahrern, Wanderern und Kletterern sehr beliebtem Ort sind die Parkmöglichkeiten beschränkt.

Kreuzberg und Steinerne Rinne

Wir passieren das Gelände des 1927 errichteten Kindererholungsheimes und laufen das Stammbrückental hinauf. Nach kurzer Zeit ist linker Hand die Info-Tafel zu sehen, welche die mittelalterliche Felsenburg Falkenstein beschreibt. Der Pfad hinter der Tafel führt zunächst hinauf in einen Sattel – von diesem ist der Aufstieg zur ehemaligen Burg schnell gefunden. Doch Obacht, der ist mit Kletterei verbunden. Wir sind ihn nur bis zur Hälfte gegangen und kehrten dann um: zu eng, zu lang und vor allem viel zu nass.

Kreuzberg und Steinerne Rinne

Wieder im Stammbrückental liefen wir dieses noch ein Stück hinauf, bogen aber bald rechts ab, um auf unmarkiertem Weg Richtung Schusterhorn und Scholzengrund zu gehen.

Kreuzberg und Steinerne Rinne

Im Folgenden verloren wir uns ein wenig im dichten Wald – die Steinpilze leuchteten zu verlockend am Wegesrand. Eine kleine Mahlzeit war schnell gesammelt und damit die Konzentration auf den Weg, nun immer entlang der Felsen und an den Gabelungen links haltend, wieder gegeben. In der einsamen Gegend soll es gar noch einige Gemsen geben – wir haben jedoch keines der scheuen Tiere entdecken können (Fährten und Losung aber schon).

Kreuzberg und Steinerne Rinne

Kreuzberg und Steinerne Rinne

Schließlich erreichten wir den Waldrand, folgten diesem nach rechts und standen schnell am Pfad, der vom Fahrweg links über die Wiese hinauf zum Kreuzberg (408m) führt.

Kreuzberg und Steinerne Rinne

Schon beim Aufstieg und erst recht auf dem Gipfel erschlossen sich wunderschöne Blicke auf die Umgebung. Kaltenberg und Rosenberg, der Schlossberg von Hohenleipa, die Prebischtorwände und die Dittersbacher Felsen sowieso – das Kreuzberg-Panorama gilt als eines der umfassendsten und schönsten in der Böhmischen Schweiz. Und das zu Recht.

Kreuzberg und Steinerne Rinne

Nach kurzer Rast liefen wir hinab nach Rynartice (Rennersdorf). Hübsche Umgebindehäuser prägen das Ortsbild, im ehemaligen Landschloss residiert ein Hotel. Das Dorf hat heute nur noch wenige ständige Einwohner – die Häuser werden zum Großteil als Wochenenddomizile genutzt.

Steinerne Rinne

Wir laufen weiter Richtung Dittersbach, haben uns zuvor schon für den Steinweg durch die Steinerne Rinne entschieden (der Paulinengrund wäre auch eine Variante). Das war auch gut so, denn der Steinweg ist ein eigentümlicher und rätselhafter Hohlweg, den es so nur einmal gibt. Vermutlich diente die seltsame Rinne dem Holztransport – bewiesen ist jedoch nichts und die Wissenschaft zerbricht sich ob dieses Phänomens bis heute den Kopf.

Kreuzberg und Steinerne Rinne

Weiter führt der schön zu laufende Weg über den Höhenrücken bis hinunter zum Grieselkreuz, von dem es dann nur noch 500 bequeme Meter bis zum Ortseingang von Dittersbach sind. Einem frisch gezapften Bier, bei dem sich vortrefflich über den Sinn der eigenartigen Rinne im Sandstein debattieren lässt, steht nun nichts mehr im Wege.


Fazit: eine kurzweilige Runde auf schönen, historischen Wegen. Die Aussicht vom Kreuzberg sucht ihresgleichen, die Landschaft ist äußerst reizvoll.

Wegstrecke: 9,5 Kilometer.

Zeitdauer: gute zwei Stunden (reine Gehzeit).

Mögliche Einkehr: Gaststätten in Rennersdorf und Dittersbach.

Karte: Rolf Böhm: “Böhmische Schweiz”

Literatur: diese Runde findet sich so im Wander- und Naturführer “Böhmische Schweiz” vom Berg- & Naturverlag Rölke.


Zum Nachweis und für diejenigen, die es ganz genau wissen möchten: Ich habe die Runde aufgezeichnet.

  1. 4,9er Schnitt – und dann hast Du noch Zeit Bilder zu machen. Darauf einen hochgestellten Daumen!!!
    Der Berg ist wirklich schön. und so unscheinbar, wenn man davor steht …

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